Mercenaries 2

(Artikel)
Haris Odobašić, 07. September 2008

Mercenaries 2

In den Hintern geschossen!

Manchen Leuten ist GTA IV einfach nicht genug. Denn ungeachtet der riesigen Freiheit, den wunderbaren Stolperanimationen und der fantastischen Story fehlt dem Spiel doch ein bestimmtes Element: Zerstörung. Und da kommt Mercenaries 2 ins Spiel, denn mit der Möglichkeit so ziemlich alles im Spiel zu zerstören, bietet es eine prima Möglichkeit den Destruktionstrieb des "Es" befriedigen. Scheiß auf's Über-Ich und lass es krachen!

In der Haut eines stereotypen Afroamerikaners, einer stereotypen Asiatin oder des Technoviking landet man in Venezuela, wo irgendein Diktator die Leute unterjocht. Aber das kann euch herzlich egal sein: Für euch zählt nur, im Auftrag von amerikanischen Ölunternehmen, den ansässigen Rebellen und verschiedenen anderen Gruppierungen die Sau rauszulassen.

Nein, die beiden kuscheln jetzt NICHT miteinander.
Und das macht Spaß, ohne Frage. Vor allem, wenn man eigentlich gar nichts zerstören wollte, aber eben - um es mit den Gegner aufzunehmen - sein gesamtes Arsenal benutzen musste, was neben Standardwaffen auch gerne mal eine Atombombe beinhaltet, und dann am Ende mitten in den Ruinen der Innenstadt steht und sich nur noch "Ups..." denken kann.

"Willkommen in Venezuela, dem tropischen Urlaubsparadies für jedermann!"
Doch leider wird dieser Spielspaß stark getrübt von den unzähligen Bugs, die im Spiel als Features integriert sind. Scheinbar hatte EA die Entwickler mal wieder unter zuviel Zeitdruck gesetzt: das Resultat ist ein zufälliger Buggenerator, der beim Starten des Spiels initialisiert wird. Manche Leute haben Glück und in ihrer Version befinden sich keine Bugs, bei anderen Leuten hingegen passieren die merkwürdigsten Dinge. Ein sehr nerviger Bug tauchte bei mir erst auf, nachdem ich das Spiel einige Zeit gespielt hatte. Vorher lief es so ab, dass ich, wenn ich getroffen wurde, meine Energie bis auf 2 HP verlor und der Bildschirm dann für fünf Minuten lang rot pulsierte. Das sorgte für Kopfschmerzen -- und für Unsterblichkeit, denn tiefer als 2 HP konnte ich nicht sinken, egal ob ich in 200 Meter Höhe aus 'nem Hubschrauber ausstieg oder mich von zwei Panzern gleichzeitig bombardieren ließ. Dann starte ich die Konsole neu und schwang mich mal wieder direkt in die Gegnermassen, woraufhin ich innerhalb von wenigen Sekunden starb. Leider gelingt es mir nun bei jedem Spielstart diesen Sterblichkeitsbug zu reproduzieren.

Die Präsentation des Spiels ist leider auch nicht so gelungen. Nehmen wir mal God Hand als Vergleich: Das Spiel hatte ein kleines Budget und einen hohen Trashfaktor -- was von den Entwicklern voll beabsichtigt ist. Bei Mercenaries 2 hat man den Eindruck, wie als wenn die Entwickler verzweifelt versucht haben, das Spiel trashig wirken zu lassen, was aber nicht den gewünschten Effekt erzielt. Vorallem bei der Story, die vollkommen konfus erzählt wird und zuweilen schon selten dämlich ist, fällt das Versagen am Meisten auf.

Dennoch ist Mercenaries 2 ganz witzig, aber eben nur, wenn man großen Spaß daran hat, Sachen in die Luft fliegen zu sehen, Waldbrände zu verursachen oder eine wunderschöne Kettenreaktion auszulösen. Aber auf keinen Fall sollte man es sich für 60 EUR holen -- zumindest solange nicht, bis EA es endlich mal schafft, die Fehler, die das Spiel durchziehen, auszumerzen. Evil

Kommentare

Bisher hat dieser Artikel keine Kommentare. Sei der erste, der einen Kommentar veröffentlicht!
Gast
24. Mai 2017 um 17:46 Uhr
GASTNAME
E-MAIL (nicht öffentlich)
      
SICHERHEITSFRAGE
Mit wie vielen "d" schreibt sich "dailydpad"?
ANTWORT

Themen

Review
Sparte - Wenn es nicht bei drei auf dem Baum ist, testen wir es.

Gefällt dir unser Artikel?

Ähnliche Artikel