Shovel Knight: Specter of Torment

(Artikel)
Torsten Ingendoh, 05. April 2017

Shovel Knight: Specter of Torment

Der Untod am Anfang

Mein Herz schlägt immer noch für Retro. Richtig gutes Pixelart mit heißem Chiptune-Sound, das bereitet mir Freude. Genau in diese Bresche schlug 2014 das Indie-Jump'n'Run Shovel Knight, ein geniales Spiel im NES-Stil, das viele Elemente klassischer 8-Bit-Games vermischte und etwas Einzigartiges dabei schuf. Damit hätten sich Yacht Club Games zufrieden geben können, taten es aber nicht. Ende 2015 erweiterten sie das Spiel um eine neue Kampagne mit Plague of Shadows, einer alternativen Story rund um Plague Knight. Diesmal haben sie sich Specter Knight in dem Prequel Specter of Torment vorgenommen.

Die Enchantress stellt Specter Knight vor eine eigentlich einfache Aufgabe: Finde acht Ritter, die für mich kämpfen, und ich erlöse dich von deinem Untod. Mit diesem Ziel vor Augen zieht der Ritter mit der Sichel los, um sich durch die bekannten Level zu kloppen. Mit leichten Veränderungen. Wie schon in Plague of Shadows sind zwar die Locations und die Bosse dieselben, doch das Leveldesign hat sich hier teilweise drastisch verändert. Hauptgrund ist der andere Kampf- und Bewegungsstil von Specter Knight. Der Untote kann für kurze Zeit bestimmte Wände hinauflaufen und von ihnen abspringen. Außerdem kann er mit seiner Sichel im Sprung durch Gegner hindurch schneiden und sich so weiter fortbewegen. Und darauf baut die Kampagne auf. Vielerorts muss man sogar Wandsprünge mit Sichelschlägen verbinden, um weiterzukommen. In manchen Levels gibt es auch Schienen, auf denen man Sonic-Adventure-mäßig grinden kann. Einzig das Zerstören von Erdhaufen hat er mit Shovel Knight gemeinsam. Eine neue Herausforderung für Spieler - glücklicherweise steuert sich das Ganze nicht so fummelig wie bei Plague Knight.

SpecterOfTorment1

Für Specter of Torment wurde die Weltkarte abgeschafft. Stattdessen kehrt man nach jedem Level zum Tower of Fate zurück. Dort kann man das gesammelte Geld ausgeben, um neue Rüstungen mit Spezialfähigkeiten zu kaufen. Mein Favorit ist die Grind-Mail, mit der man bei einer Landung auch auf normalem Boden grinden kann. Kommt man sehr schnell voran damit. Items mit Spezialfähigkeiten heißen diesmal Curios und sind im Tausch gegen rote Schädel zu bekommen, von denen man bis zu zehn pro Level findet. Der Händler gibt einem diese Curios aber nicht einfach so, sondern bringt euch dorthin, wo es gelagert wird. Da muss man dann ein Minidungeon nur mit diesem Curio schaffen und dann gehört es euch. Sehr coole Methode euch dessen Benutzung beizubringen. Im letzten Raum steht ein Teleporter, welcher euch in jedes Level bringt. Ja, jedes Level, abgesehen von den letzten beiden, sind von Anfang an betretbar. Ganz wie in Mega Man liegt es an euch, in welcher Reihenfolge ihr sie erledigen wollt.

Unterbrochen wird dieses Schema immer wieder von kleinen Erinnerungssequenzen, in denen man erfährt, wie aus dem Dieb Donovan der nun bekannte Specter Knight wurde und warum er den Deal mit der Enchantress eingegangen ist. Ich muss es Yacht Club Games echt lassen: ich konnte mich nicht vor den ein oder anderen Feels retten. Auch das tragische Ende hat mich berührt, obwohl ja eigentlich von Anfang an klar war, dass Specter Knight seine Menschlichkeit nicht zurückerlangen wird, er ist ja schließlich ein Boss in der Hauptkampagne. Und bevor ihr fragt: Nein, wenn man gegen Specter Knight in der normalen Kampagne kämpft, wird seine Geschichte mit keinem Wort erwähnt.

SpecterOfTorment2

Shovel Knight bietet jetzt erst recht das ultimative Retro-Action-Paket für Fans von 8-Bit Jump'n'Runs. Auch wenn vieles aus dem Hauptspiel wiederverwendet wird, so gelingt des den Machern mit Specter of Torment ein frisches Spielerlebnis zu zaubern. Durch den anderen Spielstil von Specter Knight muss man auch viele Gegner anders angehen als bisher. Auch der Ton ist ganz anders, das gilt im besonderen für die Musik, welche aus düsteren Remixen der alten Liedern besteht. Ich bin jetzt erst mal dabei, die Kampagne im New Game+ durchzuspielen. Dabei wurden Mana und Lebensenergie zusammengefügt, was nochmal eine komplett neue Herausforderung darstellt. Specter of Torment war bis heute Switch Exklusiv und ist nun auch auf allen anderen Platformen erhältlich.

Shovel Knight: Specter of Torment wurde auf der Nintendo Switch getestet. Für den Test hat sich der Redakteur das Spiel selbst gekauft.

Shovel Knight: Specter of Torment

(Ranking)
A
RANK
Reife Leistung. A-Spiele machen alles richtig oder sind nah dran. Kleine Schwächen werden durch Stärken mehr als wett gemacht. Das ist Spieldesign auf hohem Niveau.

Kommentare

Rian
05. April 2017 um 20:31 Uhr (#1)
Habe Shovel Knight immer noch nicht ganz durchgespielt, durrrrr. Irgendwann.
Ben
07. April 2017 um 10:23 Uhr (#2)
Ich habe Shovel Knight gerade auf der Switch angefangen und bin ziemlich begeistert. Bin aber noch beim Original. Bis Specter of Torment dran kommt, dauert es noch etwas.
Gast
21. November 2017 um 16:38 Uhr
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