The Saboteur

(Artikel)
Joshua Peters, 09. Dezember 2009

The Saboteur

Irishman in Paris

Sean Devlin ist Ire - und er hasst die Deutschen. "Normal" werdet ihr jetzt vielleicht denken, aber Sean lebt in den 1940ern, somit kann man sich also denken worauf The Saboteur hinausläuft. Richtig! Man tötet Nazis. Viele! Allerdings werden sie nie als diese bezeichnet, jedenfalls nicht in der deutschen Version, hier sind es immer die "Krauts". Auch die Hakenkreuze wurden allesamt durch Eiserne Kreuze ersetzt. Damit hat es sich aber auch schon auszensiert. Es liegt sogar jedem neuen Spiel ein Code bei, der naked boobies im Strip Club freischaltet.

Der Protagonist - Sean Devlin
Aber nun zum Spiel an sich. Man befindet sich nicht, wie man jetzt denken könnte, in Irland, sondern im besetzten Frankreich (Basterds??), besser gesagt in Paris und Umgebung. Hier wohnt Sean hinter einem Bild in einem Strip Club und betrinkt sich stetig (Ire halt), bis eines Tages ein Mann an ihn herantritt, Luc, und ihn fragt ob er nicht Lust hat einem Widerstand aufzubauen. Nicht ganz sicher was er davon halten soll, sagt er erstmal zu, denn egal ob es was wird oder nicht, Krauts killen ist immer gut. Und wie erwartet wird es was, denn sonst wär das Spiel ziemlich langweilig. Nach der ersten Mission kommt dann eine Rückblende, in der erzählt wird wie Sean nach Paris gekommen ist und warum er in so einem Etablissement wohnt (eine wirklich epische Szene ist der Einfall der Deutschen in Frankreich - kein schönes Event, aber nett anzuschauen), und dann geht es ans fröhliche Paris-Befreien.

Das ganze spielt sich wie ein netter Mix aus dem neuen Red Faction und Assassin's Creed. In ganz Paris gibt es halt bestimmte Zonen, die von den Deutschen befreit werden müssen. Dies geschieht dadurch, dass man die Deutschen sabotiert (Dinge/Basen in die Luft sprengt) oder wichtige Offiziere tötet. Das gibt den Menschen dann Mut und der Widerstand wird stärker. Das Ganze wird auch optisch sehr schön verdeutlicht, denn wenn in einem Gebiet noch die Angst herrscht, sieht es dort aus wie bei Sin City - alles ist Schwarz/Weiß bis auf gelbe und rote Lichter und natürlich die roten Banner der Nazis, welche überall hängen, und an Verbündeten ist immer irgendetwas blau hervorgehoben, z.B. der Pulli, eine Schärpe oder Ähnliches. Wie bei GTA bekommt man die Aufträge von Leuten aus und um den Widerstand und klappert diese dann ab. Freeplay gibt es auch, dieses beschränkt sich dann aber nur auf das Zerstören deutscher Dinge wie Wachtürme, Panzer und Propagandalautsprecher. Das mag jetzt mau klingen, aber wie viel Zeit ich einfach nur durch die Gegend lief und Sachen in die Luft gesprengt habe... Für das alles bekommt man natürlich Geld und Gamerscore. Apropos Gamerscore - man bekommt am Anfang echt für fast alles irgendein Achievement - Sogar wenn man lang genug rumsteht ohne etwas zu machen! Aber genug davon - der Assassin's Creed-Part: Sean kann filigran in der ganzen Stadt rumklettern und an Seilen rutschen. Zudem gibt es hier eine Verdachtsanzeige, die sich füllt, wenn man rumklettert, Krauts anrempelt, Krauts tötet, Scheiße sprengt usw. Dann muss man den Deutschen halt entkommen. Dies funktioniert wie bei GTA, nur viel leichter - es gibt aber auch Verstecke, in die man fliehen kann, wenn keiner einen sieht. Die werden allerdings auch benötigt, denn die Nazis schießen schon bei Alarmstufe 1 auf den armen Sean und sind somit härter drauf als die amerikanische Polizei (aber nicht viel).

Ein chicer Übergang von Farbe zu S/W
Irgendwie hat man also alles im Spiel irgendwo schon mal gesehen und mit dem Nazi-Setting verhält es sich ähnlich wie mit dem Zombie-Setting: Es ist nicht nur langsam genug, sondern vor fünf Jahren war's genug. Spaß macht das Spiel trotzdem sehr, weil man halt irgendwie gerne rumläuft und die Missionen macht, weil das Spiel relativ fair zu einem ist und es kaum Frustmomente gibt. Ich fand z.B. auch die Aufträge sehr geil, die man für einen Ex-Priester erledigen muss. Was dem Ganzen einen weiteren Suchtfaktor verleiht ist die Tatsache, dass man Fertigkeiten freispielen kann. So kann man am Anfang noch relativ wenig, kann sich aber spezialisieren. So wird beispielsweise der Umgang mit dem Scharfschützengewehr besser, wenn man es viel benutzt, oder Sprengstoff effektiver. Das funktioniert nicht über EXP, sondern über Bedingungen wie: "Schieße mit dem Sniper 10 Deutschen in den Kopf." - Und danach hat man was freigeschaltet. Pro Fertigkeitsart gibt es drei Stufen und wenn man einen bestimmten Spiel-Stil hat, werden die Bedingungen der dazugehörigen Fertigkeiten meist schon erfüllt ohne dass man sie sich anguckt. Ich spiele meist mit Sniper und Schleichangriffen, also level ich das fast automatisch.

Nun denn, wer sich von dem Setting, welches schon einigermaßen viele Titel auf dem Buckel hat, nicht abschrecken lässt und nicht immer Innovationen braucht, kann hier getrost zuschlagen. Am Anfang erscheint das Spiel noch etwas lahm und leicht langweilig, das wird mit der Zeit aber deutlich besser. Zwei andere Sachen noch am Schluss: Schadensmodelle an Autos sind kaum vorhanden - und zwar so kaum vorhanden, dass es echt schon auffällt - und die deutsche Synchro ist auch eher schlecht. Ansonsten ist es wie gesagt wirklich ein spaßiges Spiel.

Auch Ihr - Jozu

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21. September 2017 um 08:51 Uhr
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