NIER

(Artikel)
Rian Voß, 21. August 2009

NIER

The end of mankind is... well, nier

Squenix hat ja schon einige Schritte in andere Genre als ihren Hauptverdiener, die RPGs, gewagt, allerdings hat sich beim Action-Slasher, mal abgesehen vom eher bescheidenen FF7: Dirge of Cerberus, noch nicht viel ergeben. Das soll NIER jetzt aber ändern. Ich habe mich zum Project Manager Takayuki Kawasaki begeben und mit ein paar Fragen aus meinem Bauch in sein Gesicht dem Spiel etwas auf Herz und NIERen (haha.) gefühlt.


Schattenboxen
Als allererstes fiel mir auf, dass das Spiel so nicht die USK überleben dürfte. Wir haben einen Fight gegen einen riesiges, achtbrüstiges Monster der Körpchengröße Doppel-Z gesehen, bei dem die computergesteuerte Partnerin irgendjemandem in der Nähe damit gedroht hat, ihm "den verfickten Penis abzureißen." Außerdem scheint irgendwie jeder Spezialeffekt rot zu sein, deswegen konnte ich nicht unbewusst erkennen, ob das nun alles Blut war oder nicht. Diese doch eher derbe Präsentationsform wurde gewählt, um mit dem typisch japanischem Feeling bei Videospielen zu brechen, also alle lieb und nett und weinerlich. Wieder einmal eine Bestätigung dafür, dass die Nippons nicht viel von unserer Kultur halten.


Wer baut diese Brücken irgendwo im Nichts eigentlich?
Weiterhin scheint sich das Kampfsystem nicht großartig von Konsorten wie Devil May Cry oder Ninja Gaiden zu unterscheiden: Man benutzt eine Menge leichte und schwere Angriffe mit dem Schwert, die man zu mehr oder weniger durchschlagenden Kombinationen aneinander reiht, und nebenbei wird mit Magie aus dem mysteriösen Buch, das NIER begleitet, gehext. Mana lädt sich dabei relativ flugs wieder auf, so dass eine Menge Projektile über den Bildschirm feuern. Oder der Typ am Controller hat per IDDQD den Godmode aktiviert, was auch erklären würde, warum er die ganze Zeit mit einer zu einem Millimeter gefüllten Energieleiste gespielt hat. Interessant war der in viele Etappen aufgebaute Bosskampf, bei dem man aber eigentlich immer dasselbe machen musste: Auf die Hände hauen und den schädlichen Projektilen, die in einer Menge und Mustern ähnlich von Scroll-Shootern wie Touhou angeflogen kommen, ausweichen. Insgesamt soll das Spiel eine sehr ausgewogene Menge aus Bossfights und normalen Kämpfen werden und es gäbe viele Locations zu entdecken. Kawasaki meinte zwar, durch ein LEVEL-UP-SYSTEM und VERSCHIEDENE WAFFEN wäre NIER eine ziemliche Abwechslung zu anderen Genre-Vertretern, aber... das ist wohl eine Lüge. Außerdem sei die Story noch eine richtig tragende Rolle, aber damit bullshittet Fuckin' ja auch immer herum und am Ende muss man die Welt retten, indem man dem Bösen ein Schwert ins Gesicht treibt. Ausweich-Freunde wird es übrigens freuen, dass es neben Blocken und Parieren (zur Zeit noch allmächtig wie in Ninja Gaiden, wird allerdings eventuell abgeschwächt, so dass NIERs Rücken einen attraktiven Leckerbissen abgibt) auch eine Ausweichrolle geben wird - hat mich in Devil May Cry immer derbe angekotzt, dass man vor unblockbaren Attacken nur im Schneckentempo fliehen konnte.


Grimmy McFace!
Die Welt von NIER ist aber auf jeden Fall interessant, denn die Bösen sind am gewinnen. Die Menschheit wurde fast vollständig ausgerottet und letzten übrig bleibenden Waffenschwinger sind ein desolater Haufen, der mit Müh und Not gegen die widerwärtigen Shades kämpft. Aus diesem Konzept heraus entstand auch der Art Style, der bei diesem Spiel ein glattes Make or Break darstellen kann: Karge, abstrakte Landschaften und viel Überlichtung geben den Anflug des Anscheins einer Inspiration von Team ICO-Spielen, die natürlich sofort dementiert wurde. In dieser ärmlichen Welt gibt es außerdem noch neben einer Vielzahl von Mißgeburten, die einem ohnehin schon nach dem Leben trachten, eine Krankheit namens Black Scawl, die vermutlich jeden infizierten in einen Shade transformiert. NIER zieht aus, um ein Heilmittel gegen den Zustand seiner Tochter zu finden, und trifft dabei immer wieder auf verschiedene Häuflein von Restzivilisation, die sich in der Welt zusammengerottet haben.

Eine Merkwürdigkeit beinhaltet NIER zudem noch: Ab und zu schaltet die Ansicht in eine Art 2D-Perspektive um und man spielt eine Coke-Light-Version von Castlevania, indem man Gegner links und rechts auf's Maul haut und ein bisschen von Plattform zu Plattform hüpft. Ganz netter Gedanke, wirkte aber irgendwie unausgegoren und ziemlich fehl am Platz, soll das Spiel doch so storylastig sein. Da kommt eine Arcade-Homage wie Stand-Up Comedy in einem Horror-Survival.

Ich bin zu dieser Präsentation mit recht niedrigen Erwartungen gegangen (wer braucht schon einen Action-Slasher, wenn Bayonetta bald rauskommt?), aber man kann NIER wohl nicht absprechen, dass es ein anderes Spielgefühl haben wird. Meine Euphorie diesem Projekt gegenüber wurde ein wenig angehoben, aber grafisch und spieltechnisch muss es noch ein wenig mehr Überzeugungsarbeit leisten, um wirklich interessant zu werden. Rian

Kommentare

Rian
11. Januar 2011 um 23:56 Uhr (#1)
;_;
Jozu
12. Januar 2011 um 03:45 Uhr (#2)
Tjaaaa
Heilerderwelten
Gast
16. August 2012 um 23:19 Uhr (#3)
Sag mal Rian, wünscht du dir eigentlich nach dem du Nier nun kennst,
dass du Takayuki Kawasaki um Verzeihung anflehen kannst,
um dann wie ein ehrbarer Samurai Seppuku zu begehen? ^^

Ich habe mitlerweile 14 Leute dazu gezwungen sich Nier zu kaufen,
und keiner hats bereut, dass will ich ihnen auch raten *lacht*
Rian
16. August 2012 um 23:55 Uhr (#4)
Ich bin stolz auf dich! Und nein, ich werde kein Seppuki begehen, denn seit es Cavia nicht mehr gibt, habe ich mir geschworen, eine bedauernswerte Existenz bis zu meinem Lebensende zu führen und dann meine Seele für immerwährende Qualen in den Abyss zu stoßen.
heilerderwelten
Gast
17. August 2012 um 22:07 Uhr (#5)
Na... das klingt nach einem ehrbaren Unterfangen,
ich bin stolz auf dich Sir Rian.
Dann schreibe ich mal böse Briefe, an potenzielle nicht Nier Käufer im PSN...
so viele böse Kinder, die zu Weihnachten verprügelt werden müssen.
Gast
19. November 2017 um 00:15 Uhr
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RELEASE
23. April 2010
PLATTFORM
Playstation 3
Plattform
Xbox 360
Plattform

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