Fast RMX im Test

(Artikel)
Benjamin Strobel, 22. März 2017

Fast RMX im Test

Lightspeed in der Hosentasche

Seit 2003 hat Nintendo den Fans kein neues F-Zero mehr gebracht (abgesehen von diesem Japan-exklusiven GBA-Titel). Aufschrei! Wütendes Toben! Fantränen! Aber keine Sorge, das deutsche Studio Shin'en kümmert sich bereits darum. Seit 2011 haben die Münchener dem Vakuum mit der Fast-Reihe einen Pfropfen aufgesetzt. Und das ist nicht nur toll, weil Pfropfen ein so schönes Wort ist.

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Fast Racing Neo (Wii U) wurde exklusiv für die Nintendo Switch als Fast RMX neu aufgelegt. Wie in der Vorlage F-Zero rasen futuristische Gleiter mit wahnsinnigen Geschwindigkeiten um die Wette. Es kommt vor allem auf gute Reflexe an, wenn die visuell aufwändigen Strecken in einem bunten Neon-Feuerwerk über den Bildschirm rauschen.

Fast RMX ist im Grunde ein Port - aber einer, der sich sehen lassen kann. Enthalten ist nicht nur der ursprüngliche Content plus DLC, sondern auch sechs weitere Strecken und neue Spielmodi. Mit 30 Strecken hat sich der Content fast verdoppelt. Beeindruckend ist das Spiel aber auch aus technischer Sicht: Fast RMX läuft mit 60 fps und in 1080p, auch wenn man zu viert im Splitscreen spielt. Online und im LAN können sogar acht Spieler gegeneinander antreten. Zusätzlich unterstützt das Spiel als eines der ersten die HD-Rumble-Funktion der Switch. Das funktioniert im Handheld-Modus ebenso wie mit dem Pro-Controller und einzelnen Joy-Cons. So könnt ihr out of the box schon zu zweit Spielen - ihr braucht nicht mal einen TV. Zum Beispiel bin ich mit einem Kollegen ein paar Rennen im Zug gefahren. Sehr cool!

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Fun Fact: Das ganze Spiel ist nicht größer als 900 MB. Es wäre also technisch denkbar, das komplette Spiel in den RAM der Switch zu laden und dort zu halten. Die Ladezeiten sind so kurz, dass man sie kaum bemerkt, sodass die visuelle Qualität von Fast RMX umso beeindruckender ist. Das gilt für den TV-Modus mit 60 Bildern pro Sekunde, aber umso mehr noch für den Handheld-Modus. John Linneman von Eurogamer nannte Fast RMX treffend "das wohl schönste Handheld-Spiel, das je erschienen ist". Einem so schnellen Spiel kommt es sehr zugute, dass es schnell und flüssig läuft, da haben Shin'en wirklich astreine Arbeit geleistet.

Spielerisch ist Fast RMX fast identisch mit F-Zero. Aber nur fast! (Hihi, fast.) Eine deutliche Änderung zur Vorlage ist, dass es keine Lebensenergie gibt. Gerät man an gefährliche Orte (Abgründe, Hindernisse, Laserstrahlen...), zerlegt es den Gleiter sofort. Dafür können andere Fahrzeuge euch nicht mit gezielten Attacken zerstören. Boostet man durch andere Gleiter oder landet auf ihnen, verlangsamt sie das allerdings für kurze Zeit.

So ist Fast RMX weniger auf Chaos und Zerstörung ausgelegt und mehr auf geschickte Navigation über die Strecken. Allerdings gibt es noch eine andere Mechanik: Die Boostfelder auf dem Boden kommen in zwei Farben, gelb und blau. Um sie zu nutzen, müsst ihr per Knopfdruck auf die richtige Farbe wechseln. Schaltet ihr nicht schnell genug, bremst euch die falsche Farbe sogar aus. Natürlich wirft euch das Spiel gern mal Passagen entgegen, in denen die Boostfarben schnell wechseln - dann müsst ihr schauen, ob ihr geschickt genug seid, alle mitzunehmen oder ob ihr sicher - dafür ohne Boost - drumherum fahrt.

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Die 30 Strecken des Spiels müssen erst freigeschaltet werden, aber das lohnt sich. Jeder Cup besteht aus drei Strecken und die Auswahl ist extrem abwechslungsreich. Es gibt verregnete Dschungel, heiße Wüsten und regelrechte Achterbahnen, die euch über Kopf durch Röhren jagen. Neben Boost- und Sprungfeldern gibt es auch viele Fallen, die euch das Leben schwer machen. Windräder drehen sich gefährlich auf euch zu oder Kisten werden über die Strecke transportiert. Wasser kann euch ausbremsen und große Ventilatoren pusten euch von der Strecke, wenn ihr nicht heftig gegensteuert. Auf jeder Strecke warten neue Gimmicks, die sie interessant machen.

Fast RMX kommt mir deutlich leichter vor als die letzten F-Zero-Spiele, die ich gespielt habe. Das liegt zum Teil an der fehlenden Lebensenergie, aber auch daran, dass man anfänglich nur Zugriff auf die geringste Geschwindigkeitsklasse hat. Erst wenn man diese durchgespielt hat, darf man die nächst höhere spielen, die das Tempo noch mal deutlich anzieht. Wer zudem eine größere Herausforderung sucht, die noch näher am Original ist, kann den neuen Hero Mode ausprobieren. Hier ist eure Boostenergie auch gleichzeitig eure Lebensenergie, ganz wie früher. Leider ist dieser Spielmodus nicht im Multiplayer verfügbar.

Zuletzt etwas Kritik: Ein guter Fahrstil wird leider nicht immer belohnt. Wenn ihr zu gut seid, schummelt das Spiel durch so genanntes rubber banding. Das heißt, es schickt computergesteuerte Gegner schneller wieder zu euch nach vorn als eigentlich möglich wäre. Das fällt die meiste Zeit nicht auf, aber wenn man es mitbekommt, ist es frustrierend. Hier hätte etwas weniger Nähe zu F-Zero gut getan.

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Fulcon, huh? Fast RMX ist voller Verweise auf das Original.

Fast RMX ist eine würdige Nachfolge für F-Zero und ein technisches Meisterwerk auf der Nintendo Switch. Es gibt zahlreiche Rennstrecken, die mit großer Abwechslung überzeugen und viele Multiplayer-Optionen halten das Spiel lange frisch. Fast RMX ist nicht nur ein herausragender Launchtitel, sondern auch ein Spiel, zu dem man oft zurückkehren kann. Bereits zum Launchpreis von 20 Euro ein Schnapper. Ben

Fast RMX wurde auf der Switch getestet. Ein Testmuster wurde uns von Shin'en zur Verfügung gestellt.

Fast RMX

(Ranking)
A
RANK
Reife Leistung. A-Spiele machen alles richtig oder sind nah dran. Kleine Schwächen werden durch Stärken mehr als wett gemacht. Das ist Spieldesign auf hohem Niveau.

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24. April 2017 um 07:27 Uhr
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RELEASE
03. März 2017
PLATTFORM
Nintendo Switch
Plattform - Hybrid aus Konsole und Handheld. Unter dem Codenamen Nintendo NX angekündigt, soll Nintendo Switch im März 2017 erscheinen.

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