Hakuoki: Kyoto Winds im Test

(Artikel)
Haris Odobašić, 02. August 2017

Hakuoki: Kyoto Winds im Test

Romantik und Spannung im alten Japan

Hakuoki ist ein moderner Klassiker des Otome-Genres. Das Franchise ist nicht nur in Japan sehr erfolgreich, sondern zählte auch zu den ersten Otome überhaupt, die für den westlichen Markt lokalisiert wurden. Kurz vor dem 10-jährigen Jubiläum der Reihe bringt Idea Factory nun eine Neuauflage des Erstlings auf die aktuellen Sony-Konsolen. Doch Hakuoki: Kyoto Winds ist beileibe kein simpler Port.

[box=right]Spiele des "Otome"-Genres sind meist storyfokussierte Liebesgeschichten, die sich an Mädchen oder Frauen richten.[/box]In Hakuoki schlüpft ihr in die Rolle einer jungen Dame, Chizuru Yukimura, zu Zeiten des Tokugawa-Shogunats im späten 19. Jahrhundert. Es war eine Zeit, als Japan, nach Jahrhunderten der Quasi-Isolation, anfing sich zu öffnen und gleichzeitig das politische System mit einem Shogun an der Spitze nach und nach bröckelte. Inmitten dieser turbulenten Periode landet ihr in Kyoto auf der Suche nach eurem Vater, der nun seit längerer Zeit verschollen ist und als begnadeter Arzt gilt.

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In Kyoto angekommen, findet ihr aber nicht etwa euren Vater, sondern vor allem Ärger. Bei einem nächtlichen Spaziergang werdet ihr von einer Horde wild gewordener Kerle überrumpelt, bis eine Gruppe Ronin euch die Haut rettet: die Shinsengumi. Abtrünnige Ronin, die nun im Auftrag des Shogun unterwegs sind. Auch wenn die Truppe euch erst mal lieber links liegen lassen würde, stellt ihr schnell fest, dass man sich gegenseitig nützlich sein kann. Denn auch die Shinsengumi sind auf der Suche nach eurem Vater, der im Verdacht steht, ein vermeintliches Lebenselixir gebraut zu haben, das als Nebenwirkung Leute auch mal wahnsinnig werden lässt.

Wie der grobe Storyanriss schon erahnen lässt, steht bei Hakuoki nicht ausnahmslos die Romantik im Vordergrund. Zwar ist das Spiel ein klares Otome und bietet die üblichen Elemente wie Romantik und Harem, nimmt aber auch das historische Drama ernst und gibt diesem Freiraum. Dadurch habt ihr auch was vom Spiel, selbst wenn euch die zur Auswahl stehenden Jungs nicht unbedingt auf Wolke 7 schießen. Und die Authentizität, die man trotz der Fantasy-Elemente rüberbrachte, ließ mich gerne durch den Plot tänzeln, um ein bisschen vom alten Japan mitzunehmen.

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Im Vergleich zu bisherigen Hakuoki-Releases wurde hier noch mal eine mächtige Schippe Content draufgeklatscht. Mehrere neue Charaktere, die natürlich auch im Romantikaspekt einbezogen sind, sowie eine besser ausgearbeitete Story, belohnen auch die Leute, die beispielsweise bei der PSP-Version vor einigen Jahren zugegriffen haben.

Die Kehrseite der Medaille ist aber, dass man das Spiel aufgesplittet hat. Um die gesamte Story zu erleben, muss man bis Ende dieses Jahr auf den Nachfolger warten.

Hakuoki: Kyoto Winds gefällt mit seinem spannenden Szenario, einer guten Lokalisierung und viel historischem Flair. Allerdings hängt bei so einem Spiel auch viel von den Charakteren ab. Und, im Gegensatz zu anderen Spielen des gleichen Entwicklers, haben mich die Figuren in Hakouki einfach nicht so richtig packen können. Das liegt allerdings eher an mir, als an dem Spiel, da mir einfach der Samurai-Look und die damit etwas einhergehende Gleichförmigkeit nicht wirklich angesprochen hat. Dennoch würde ich Hakuoki jedem Visual-Novel-Fan ans Herz legen. Sowohl Romantik-Aspekte als auch der historische Teil sind gut ausgearbeitet und in einen sehr ansprechenden Storyrahmen verpackt. Zudem gibt es hier wirklich mehr als genug Inhalt, dass man die Zeit, bis der zweite Teil erscheint, welcher die Story komplettiert, gut überbrücken kann.Haris

Hakuoki: Kyoto Winds wurde auf der PS Vita getestet. Ein Testmuster wurde uns von Idea Factory International zur Verfügung gestellt.

Hakuoki: Kyoto Winds

(Ranking)
B
RANK
Anständig. Stärken und Schwächen halten sich die Waage. Positive Überraschungen sind genauso selten wie negative. Unterm Strich muss man seine Spielzeit keinesfalls bereuen.

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19. August 2017 um 22:28 Uhr
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