EndWar

(Artikel)
Rian Voß, 18. Oktober 2008

EndWar

"Einheit 1, fick dich!"

Das Jahr 2020: Das Öl ist alle, Russland rüstet auf, blablabla. Irgendwie sowas. Egal, das ist nicht wichtig, schließlich ist das Taktik-Strategie-Kriegs-Spiel EndWar von Ubisoft Shanghai aus der Feder vom berühmt-berüchtigten Tom Clancy, was bedeutet, dass die Story keine Sau interessiert. Oder erinnert ihr euch an die Rahmenhandlung der Splinter Cell-Teile? "Ja, doch, da war doch dieser Präsident in Georgien und... den musste man töten!" Genau, und mehr musste man auch eigentlich nicht wissen. Hauptsache es gibt ein Feindbild. Russen oder Araber oder so. Clancy-Schmancy!

EndWar zeichnet sich auch genug durch's Gameplay aus und "Krieg ändert sich nie", wie Solid Snake immer so schön sagt. Dafür hat sich endlich mal die Eingabekontrolle für ein Kriegsspiel geändert. Kein reißerischer Egoshooter, keine brutal-schweren Truppenkommandos über das Interface aus der ersten Person und auch kein wildes Herumgeklicke und anstrengendes Micro-Management über pixelgroße Schaltflächen - EndWar steuert sich über Stimmeingabe. Und zwar etwa zu 90%, ein bisschen die Finger bemühen muss man noch, um die Kamera zu drehen oder für den "So, jetzt spreche ich!"-Knopf. Alles andere funktioniert über gesprochene Eingaben nach dem Schema Wer-Was-Wo, welche hilfreicherweise mit einem Dropdown-Menü beim Sprechen aufpoppen. Beispielsweise:

Einheit 1, vorrücken zu Alpha.

oder


Einheit 7, angreifen & sichern, Foxtrott.

oder

Einheit 3, leck mich am Arsch!

Letzteres resultierte zum Beispiel in einem mehr oder minder lustigen Dialog mit der weiblichen Assistenzkraft in meinem Headset:

Stimme: "Wiederholen Sie den Befehl."
Ich: "Was?"
Stimme: "Befehl nicht verstanden!"
Ich: "Halt's Maul!"
Stimme: "Das ist leider nicht möglich, Sir!"

Die Computer lehnen sich noch auf, ich sag's euch. Nun ja, jetzt hat man verständlicherweise Angst, dass die Stimmeingabe nicht funktioniert oder man seine Art zu sprechen fitzelgenau an die Software anpassen muss - in etwa so wie das Schreiben auf dem DS bei Kawashimas Gehirn-Wrestling nicht für jede Klaue geeignet ist. Aber Ubisoft hat sich seine Sprach-Software lizenzieren lassen und das auch mit vollem Recht, denn die Erkennung ist unglaublich gut. Solange man nicht nuschelt wie ein toter Fisch gegen den Wind, versteht das Spiel sogar ganze Sätze ohne Punkt und Komma. Die Software funktioniert sogar besser, wenn man nicht abgehackt spricht.

Natürlich ist es erstmal ein bisschen komisch. Da sitzt der einsame, verlassene Gamer vor der Konsole und redet mit seinem Bildschirm. Aber meh, ich habe schon Merkwürdigeres gemacht. Und es ist nicht so, dass ein Guitar Hero-Spieler nicht alberner wirkte.

An der Demo ist zur Zeit allerdings ein bisschen schade, dass ein paar grundlegende Befehle noch nicht vorhanden sind. Zum einen so etwas Einfaches wie "Alle Einheiten Angriff", zum anderen wäre auch "Verteilen und Angreifen" überaus praktisch, wenn man den Feind eingekesselt hat und zum letzten Schlag ausholen möchte. Stattdessen gehe ich die ganze Reihe durch - "Einheit 1, Angriff Feind 1. Einheit 2, Angriff Feind 1. Einheit 3, Angriff Feind 1." Das kann jetzt an mir liegen, aber ich finde das ein wenig umständlich.

Ich bin trotzdem sehr gespannt auf diesen Titel, welcher bereits Anfang November für die 360 und die PS3 released und dann irgendwann für PSP, DS und PC nachzieht. Ich hoffe, Ubisoft fixt noch ein bisschen an den Kommandos herum, dann wäre ich vollends zufrieden. Auch wenn ich's mir dann wahrscheinlich trotzdem nicht kaufen würde, weil ich bei Echtzeit-Strategie total sucke. Rian

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