Mass Effect: Andromeda im Test

(Artikel)
Joshua Peters, 24. April 2017

Mass Effect: Andromeda im Test

Meine Reise in eine neue Galaxie

Hallo DPad, wir haben ja lange nichts mehr voneinander gehört. Aber nun ist ein neues Mass Effect auf den Markt gekommen und da dachte ich mir, ich könnte doch ruhig mal wieder einen Artikel hierlassen. Über entsprechendes neues Mass Effect, versteht sich. Da freut sich der Rian und vielleicht sogar EA. Vielleicht.

Wo fangen wir denn mal an? Am besten bei der Geschichte, denke ich. Mass Effect: Andromeda spielt deutlich nach Mass Effect 3. Mit deutlich meine ich in diesem Fall gut 600 Jahre. Die sogenannte Andromeda-Initiative hat sich nämlich circa im Zeitraum von Mass Effect 1 bis 2 in mehreren "Archen" zusammen mit der Raumstation "Nexus" auf den Weg in eine neue Galaxie begeben. Andromeda halt. Da dort hinzukommen nun mal eine ganze Weile dauert, haben sich sämtliche Besatzungsmitgleider für die Dauer der Reise ins Unbekannte in einen Staseschlaf begeben. Und warum das Ganze? Laut Beobachtungen soll es in der Andromeda-Galaxie einen ganzen Haufen "Goldener Welten" geben. Also wunderschöne, bewohnbare Planeten für die eifrigen Siedler. Worauf noch warten? Alle an Bord und los geht's. Was soll in den rund 600 Jahren, die man schlafend in einem hochgradig bewohnbaren System durchs All saust schon passieren?


Total unerwartet passiert ganz schön viel! Erst mal kracht die Arche der Menschen, genannt "Hyperion", in ein nicht zu erklärendes, rankenähnliches Phänomen, welches nahezu das gesamte System durchzieht. Passenderweise "Geißel" benannt. Das stand so nicht im Protokoll. Alec Ryder, seines Zeichens Pathfinder der Menschen und Vater der Protagonisten-Zwillinge, macht gleich erst mal ein Team klar, welches dem ganzen Mist auf den Grund gehen soll. Denn sie sind nicht nur in diese olle Geißel geknallt und haben Schaden erlitten, sondern dort, wo die neue Heimat der Menschen sein sollte, ist stattdessen nur ein unwirtlicher Scheißplanet.

Von da an nimmt alles irgendwie seinen Lauf. Vaddern stirbt, man wird Pathfinder, es gibt komische Terraforming-Technologie, böse Aliens machen einem das Leben schwer, freundlich gesinnte Aliens wollen erst mal, dass man ihr Vertrauen gewinnt, und dann sind überall noch diese Reliktmaschinen, die sich mit einem anlegen. Ach ja, außerdem sind alle goldenen Welten mehr oder weniger unbewohnbar, die Führungsriege der Initiative hat die Reise nicht überlebt, die Nexus hat nach einem Jahr vergeblichen Wartens nicht mehr an die Archen geglaubt und es kam zu einer Art Bürgerkrieg auf der Station. Herzlich Willkommen in Andromeda.

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Und nun ist es an Ryder, das Ganze irgendwie wieder in Ordnung zu bringen. Die Planeten bewohnbar machen und Außenposten errichten, die "Kett", wie sich die bösen Aliens nennen in Schach halten, und rausfinden, was es mit der Geißel auf sich hat. Politik betreiben und die Relikte erforschen, um alles möglichst komfortabel terraformen zu können. Es wird einem als Pathfinder also sicher niemals langweilig.

Die Andromeda-Galaxie erkunden wir mit unserem hochmodernen Raumschiff "Tempest" und dessen Team. Zu den beiden Startmitgliedern der Party, Cora und Liam, stoßen dann später noch Vetra, Peebee, Drack und Jaal. Am Ende haben wir also nur ein Team von sechs Leuten, aber das ist überhaupt nicht schlimm, da diese einem dafür umso mehr ans Herz wachsen. Außer Cora. Vielleicht geht das aber auch nur mir so.

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Ich erzähle aber auch noch mal ein bisschen was zu allen. Cora und Liam sind zwei Menschen. Cora ist eine überdurchschnittlich begabte Biotikerin und Liam ein Soldat mit Hang zum Filmkonsum. Vetra ist eine Turianerin von der Nexus, die in der Milchstraße so eine Mischung aus Schmugglerin und Söldnerin war. Peebee ist eine Asari-Forscherin, die keine zwei Minuten still halten kann. Drack ist ein uralter Kroganer, der sich seine Rüstung mit Kett-Knochen dekoriert und eigentlich nur noch mal was Neues sehen (und töten) wollte, bevor er stirbt. Zu guter Letzt Jaal. Jaal ist ein Angarianer - das ist die neue Rasse, auf die man trifft. Er ist irgendwie unfreiwillig Soldat im Widerstand der Angarianer, welche gegen die Kett kämpfen. Aber seine Hauptaufgabe ist eigentlich, sympathisch zu sein. Natürlich hat die Tempest aber auch noch Zivilbesatzung. Die menschliche, religiöse Forscherin Suvi, den salarianischen Piloten Kallo, den menschlichen Techniker und Pokerstar Gil und die Asari-Ärztin Lexi. Alles in allem sind die "Bewohner" der Tempest schon ein liebenswert-chaotischer Haufen. Außer Cora.

