Klomanager Deluxe

(Artikel)
Haris Odobašić, 26. April 2017

Klomanager Deluxe

Deutsche Tugenden im Lokus

Und da will einer sagen, aus Deutschland kämen keine ordentlichen Spiele! Zur Jahrtausendwende hin waren wir nämlich vor allem für eins bekannt: Manager-Spiele. Egal ob Pizza-Ketten, Fußballvereine oder Toiletten -- wir haben jegliche Geschäftsprozesse optimiert und für das Gewinnmaximum gesorgt. Hätte man uns Manager-Spiele-Zocker an die Steuerräder der großen Banken gestellt, würde die Weltwirtschaft sich nun sicher nicht am Abgrund befinden!

Dieser Beitrag wurde erstmals am 11.10.2009 veröffentlicht.

Das Manager-Spiel, was mich damals am meisten fasziniert hat, war der Klo-Manager -- und das ohne dass ich ihn jemals besessen habe. Ich musste mich mit einer Shareware-Version abgeben, die auf einer der Heft-CDs der PC Joker zu finden war. Die war dementsprechend limitiert, ich spielte sie aber trotzdem intensiv. Hatte ja kein Internet und kein festes Einkommen, weswegen es neue Spiele sowieso nur alle paar Monate gab.


Rechts haben wir schon ein ziemliches Edelklo - Wenn auch zugepinkelt.

Wie der Name schon andeutet geht es darum, in das große Toiletten-Geschäft einzusteigen und die Kontrolle über eine Stadt zu übernehmen. Das spielt sich rundenbasierend und vor allem in vielen grafischen Menüs ab. Um das Ziel zu erreichen, kann man sich an verschiedenen Punkten, beispielsweise am Bahnhof oder der Armee-Kaserne, Parzellen anmieten, die man mit Toiletten, aber auch Extras wie Kondomautomaten oder Lichtschranken, ausstattet. Dabei hat man durchaus Auswahl und Kombinationsmöglichkeiten. Klobrille, Papier oder auch die Spülung kann seperat ausgewählt werden. Von billigstem Keramik bis hin zu Gold gibt es einiges zu wählen, auch wenn die aufwändigeren Sachen erst erforscht werden wollen.

Das ist auch bitter nötig, denn für so 'n schäbiges und verdrecktes Notdurftsräumchen könnt ihr natürlich nicht gerade viel Geld verlangen. Aber damit ihr natürlich ordentlich expandieren könnt, gilt es möglichst viel Geld zu verdienen und das geht nur mit einem Luxusabort.

Dazu kommt noch, dass ihr euch gegen Konkurrenz verteidigen müsst. Die will euch nämlich an die Porzellansammlung und setzt dabei auf allerlei Taktiken. Fiese Gerüchte sind dabei nur der Anfang, auch Besuche von Kaputtmachern und Vollkotzern, die auf so blumige Namen wie Udo Übel hören, sind möglich. Besonders effektiv ist die Kombination aus Vollkotzer und anschließendem Verpetzen an das Gesundheitsamt. Ihr habt allerdings ebenfalls Zugriff auf dieses Arsenal an Nettigkeiten und könnt euch dementsprechend effektiv an der Konkurrenz rächen.

Das Spiel bietet durchaus Spaß und hat auch ein bisschen Langzeitmotivation dank Multiplayer, vorausgesetzt man kann sich mit dem Humor anfreunden, der manchmal wirklich schon fast mit Wortspielen jenseits von gut und böse erzwungen wird. Wer sich das Spielchen ein bisschen anschauen will, kann sich auf der Webseite die Demo runterladen oder den kostenlosen Online-Klomanager reinziehen. Zehn Euro ist das Spiel jetzt unbedingt nicht wert -- man bedenke, das ist der Preis eines Braid! -- aber vielleicht findet ja der ein oder andere als Toilettenmogul seine persönliche Erfüllung. Ich geh jetzt erstmal spülen. Evil

Kommentare

Rian
11. Oktober 2009 um 11:15 Uhr (#1)
"Die absolute Härte sind Oberlippenbärte" - Dieser Spruch wird mich ein Leben lang verfolgen. Die Gold-Version des Klomanagers liegt bei mir noch samt Packung irgendwo im Keller.
Ben
11. Oktober 2009 um 15:15 Uhr (#2)
Warum hat mir keiner was von dem Spiel erzählt? Ich glaube, man hat das absichtlich vor mir geheim gehalten..
Gast
16. Dezember 2017 um 00:24 Uhr
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