Serious Sam 2

(Artikel)
Rian Voß, 13. Oktober 2008

Serious Sam 2

Sam Again!

Erst kürzlich durfte ich dieses wunderbar herzlich dämliche Spiel mit dem Namen Serious Sam 2 entdecken, welches seit Jahren als Teil der einen Egoshooter-Serie gilt, die mit allen vorhandenen Regeln brechen darf.

1. Dämliche Gegner

Britischer General, der mit seiner Kompanie aus 20 Mann einer fünffachen Übermacht entgegensteht: "Hundert von ihren Leuten gegen zwanzig von uns? Jeder unserer Soldaten ist zehn Mal so viel wert wie einer von denen, das ist ja fast schon unfair!"
Während Spiele wie F.E.A.R., FarCry, Halo oder Half-Life erwartungsgemäß immer mit neueren, besseren menschlichen Verhaltensmustern für die Polygon-Feinde aufwarten und selbst Doom 3 seinen Höllenkreaturen eine gewisse Systematik spendiert, so gibt es bei Sam für Gegner nur eine Taktik: Schießen, bis Sam umfällt. Oder auf ihn Loslaufen und ihn hauen. Demzufolge wird man in dem Spiel ständig von einer zahlenmäßigen Übermacht von Monstern entgegengestellt.

2. Dämliches Gameplay

Gleichzeitig stellt sich One-Line-Schläger Sam den Gegnern in genau derselben Weise entgegen: Man ballert, bis eine Waffe leer ist, dann nimmt man die nächstgrößere. Oder die nächstkleinere, wenn man von oben anfängt. Nachladen fällt weg, jedes andere taktische Vorgehen eigentlich auch. Es ist eigentlich ein einziger, riesiger Potenzvergleich: "Meine Power ist größer als deine!"

3. Richtig mieser Humor

Sam: "Rocket Launcher. Ready to rock-et!"

...

4. Triviale Story

Half-Life hat anerkannterweise erstmals einen ordentlichen Atmosphäre-Story-Mix ins Genre gebracht und mit Script-Sequenzen die nervigen Cutscenes abgelöst. Sam schert sich da einen Dreck drum. Die Story, sofern vorhanden (echt mal: Wayne?), wird höchstens in kleinen Videoszenen und von der begleitenden Virtuellen Intelligenz Netri... Natraska... diesem Cortana-Ding halt erzählt.

5. Spawnende Gegner

Generelles Verbot für dieserlei Schockmomente gibt es schon seit Langem, weil es einfach nur kacke ist, wenn einem ständig irgendsoein kleiner Wadenbeisser in den Nacken springt und man das einfach nicht verhindern kann, außer man weiß es. Bei Sam ist sowas jedoch normal. Da bin ich sowas von ständig am rotieren, dass ich manchmal vergesse, in welche Richtung ich jetzt eigentlich laufen wollte.

Doch das alles ist unwichtig!

Ich will ja gar keine tiefgründige Story erforschen, mich an der Genialität der KI laben oder dem ausgefeilten Gameplay huldigen. Manchmal will ich einfach nur einen richtig großen, fiesen Schwabbelklotz mit sehr, sehr vielen Raketen abknallen. Und Sam bietet mir dazu die Gelegenheit und das mit vielen, vielen Freunden im LAN-Co-Op. Oder in einem absolut bizarren Deathmatch, wo man allein durch das Leveldesign und abgefahrenen Waffen (Bombenpapagei, anyone?) irgendwann rofelnd auf dem Boden liegt. Sam kriegt da volle Unterstützung durch meinen hochzeigenden Daumen! Rian

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26. Mai 2017 um 18:41 Uhr
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