Von der Tempest aus können wir uns also in die Andromeda-Galaxie stürzen. Hier erwartet uns dann die bekannte Sternenkarte, auf der man nach und nach die Planeten besuchen, scannen oder einfach nur betrachten kann. Und es gibt zu jedem Planeten einen Text, den man sich durchlesen kann. Habe ich gemacht. Wenn euch aber nur das Wissen um einen Planeten als Belohnung für das Abfliegen der Galaxie nicht reichen sollten, so kann ich euch trösten - eine Menge gescannter Planeten werfen Ressourcen, welche man zum Forschen oder Bauen von Ausrüstung nutzen kann, oder einfach Erfahrung ab. Einig wenige Planeten lassen sich dann aber auch so richtig bereisen, mit einer großen Weltkarte und Quests und so. Hier lassen sich dann auch die Kolonien der Initiative gründen.

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Bevor wir landen, bestimmen wir dann, welche zwei Kameraden wir mitnehmen und welchen Feuerwaffen und Rüstungen wir anhaben. Das lässt sich dann auf dem Planeten nur noch an ganz bestimmten Orten ändern. Manchmal gar nicht. Vom sonstigen Gameplay ist viel klassisches Mass Effect geblieben. Man verkriecht sich hinter Deckung und schießt auf die bösen Buben oder malträtiert sie mit seinen der Klasse entsprechenden Skills, die man natürlich auch aufleven und spezialisieren kann.

Neu ist, dass man jetzt als Ryder aus allen Trees (Biotik, Kampf und Tech) beliebig viel skillen kann und nicht mehr auf das beschränkt ist, was man sich am Anfang ausgesucht hat. Dazu kommen dann die Profile von SAM, der KI in Ryders Kopf, die man vom Vater geerbt hat. Je nachdem, wie viele Skillpunkte man in welchen Baum gesteckt hat, schaltet man verschiedene Profile frei, die bestimmte Spielstile unterstützen. Das ist ein System, das mir ganz gut gefallen hat. In meinem Durchgang hatte ich einen reinen Techniker und wurde dann von SAM mit einem Profil unterstützt, welches all meine Skills noch mal ein weniger effektiver gemacht hat. Des Weiteren neu ist, dass man jetzt wie ein Flummi mit seinem Jetpack durch die Gegend hüpfen und dashen kann.

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Als ich das das erste mal sah, hatte ich ein wenig Angst. Parallelen zu Dragon Age: Inquisition taten sich in meinem Kopf auf. Leider sollte ich Recht behalten. Ich lande auf dem ersten frei begehbaren Planeten und es fühlt sich sofort nach Inquisition an: Große Gebiete mit viel zu viel unwichtigem Kram neben der Hauptquest zu tun und man muss immer wieder zurückkommen, weil dann doch noch mal etwas in dem Gebiet freigeschaltet wurde. Und so dümpelte ich Ewigkeiten auf einem Planeten herum, bevor ich dann mal wieder etwas Sinnvolles oder Spaßiges tat. Dann kam der nächste Planet und ich dümpelte wieder. Der erste Planet hatte dann plötzlich wieder neue Sachen für mich zu tun.

Langsam begann ich die Lust zu verlieren, das Spiel überhaupt noch zu spielen, bis ich mir dann irgendwann dachte: "Keiner zwingt dich, den ganzen Scheiß zu machen. Spiele doch einfach die Story und die paar Nebenquests, auf die du einfach Lust hast." Das habe ich dann genau so gemacht, und es war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte. Denn die Geschichte des Spiels ist wirklich spannend und fesselnd. Das lässt sich einfach besser genießen, wenn man sich nicht durch die vielen wirklich langweiligen "Quests" ("Scanne 16 Pflanzen, bitte.") ablenken lässt. Danach habe ich den Controller dann auch nicht mehr aus der Hand legen können und einfach nur noch gesuchtet.

Also, wie ist meine abschließende Meinung zu Mass Effect: Andromeda? Ich weiß ja, dass ihr schon auf das "A" am Ende geluschert habt, aber ich kann ja trotzdem noch mal zusammenfassen, wie ich das Spiel so empfunden habe. Andromeda hat vieles, was man von Mass Effect kennt und erwartet. Man kann seinen Charakter erstellen, es gibt Dialogoptionen, man kann mit Aliens ins Bett hüpfen. Es wird geballert und "rumgezaubert", Entscheidungen haben Auswirkungen (wenn auch keine großen), und man kann auf der Tempest ganz viel mit seinem Team reden und zusammenwachsen. Zudem ist die Geschichte mal wieder richtig gut. (Wichtig!) Aber das Spiel hat halt auch einen ganzen Haufen "Aufgaben", die es nicht gebraucht hätte. Ich hätte niemals geglaubt, dass ich mich mal über zu viel Umfang beschweren würde. Aber wenn es sich einfach nur aufgebläht anfühlt, statt wirklich gefüllt, dann wird es schnell frustrierend, sich damit zu beschäftigen. Aber ist ja zum Glück alles optional.

Mass Effect: Andromeda wurde auf der Xbox One getestet. Ein Testmuster wurde uns von EA zur Verfügung gestellt.

Mass Effect: Andromeda

(Ranking)
A
RANK
Reife Leistung. A-Spiele machen alles richtig oder sind nah dran. Kleine Schwächen werden durch Stärken mehr als wett gemacht. Das ist Spieldesign auf hohem Niveau.

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26. Juni 2017 um 12:34 Uhr
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