Faszination Zuschauen

(Artikel)
Joshua Peters, 28. Januar 2017

Faszination Zuschauen

Die andere Art zu spielen

Es gab im Laufe der Zeit immer wieder Menschen, die ab und zu einfach nur so da saßen und sich über Dinge wie Mathematik, Philosophie und Assoziiertes Gedanken gemacht haben. Ähnlich wie diese sitzen wir vom Daily D-Pad immer mal wieder, bei einer Tasse Earl Grey und etwas Smetana oder auch mal Schubert, beisammen im Medienzimmer und machen uns Gedanken über das Spielen und Spielertum (oder auch Gaming und Gamertum in der Sprache der Angelsachsen). Diese Gedanken schreiben wir dann ab und zu hier nieder (je nachdem über wie viele Spiele es noch zu schreiben gilt). Und so trägt es sich zu, dass diesmal wieder ich an der Reihe bin, was die Veröffentlichung unserer geistigen Ergüsse angeht.

Dieser Beitrag wurde erstmals am 21.12.2009 veröffentlicht.

Wenn man mit ein paar Spielern und ein paar Nicht-Spielern in einem Raum sitzt, man nicht weiß was man machen soll und der Raum mit einer Vorrichtung zum Videospielen ausgestattet ist, so wird einer der Spieler stets vorschlagen, dass man doch etwas spielen könne, worauf Nicht-Spieler weitestgehend "Och Nööö..." oder "Gibt's denn was, was man zusammen spielen kann?" erwidern. Das "Och Nööö..." lässt sich allgemein mit der Abneigung vieler Nicht-Spieler gegenüber Videospielen (meist aufgrund von Unfähigkeit) begründen, während die Personen, die "Gibt's denn was, was man zusammen spielen kann?" antworten, meist zwar keine generelle Abneigung gegen Videospiele haben, ihnen aber eine elementare Eigenschaft fehlt, die vielen, wenn nicht sogar allen Spielern zu eigen ist: Die Freude am Zuschauen.

Wenn sich zwei Spieler vor einer Konsole oder einem Rechner zusammenfinden, ist es egal, ob das gespielte Spiel über einen Mehrspielermodus verfügt. Es werden beide Spaß haben, solange das Spiel gut ist. Wenn ein Nicht-Spieler oder Gelegenheitsspieler einem Spieler zusehen, so werden sie beide höchstwahrscheinlich keinen Spaß daran haben, was auch das Spielvergnügen des Spielers hemmt, da er zum Einen ein schlechtes Gewissen bekommt und zum anderen Seufzen und Stöhnen von der Seite ertragen muss. Wenn man einem Nicht-Spieler die Maus oder den Controller an die Hand gibt, so ist es einem Spieler nahezu unmöglich die Augen auf dem Bildschirm zu halten, da das, was sich dort abspielt, eine Qual für den Verstand des Spielers ist ("Nicht nach links! Nach rechts! Blocken! Jetzt angreifen! Nein!"). Dies senkt wiederum das Spielvergnügen des Nicht-Spielers. Andersherum ist es allerdings auch möglich, dass ein guter Zuschauer das Spielvergnügen des Spielers erheblich steigert, da dieser mitfiebert und sich an dem erfreut, was der andere tut, über ein geschultes Auge verfügt und ab und an hilfreiche Tipps geben kann ohne das Selbstwertgefühl des Spielers zu verletzen.

Somit sei also festzuhalten, dass die beste Kombination in diese Richtung wieder mal aus zwei oder mehr Spielern besteht und man aus Rücksicht auf den Frieden, sich selbst und den anderen darauf verzichten sollte ein Einzelspieler-Spiel zu spielen, wenn Nicht- oder Gelegenheitsspieler anwesend sind.

Auch Ihr - Jozu

Kommentare

Haris
22. Dezember 2009 um 01:48 Uhr (#1)
Und manche Leute sind einfach sadistisch veranlagt, so ein alter Kindheitskumpel von mir, der mir tatsächlich einmal 10 und einmal 12 Stunden beim Zocken zusah (10 bei C&C1, 12 bei Dungeon Keeper 2). Und das obwohl ich ihn oft genug fragte ob er auch mal an Controller bzw. Maus will!
Ben
22. Dezember 2009 um 12:10 Uhr (#2)
Das ist krank, mann! Aber zu mir meinte auch mal jemand, das wär wie ein Buch zu lesen.
Gast
13. Dezember 2017 um 12:21 Uhr
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