Angespielt: Outreach

(Artikel)
Rian Voß, 01. September 2017

Angespielt: Outreach

Im Weltall bleibt keine Hose trocken

Ich gebe zu: Outreach hat mich nervlich ganz schön zerrüttet. Das liegt aber nicht an der Story. Versteht mich nicht falsch: Nichts gegen die Story. Man kommt 1986 als Kosmonaut auf eine kleine Raumstation und entdeckt, dass die Crew fehlt. Wie kann das sein? Aber dieses Mysterium hat mich nicht fertig gemacht.


Wer auf Realismus im Weltraum steht, sollte auf jeden Fall einen Blick auf Outreach werfen. Beispielsweise ist die Bewegung schwindelerregend realistisch: Man kann sich nur nach vorne abstoßen. In Räumen darf man immerhin jederzeit stoppen und man kann sich sowohl um die Längs- als auch die Querachse frei drehen. Nachdem ich durch die Module der Station gezoomt bin, von einigen Experimenten Fotos gemacht und ein bisschen Pong auf dem Bordcomputer gespielt habe, wurde mir allein durch die Bewegung schon etwas schlecht. Ähnliches kenne ich eigentlich nur von VR-Brillen, wenn ich einen schlechten Tag habe: weiche Knie, kalter Schweiß und ein flaues Gefühl. Interessierte Spieler sollten einen gestählten Magen haben.

Das gilt vor allem, wenn man genügend Nachrichten gelesen hat und sich nach draußen begibt. Der Eingang des letzten Moduls ist nämlich kaputt und wir vermuten, dass die Crew da eingeschlossen ist. Also klettert unser Kosmonaut locker-flockig an der Außenwand herum. Ohne Netz und doppelten Boden, in der Ferne nur das Nichts. Es gibt zwar an vielen Stellen Griffe und Stangen zum Festhalten - manchmal muss man aber den direkten Weg nehmen. Dann heißt es: zielen, abstoßen und ungebremst durch den Weltraum gleiten.

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Nach fünf Sprüngen fühlt ich mich eigentlich relativ sicher in meinen Fähigkeiten. Während des sechsten Sprungs habe ich auf halben Weg bemerkt, dass ich mich verschätzt habe - ich steuerte geradewegs auf die Bordwand statt den sicheren Griff zu. Ich fing laut am Gamescom-Booth an zu fluchen. Ich bereitete mich gedanklich darauf vor, was passieren wird: Ich werde abprallen, mich unkontrolliert um mich selbst drehen und wenn ich nicht schnell genug die Orientierung wiedererlange, treibe ich geradewegs Richtung Erdatmosphäre. Also gut…

BOMP! Ich fluche noch lauter, versuche im Blick zu behalten, wie ich mich drehe, und hämmere auf die Greifen-Taste. Tatsächlich kriege ich im letzten Moment die Reling zu fassen und atme aus. So was Gruseliges und doch Simples ist mir bisher auch noch nicht passiert. Da ist der erschreckende Moment im Anschluss, in dem das letzte Modul beim Öffnen von der Station abkoppelt und wir in einer kurzen Sequenz zur Station zurückspringen, fast schon langweilig gegen. Fast.

Outreach ist mal ein sehr anderes Adventure und ich bin gespannt, ob die Vollversion die Intensität aufrecht erhalten können wird.

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23. September 2017 um 07:42 Uhr
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