Penumbra

(Artikel)
Benjamin Strobel, 10. September 2008

Penumbra

Schwarze Pest

Von Penumbra: Im Halbschatten habe ich ja kürzlich berichtet. Da mich das Spiel so gefesselt hatte, habe ich mir sofort den zweiten Teil zugelegt: Penumbra: Schwarze Pest.

Die Story beider Spiele geht nahtlos ineinander über, doch das Vorwissen aus dem ersten Teil ist nicht zwingend erforderlich. Trotzdem hier nochmal der Stand der Dinge: Nachdem man einen Brief von seinem längst verstorbenen Vater erhalten hat, macht man sich nach dessen Anweisungen nach Grönland auf, um sein Verschwinden und weitere mysteriöse Umstände aufzuklären. Dort angekommen wird man prompt in einer alten Mine verschüttet, in der man fortan so seine Zeit verbringt. Spoiler (markieren für Ansicht): Schlussendlich wird man jedoch von einer unbekannten Macht niedergeschlagen und verschleppt.
Hier setzt Schwarze Pest ein. Man findet sich im Gefägnis einer geheimen Forschungsbasis wieder, die sich noch tiefer unter der Erde verbirgt als die Mine. Doch die Wissenschaftler und Bewohner dieser autarken Einrichtung sind längst tot. Dafür krauchen jetzt andere Geschöpfe durch die verdunkelten Gänge - und die möchte man nicht kennenlernen!

Alles, was Penumbra gut gemacht hat, findet man auch hier - nur noch besser! Die Atmosphäre bei diesem Survival-Horror ist ungeschlagen und toppt nochmal die seines Vorgängers. Der Sound ist noch verstörender und die Geräusche regen dasselbe Unbehagen, das Rian umgehend zu seinem Schmusekissen schicken würde. Die Grafikengine wurde leider kaum aufgewertet und bietet nicht alle heutigen Standards, bringt die nötigen Effekte von Licht und Schatten aber perfekt rüber. Und mal ehrlich: Die meiste Zeit über seid ihr froh, wenn ihr überhaupt was seht.

Fiese Fallen sind an der Tagesordnung. Den klugen Analysen des Hauptcharakters sollte man stets Folge leisten.
Andere Menschen trifft man auch in diesem Spiel niemals. Manchmal hört man sie oder kann mit ihnen über größere Entfernung kommunizieren. Die einzigen Gefährten, denen man hier begegnet begegnet, konnte man vorher schon drei Meilen gegen Wind riechen, weil diejenigen ganz sicher inzwischen tot und vermodert sind. Auch die guten alten Logik- und Physikrätsel sind wieder mit von der Partie! Wer sich im ersten Teil schon reingerätselt hat, wird beim zweiten Teil aber auf keine zu harte Nuss stoßen. Ein mancher Weg wird doppelt gelaufen, für einige Rätsel muss man etwas länger überlegen, aber zu schwer wird es nicht. Höchstens zu... gruselig.

Nur ein Leuchtstab! Waffen gibt es keine.
Ein paar Dinge haben sich auch geändert. So gibt es nun gar keine Waffen mehr. Kein Sprengstoff, keine Spitzhacke, nicht Mal einen rostigen Hammer. Seine Feinde zu erledigen wird so fast unmöglich. Man muss sich also noch viel öfter verstecken und wegrennen. Unbeschwert durch die Gänge hüpfen und Rätsel knacken ist also nicht - hinter jeder Ecke könnte ein feindliches... Vieh lauern, das mit Freuden daran erinnert, dass das hier kein Serious Sam ist.

Ich habe nicht gezählt, doch es scheint mir, dass es weniger Areale gibt, die dafür allerdings größer sind. Insgesamt ist die Schwarze Pest mit rund sieben Stunden Spielzeit wieder sehr kurz geraten. Dafür gibt es viele, viele Minuten Audio-Dialoge mit wirklich guten Synchronstimmen. Nun gut, viele Sprecher gibt es auch nicht, so viel kann ich verraten. Eine wird dem Spieler jedoch im Gedächtnis bleiben: Passenderweise die Stimme im eigenen Kopf, die zu jedem Ereignis den richtigen Kommentar bereithält. Aber was es damit auf sich hat, solltet ihr mal selbst herausfinden. Spielt dieses Spiel! Nex

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24. Mai 2017 um 17:46 Uhr
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