Super Mario Galaxy 2

(Artikel)
Benjamin Strobel, 12. Juli 2010

Super Mario Galaxy 2

Mehr vom selben

In zwei Dingen ist Nintendo wirklich groß: Zum einen darin gute Spiele zu machen und zum anderen immer und immer wieder dasselbe Spiel neu zu verkaufen. Ersteres ist dann die Rechtfertigung für Letzteres. Nach dem Riesenerfolg von Super Mario Galaxy wurde Miyamoto vermutlich an einen Stuhl gefesselt und durfte erst wieder Zelda machen, nachdem er vorher schnell ein zweites Mario Galaxy gezaubert hatte.

Euer Raumschiff ist ein Planet... und der Planet ist ein riesiger Mario-Kopf!

Super Mario Galaxy 2 ist mehr vom Selben. Mehr vom guten Selben, aber wirklich nicht viel Neues. Die Story ist quasi nochmal wie vorher: Bowser entführt Peach und will sich ein Schloss im Zentrum des Universums bauen. Und er will Schokokuchen! Natürlich kann Mario das nicht einfach zulassen! Außerdem gönnt er ihm den Schokokuchen nicht. Um sein Ziel zu erreichen, ist Mario immer noch auf der Suche nach Power-Sternen und bereist nachwievor Planeten der gesamten Galaxie. Sogar der "Zwei-Spieler-Modus" ist geblieben und ein Kumpel kann mit der Wiimote Feinde aufhalten und wegschleudern. Dennoch haben sich ein paar Dinge geändert: Prinzessin Rosalina scheidet aus zugunsten eines fetten Lumas, das Observatorium muss einem Mariokopf-Raumschiff Platz machen und außerdem gibt es jetzt wieder eine Worldmap anstelle einer Oberwelt, von der aus man in Level hüpft.

Klassisches Worldmap-Design.

Natürlich reicht das noch nicht, um den argwöhnischen Spieler zu überzeugen, einen zweiten Teil zu kaufen. Da muss noch ein Anreiz her! Und was wäre da passender als ein Kuscheldrache, der fortwährend niedliche Geräusche macht? Yoshi sichert den weiblichen Absatzmarkt! Aber er ist nicht nur Zierde, er wurde sogar ziemlich cool eingesetzt: Sitzt Mario auf seinem grünen Freund, kann der Spieler mit der Wiimote auf Feinde zielen, um sie mit Yoshis Zunge zu fangen und zu futtern oder wieder gegen andere Feinde auszuspucken. Die flinke rote Zunge eignet sich außerdem sehr gut dazu, um Blöcke zu ziehen oder sich an Blumen zu entlangzuschwingen (siehe: Hookshot).
Außerdem gibt es ein wunderbares Power-Up mit dessen Hilfe Yoshi wie von einem Hummelmario gebissen mit Affenzahn herumläuft. Da läuft er auch Wände senkrecht hoch. Allerdings ist die Wirkdauer begrenzt, man sollte also aufpassen, dass man nicht auf halbem Wege in sein Verderben stürzt.

Yoshi auf Dope.

Was die Steuerung von Mario angeht hat sich nichts geändert. Ähnlich wie im Vorgänger gibt es als Bonus hier und da auch spezielle Level, in denen man Mario durch Wiimote-Bewegung steuert. Für einen Stern muss man Mario beispielsweise an einem Vogel hängend durch ein Fluglevel navigieren (gar nicht so einfach!). In den verschiedenen Welten sind mir ein paar Dinge gegenüber dem Vorgänger sehr schnell aufgefallen: Es gibt deutlich mehr bunten "Sternenstaub", den man einsammeln kann. Infolge dessen hat man sehr schnell viele Leben, weil man für jeweils 50 Stück von dem bunten Zeug eines dazu bekommt. Auf der einen Seite scheint der Schwierigkeitsgrad gegenüber Mario Galaxy auch nochmal angestiegen zu sein, sodass man das Mehr an Leben ab und zu sehr gut gebrauchen kann. Und ganz wichtig: Münzen. Es gibt endlich wieder mehr Münzen! Ich dachte beim ersten Teil schon, die verschwinden bald ganz, da es kaum noch welche gab. Sie haben auch keinerlei Funktion mehr erfüllt, außer die Energie aufzufüllen. Das ändert sich! Nach jedem Level bekommt man all seine Münzen gutgeschrieben und kann sie später noch gebrauchen. Innerhalb vieler Level gibt es jetzt auch Lumas, die besonderen Hunger auf Münzen haben und bei Fütterung zu Planeten werden (Geheimer Stern, Go!).


Ansonsten wurde auch am Prinzip nicht viel getan. Super Mario Galaxy 2 präsentiert sich wie sein Vorgänger als hervorragender Gravity Platformer. Mir gefällt besonders gut, dass man im zweiten Teil nochmal deutlich kreativer herangegangen ist und es noch mehr Gravitations- und Physikspielereien gibt. Das äußert sich glücklicherweise auch in schwereren Sprungpassagen, sodass Galaxy 2 eine deutlich größere Herausforderung an den Spieler stellt. Obendrauf kommen jede Menge Power-Ups, die zudem neue Möglichkeiten eröffnen.

Nach Hummelmario jetzt neu: Wolkenmario.

Eines dieser Gimmicks ist der Wolkenpilz. Guess what, du wirst Wolkenmario! Als dieser kann man bis zu drei Wolken unter sich erscheinen lassen, die in der Luft als sichere Plattformen dienen. Nach drei ist aber auch Schluss, dann muss man einen weiteren Pilz naschen!
Ein anderes Item ist der Bohrer. Mit diesem kann Mario sich quer durch einen Planeten bohren, um dann auf der anderen Seite wieder rauszuschießen. Jetzt sagt nicht, ihr hattet diese Phantasie nicht auch schon mal beim Vorgänger! Manchmal erlebt man aber eine Überraschung: Der Planet ist innen hohl! Dafür lassen sich dort eventuell Items finden. Bevor ihr fragt: Ich habe noch nicht probiert den Bohrer auf dem Kopf-Raumschiff anzuwenden, um zu sehen ob Marios Schädel von innen hohl ist. Aber ich werde es natürlich probieren!

Und es gibt wieder große Bosse!

Braucht man noch ein Super Mario Galaxy 2, wenn man den Vorgänger bereits hat? Ich würde sagen: Dass das Spiel noch bei euch im Regel steht ist der beste Beleg dafür, dass ihr auch den Nachfolger braucht! In meinen Augen macht Galaxy 2 alles so gut wie sein Vorgänger und ist an vielen Stellen sogar besser. Für Einsteiger: Teil eins ist keine Pflicht, da die beiden Spiele inhaltlich nicht zusammenhängen. Und falls ihr Mario-Fan seid, dann... habt ihr das Spiel wohl bereits durchgespielt oder solltet euch schämen, wenn es nicht so ist! Nex

Kommentare

Bibabiest
12. Juli 2010 um 21:46 Uhr (#1)
Yoshi ist sooo niedlich... awwwww :>
Ben
14. Juli 2010 um 16:25 Uhr (#2)
Für Fans des Grünkäppchens im Schatten seines Bruders: Luigi lässt sich wahlweise in einigen Galaxien spielen (und freut sich tierisch, dass er auch mal Abenteuer erlebt).
Gast
30. April 2017 um 08:55 Uhr
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RELEASE
11. Juni 2010
PLATTFORM
Wii
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