The Evil Within 2 im Test

(Artikel)
Benjamin Strobel, 04. Dezember 2017

The Evil Within 2 im Test

Atmosphärischer Gameplay-Mix

Mit etwas Schande stellte ich fest, dass ich The Evil Within damals nur einen B-Rank gegeben habe. Das Spiel ist mir aber derart gut in Erinnerung geblieben, dass ich heute anders darüber denke. Deshalb habe ich mich sehr gefreut als endlich der Nachfolger ins Haus stand. Wie sich herausstellt, ist The Evil Within 2 in vielen Dingen aber ganz anders als sein Vorgänger.

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The Evil Within 2 ist eine direkte Fortsetzung, die wenige Jahre nach den Geschehnissen des esten Teils ansetzt. Im Kern der Geschichte steht das STEM-System, eine Maschine mit der die Gedanken von Personen in einer virtuellen Welt miteinander verknüpft werden können. Im Grunde ein bisschen wie bei Matrix. Was man im ersten Teil erst langsam aufdeckt, ist in The Evil Within 2 eine bekannte Prämisse. Leider entgruselt dieses Wissen das Horror-Spiel ziemlich stark, weil von vorn herein klar ist, dass das Szenario sich nur "im Kopf" abspielt. Wer sich richtig gruseln möchte, ist mit Resident Evil 7 vermutlich besser beraten. Aber hiergeblieben! The Evil Within 2 überzeugt stattdessen mit dichter Atmosphäre und abwechslungsreichen Mechaniken.

Open World Network
Eine überraschende Veränderung seit dem letzten Teil ist die Levelstruktur des Spiels. Während der erste Teil im wesentlichen lineare Level mit kleinen Freiheitsgraden präsentierte, lässt sich The Evil Within 2 am besten als Open World Network verstehen. Das heißt, es gibt mehrere offene Spielareale, die nicht nahtlos ineinander übergehen, aber miteinander verbunden sind. Entsprechend gibt es neben der Hauptstory auch einige Nebenaufgaben, denen man optional nachgehen kann. Dabei hat mich das Spiel streckenweise an Dead Rising erinnert, welches ebenfalls in einem Zombie-Setting mit kleineren, aber offenen Arealen gearbeitet hat. Dieses Prinzip betont den Survival-Aspekt des Spiels, weil man ständig dazu angehalten ist, die Umgebung nach Ressourcen wie Medikits und Munition zu durchforsten.

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Anders als bei Dead Rising bekommt man es nicht mit großen Horden von (relativ) harmlosen Brot-Zombies zu tun, sondern mit etwas gefährlicheren Einzelgegnern. Kämpft man gegen zwei oder drei Monstern gleichzeitig, ist es oftmals klüger, die Beine in die Hand zu nehmen. Mächtig sind dafür Stealth-Angriffe, mit denen man Feinde unauffällig, mit einem Schlag und ohne Munition besiegen kann.

Die offene Gestaltung sorgt dafür, dass die Bewegung durch die Spielwelt zu einem guten Mix aus Survival und Entdeckung wird. Kleine (Ressourcen) und große Belohnungen (Nebenquests) führen gut durchs Spiel ohne dabei zu stark von der Geschichte abzulenken wie man es bei Open-World-Bollwerken wie Far Cry oder Assassin's Creed erleben kann.

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Abwechslung
Die ausgewogene Mischung aus verschiedenen Mechaniken ist eine große Stärke des Spiels. Einerseits gibt es zahlreiche Waffen, die man taktisch einsetzen muss, da Munition sehr begrenzt ist. Ein umfangreiches Upgrade-System gibt zudem freie Hand dabei, auf welche Waffen und Taktiken man sich spezialisieren möchte. Andererseits wurde das Stealth-Gameplay sehr gut ausgebaut, sodass man nicht nur schleichen und sich verstecken kann, sondern auch verschiedene Möglichkeiten hat, Feinde mit einem Schlag still zu besiegen. Das Skill-System hält neben Stat-Verbesserungen auch einige besondere Fähigkeiten bereit, mit denen man das Repertoire an Handlungsmöglichkeiten noch erweitern kann. So lässt sich beispielsweise die Fähigkeit freischalten, aus der Deckung heraus einen Gegner zu schnappen. Vor allem ist es aber die Abwechslung und der große Handlungsspielraum, die The Evil Within 2 spielerisch so interessant machen.

Weniger Abwechslung findet man leider bei den Schauplätzen. Ein großer Teil des Spiels spielt in den offenen Arealen einer Kleinstadt, dazu gesellt sich ein Untergrund-Gebiet und eine handvoll kleinere Innenlevel. Zwar gibt es ein paar Abschnitte, die das Szenario variieren, dabei kommt The Evil Within 2 allerdings nicht an das reichhaltige Szenario des Vorgängers heran. So bleibt es atmosphärisch zwar sehr dicht, doch leider nicht so abwechslungsreich.

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Fazit
Im Vergleich zum ersten Teil ist The Evil Within 2 spielerisch ein großer Schritt nach vorn. Dabei überzeugt das Spiel vor allem durch Abwechslung und viele Freiheiten. Die Präsentation leidet allerdings etwas darunter, dass es zwar größere, aber viel weniger Schauplätze gibt. Trotzdem stimmt die Atmosphäre, die gemeinsam mit durchdachten Mechaniken ein unterhaltsames Survival-Spiel zaubert. Ben

The Evil Within 2 wurde auf der Xbox One getestet. Ein Testmuster wurde uns von Bethesda zur Verfügung gestellt.

The Evil Within 2

(Ranking)
A
RANK
Reife Leistung. A-Spiele machen alles richtig oder sind nah dran. Kleine Schwächen werden durch Stärken mehr als wett gemacht. Das ist Spieldesign auf hohem Niveau.

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11. Dezember 2017 um 07:04 Uhr
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13. Oktober 2017
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