Cave Story

(Artikel)
Rian Voß, 25. Oktober 2008

Cave Story

Underdog-Mainstream

Cave Story oder auch Doukutsu Momogatari ist ja nun schon lange kein Geheimnis mehr und seit einiger Zeit in gewisser Weise ein Symbol für die Indie-Produktion geworden. Umso dringlicher muss ich doch jetzt mal darüber schreiben, vor allem weil das Spiel schon einmal Erwähnung fand. Der kleine, pixelige Roboterjunge mit der rot-weißen Kappe spricht natürlich nicht, trotzdem zieht uns die Geschichte um den Leidensweg der Mimigas in ihren Bann. Und wenn nicht, dann hat man immer noch sehr geiles Gameplay.

Das Setting ist der Klassiker unter den Videospielen und Filmen, quasi das Herz, das sich poetisch immer auf Schmerz reimt, oder der Gärtner, der am Ende immer der Mörder ist: Der Hauptcharakter wacht auf und hat keine Ahnung, wo er ist, wer er ist und (falls er eine philosophische Ader besitzt) warum er ist. Doch all das klärt sich mit der Zeit ja auf dem Weg zum Ende, welches drei mögliche Ausgänge nehmen kann. Viel wichtiger zum Start idz die Erkenntnis: "Ich bin nicht bewaffnet!"
Macht aber nichts. Ein paar Höhlen weiter schläft schließlich rein zufällig ein Waffenschmied-Eremit, dem wir ohne Reue seine Pistole unter dem Hintern wegklauen. So gelangt schon einmal die Polar Star in unsere Hände, die das Fundament unserer Selbstverteidigung bildet und aufgerüstet werden kann; je nachdem, wann wir uns dazu entschließen, diese Waffe gegen eine andere einzutauschen - Wiederspielwert ist so schon garantiert, denn es ist nicht möglich, das Spiel mit allen Waffen im Besitz zu beenden.


Hurra, ich habe Frauen und Kinder gemetzelt! SIEG! ...Moment.
Kümmern wir uns also um unsere ersten Feinde: Verräterische Fledermäuse und böse Blobs! Die krepieren dann auch schon recht schnell vor sich hin, aber rein theoretisch könnte das doch noch schneller gehen. Zum Glück fallen da so geometrische Objekte aus den Feinden raus, die für Temporärupgrades der ausgerüsteten Waffe sorgen - je mehr Dreiecke und Kreise man einsammelt, desto höher levelt die Waffe und desto stärker wird der Angriff. Unser Freund, Polar Star, rüstet so von einem mickrigen, kurzen Blaster-Strählchen zum zweiläufigen Schuss auf und vollendet seine Entwicklung ein paar Sekunden später in einem großkalibrigen Ausstoß. Der Haken ist jedoch: Sobald man getroffen wird, verliert die Waffe auch wieder ihre Level und man muss, je nach Härte des Schadens, wieder neue Dinge aus Aristoteles' Fetischkollektion zusammensuchen. Das ist besonders ärgerlich bei Bossgegnern, die nicht auf Miniaturfeindunterstützung zurückgreifen, welche man im Laufe des Kampfes mal schnell für Level, Energie oder Raketen umblasen kann. Da muss man ja wirklich den Angriffen des Feindes ausweichen! Unerhört!

Allgemein spielt sich Cave Story aber wie ein Castlevania: Man läuft durch ein vertracktes Dungeon-System, tötet viele kleine Gegner, die sich unterschiedlich gut mit der einen oder anderen Waffenalternative töten lassen, fightet ab und zu einen Bossgegner und sammelt Secrets und Goodies (wie etwa Lebenskanister oder zusätzlichen Platz für Raketen) ein. Fähigkeitenupgrades gibt es dann auch ab und zu mal, so darf das Jetpack natürlich nicht fehlen.

Schwierig an Cave Story ist der Schwierigkeitsgrad. Der hat sowas von Megaman: Man muss erst mal bei Bossen in Rekordzeit einige Leben, bis man überhaupt gerafft hat, warum man überhaupt ins Gras zu beißen hatte. Ich muss bei der Gelegenheit ja zugeben, dass ich beim letzten Boss für das "normale" Ende elendig versagt habe. Aber so drei Endgegner hintereinander ohne speichern oder heilen ist auch schon eine ziemlich fiese Sache. Naja, ich habe ja wieder von Vorne angefangen und jetzt mache ich's besser! Wäre doch gelacht, ha-HAH!

Besonders fein gefällt mir übrigens auch die Aufmachung von Cave Story - die Grafik ist minimalistisch und nostalgisch (wird für die kommendem offizielle Wii-Version allerdings ein wenig gepimpt, wenn auch nicht viel) und ich fühle mich da gleich zu Hause. Parallel dazu macht die düdelnde C64-Musik einiges her und wurde nicht umsonst remixt. Dann macht euch mal ran an die Pixel! Rettet die Welt! Rian

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