Killer vs. Killerspiele

(Artikel)
Rian Voß, 29. April 2017

Killer vs. Killerspiele

Ring frei! Runde Eins!

Immer wieder debattieren Eltern, Kinder, Lehrer, Politiker (und ähnlicher Unrat der Gesellschaft) über das Für und Wider der sogenannten, gemeingefährlichen KILLERSPIELE. Doch bis jetzt wurde ein Blickwinkel vollkommen außer Acht gelassen: Nämlich der der Killer selbst. Wir haben ein paar Gastautoren aus diesem Handwerk eingeladen, die sich exklusiv beim DPad unter dem Deckmantel der Anonymität endlich mal ihre Meinungen von der Seele (sofern vorhanden) schreiben wollen! Dann will ich mal weiterhin kommentarlos den Platz räumen.

Dieser Beitrag ist erstmals am 9. Mai 2008 erschienen.

Martin Meuchelmord (27):
Also, mir reicht es langsam mit diesen angeblichen Killerspielen. Die bringen noch meine ganze Branche in Verruf! Ständig werde ich von Freunden und Verwandten getriezt: "Na, Martin? Wo hast du denn gelernt? Viel Counter-Strike gespielt, wa?"
Die haben doch keine Ahnung, was für eine Scheißarbeit das war, bis zum Meuchelmörder aufzusteigen. Und plötzlich werde ich nicht mehr für voll genommen! Kinder aus der Nachbarschaft bewerfen mein Haus mit Klopapier und faulen Eiern - die haben die Angst vor mir vollkommen verloren! Ich glaube ja inzwischen schon fast, dass das Ganze eine verschwörerische Politikhetze gegen uns Killer ist. Die wollen uns so richtig fertig machen.

Karl der Killer (45):
Töten lernen durch Videospiele? Entschuldigung bitte, aber da kann man mir ja gleich erzählen, man würde durch Guitar Hero Gitarre lernen oder mit WiiFit tatsächlich abnehmen. Hah! Schon mal was Vollautomatisches abgefeuert? Wenn man den Umgang damit nicht übt, schießt man sich in null komma nix die Zehen ab. Ich weiß das, ich hab' nur noch drei.

Paul, Profi (39):
Alles eine Sache der Einstellung, sag ich immer. Die Veranlagung entsteht im Kopf, sowas kommt nicht von Außen. Da stumpfen Menschen durch Spiele ab, ja, das mag sein. Aber selbst Killer neigen nicht unbedingt dazu, Menschen auf's brutalste umbringen zu wollen. Meine Tochter hat mich gestern mit ihrer Konsole spielen gelassen und ihre zwei Freunde waren ganz erstaunt, dass ich nicht wie eine besengte Sau über den Bordstein rase und Passanten umniete. "Nicht auffallen, Kinder", meinte ich da. "Das ist das Wichtigste am Job."

Und was ist eigentlich mit Film und Fernsehen? Also, früher hat man sich immerhin noch Mühe gegeben, keine allzu grausamen Bilder in den Nachrichten zu zeigen, aber bei der heutigen Sensationsgier sehe ich ja nur noch Leichen. Stumpft das nicht ab? Oder Hostel? Igitt. Wer geistig noch intakt ist, will den Film gar nicht erst sehen und wer den dennoch guckt, der ist schon längst abgestumpft. Das schadet dann auch nichts mehr. Aber wissen Sie, wer letzten Endes dafür Sorge trägt, dass unsere Kinder nicht zu geistigem Gemüse werden? Das sind doch wir Eltern. Darauf achten, was unsere Kleinen spielen, zusammen mit ihnen spielen (auch mal Dinge, die uns selbst nicht gefallen) und ihnen beibringen zu wissen, wann genug ist. Und dann sollen sie raus, raus, raus! Auf Bäumen rumklettern, Fußball spielen oder ein Eis essen. Das Wetter ist doch so schön!

Rian

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19. November 2017 um 04:18 Uhr
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