PixelJunk Eden

(Artikel)
Rian Voß, 04. Oktober 2009

PixelJunk Eden

Gehüpft wie gesprungen

Ich bin ein Neuling bezüglich der PixelJunk-Spiele. Wahrscheinlich wird es hundert Kommentare geben, dass ich, zum Donnerwetter, PixelJunk Monsters spielen soll (vorausgesetzt innerhalb der nächsten paar Stunden registrieren sich 96 Nutzer - zu viert sind wir ja schon mal!), aber immerhin habe ich mir lang und breit PixelJunk Eden angucken können und auf gewisse Weise bin ich von dem PSN-exklusiven Spiel schon beeindruckt.


Das Ziel eines jeden Levels ist es, blumig-pollige Spectra einzusammeln, indem man als kleines, flohartiges Wesen von Pflanze zu Pflanze hüpft. Diese kleinen Viecher bleiben wie Spiderman an nahezu jeder Oberfläche haften und können mit Leichtigkeit (zumindest am Anfang) durch die meisten Stengel und Stempel hindurchspringen. Wenn man mal nicht weiterkommt, dann muss man immer nach in der Luft schwebenden Ringen Ausschau halten, die sich durch das Einsammeln von herumschwebenden Pollen aufladen und, nach Erreichen maximaler Energie, bei Berührung das Wachstum einer neuen Pflanze veranlassen. Neue Pflanze, neues Klettergerüst. Einen Haken hat die zweidimensionale Suche nach den Spectra jedoch: Es gibt ein Zeitlimit. Um nicht einen Moment vor Berühren des Zielobjekts gerade den chronisch Löffel abzugeben (man kann auch Abstürzen und sterben, aber man spawnt immer wieder neu, solange es Zeit gibt), kann man widerrum andere Pollen einsammeln, die einen wertvolle Sekunden schenken. Zum Einsammeln dieser und jener Pflanzensaat bietet sich dazu noch das Hängen an einem Fädchen an: Sitzt man gerade gemütlich auf einem Stück organischer Materie, dann kann man sich mit einem Seidenfaden abseilen und daran herumschwingen - alle berührten Objekte, ob nun mit dem Tierchen oder dem Faden, gehen dabei automatisch in den Besitz über.


Besonders hervorzuheben ist die Stimmung von PJ Eden: Die häufig monochromen Welten mit ihren verschiedenst schattierten Hintergründen und die sehr rhythmische (zuweilen aber auch Kopfschmerzen erzeugende) Ambience-Musik haben schon etwas Künstlerisches. Dazu gesellt sich auch das allgemeine Spielprinzip: Selbst mit Zeitlimit und Punktezähler scheint das Hauptaugenmerk des Spiels darauf zu liegen, dass sich der Spieler einmal entspannen kann - Zurücklehnen, ein bisschen Herumhüpfen, Zeit verstreichen lassen, genießen. Kontraproduktiv sind da nur ab und zu haarige oder versaute Sprünge, die einen bis zum Fußboden wieder zurückschicken und ein bisschen Frust durch das Nervenzentrum jagen. Spielerveteranen aus der Hochzeit der Plattformspiele wissen, dass es nichts gibt, was dem Beruhigen mehr entgegenwirkt, als ein verkackter Sprung am Ende des Levels, der einen wieder ganz zum Anfang zurückschickt.


Einen besonderen Spaß entwickelt PJ Eden dann noch, wenn man bis zu drei Freunde zusammentrommelt und plötzlich eine kleine Kompanie Flöhe auf dem Bildschirm herumwuselt. Da schlägt das Spiel dann plötzlich vom besinnlichen Pausenfüller plötzlich um zum Partyspiel, wo geflucht wird, wo man sich um jeden Punkt battlet und durch gewiefte Hüpfmanöver - man kann nämlich im Sprung auch an Kollegen andocken und durch an Abspringen diesen leicht in die entgegengesetzte Richtung stoßen - als erster versucht, den Spectra zu erreichen. Dabei muss man aber doch immer mehr oder weniger in dieselbe Richtung eilen, denn wer aus dem Bildschirm rausfällt, stirbt und spawnt - allerdings hat das Programm da immer so seine eigenen Vorstellungen, wer nun der Rausfallende ist und wer nicht. Und natürlich teilen sich alle Spieler dieselbe Zeitanzeige.

PixelJunk Eden gehört auf jeden Fall zu den Spielen, die man als Hüter einer PS3 mit Internetanschluss ins Auge fassen sollte. Wenn ich Geld im PSN-Store ausgeben würde (spiele das Ding immer bei 'nem Freund, den ich schon damit nerve, hrhr), dann würde ich es auf jeden Fall tun! Rian

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27. Juli 2017 um 04:51 Uhr
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