Die Stämme

(Artikel)
Adrian Knapik, 25. Februar 2017

Die Stämme

Es lässt mich nicht los... Seit 8 Jahren!

Ich hätte nie gedacht, dass ich das sage, aber ein einfaches Browserspiel ist ausgerechnet der Punkt, an dem ich seit knapp einem Jahrzehnt immer wieder schwach werde. Immer wieder kehre ich trotz kleiner Pausen zurück. Und immer wieder habe ich so verdammt viel Spaß, dass ich mich sogar dazu hinreißen lasse, Geld für Premium-Gegenstände auszugeben. Aber wieso lässt mich ein 14 Jahre altes Browserspiel nicht mehr los?

Die Stämme ist ein Browserspiel, in dem jeder Spieler sein kleines Dorf aufbauen muss. Damit noch ein bisschen Action in die ganze Sache reinkommt, müsst ihr Krieg gegen andere Spieler führen und ihre Dörfer übernehmen. Nur so könnt ihr wachsen, um euch noch größeren Spielern zu stellen. Aber das Spiel würde nicht "Die Stämme" heißen, wenn ihr nicht auch einem Stamm beitreten könntet. Wer es schafft, die stärkste aller Allianzen zu werden, übernimmt die Welt – ganz einfach.

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Dabei müsst ihr vor allem drei Fähigkeiten drauf haben: Planungs-, Zeit-, und Kommunikationsmanagement. Wenn ihr es schafft, diese drei Aspekte perfekt miteinander zu kombinieren, stehen eure Chancen schon mal gar nicht so schlecht. Denn jede Aktion, die ihr ausführt, braucht Zeit. Baut ihr ein Gebäude in eurem Dorf eine Stufe weiter aus, braucht es beispielsweise eine Stunde, bis es fertig ist. Schickt ihr eure Truppen zum Nachbardorf, brauchen sie 20 Minuten für den Hinweg und noch mal die gleiche Zeit für den Rückweg. Wollt ihr Truppen rekrutieren, braucht jede Einheit, je nach Ausbaustufe der Kaserne, eine bestimmte Ausbildungszeit. Damit ihr in euren Ausbauphasen nicht hoffnungslos vom Feind überrannt werdet, müsst ihr euch verbünden. Ob persönlich als kleine Allianz oder im großen Stile innerhalb eines Stammes – ohne gemeinsame Kriegsführung läuft hier gar nichts.

Während in den ersten Stunden von dieser Komplexität noch kaum was zu erahnen ist, müsst ihr gerade im Late-Game ständig auf Zack sein. Trotz der langen Wartezeiten beim Bauen und Rekrutieren habt ihr immer was zu tun. Das Aufgabenfeld verlagert sich mit der Zeit nämlich immer weiter vom Aufbau zur Einheitenkoordinierung – gerade innerhalb eines Stammes. Da man sich meistens im Krieg mit anderen Stämmen befindet, ist es eigentlich unerlässlich, mehrmals in der Stunde reinzuschauen, ob neue Angriffe koordiniert werden, oder ob ein Mitspieler im Stamm angegriffen wird und dringend dort Verteidigung gesammelt werden muss.

In den Stämmen braucht es natürlich auch Zuständigkeiten und Hierarchien. Ein guter Stamm benötigt einen starken Anführer, einen ausdrucksstarken Diplomaten, einen aufmerksamen Kriegsminister und einen sauberen Forumsminister. Für neue Spieler, Einladungen und Bewerbungen kann auch ein Einladungsminister ernannt werden, der sich um Mitgliederangelegenheiten kümmert. Wenn ein solch aktiver Stamm erst mal erbaut ist, zieht euch das einfach unglaublich rein.

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Wenn ihr dann die ersten gegnerischen Dörfer erobert habt, müsst ihr natürlich auch darauf achten, dass sie euch unter dem desaströsen Kriegszustand nicht direkt wieder unter der Nase weggeschnappt werden. Dafür müsst ihr schnell die Infrastruktur aufbauen und mit euren letzten Truppen aus dem Krieg eine möglichst große Verteidungswand bauen. Habe ich schon erwähnt, dass "Die Stämme" viel Zeit frisst? Spätestens, wenn es in diese Phase übergeht, hängt ihr nur noch vor diesem Spiel.

Aber genauso schnell, wie ihr andere Dörfer übernehmen könnt, besteht die Gefahr, dass ihr Opfer eines gut koordinierten Angriffes werdet. Und wenn ihr Pech habt, könnt ihr schneller von der Landkarte gefegt werden, als euch lieb ist. Da schaut ihr mal wenige Stunden mal nicht auf euer Dorf, loggt euch dann wieder ein und plötzlich liegt alles in Schutt und Asche. Oder noch besser: ihr wurdet schon besiegt und eine unglaublich wutentfesselnde Text-Box begrüßt euch nach dem Log-In.

Über die Jahre wurden auch fleißig Funktionen wie der Paladin, die Kirche oder das Flaggensystem eingebaut und etabliert. Das Besondere: wenn euch eine bestimmte Änderung nicht sonderlich gut gefällt, könnt ihr euch einfach auf einer Welt registrieren, auf der ohne dieses Feature gespielt wird. Denn jeder Server hat eigene Regeln. Dabei unterscheiden sie sich häufig auch in Grundfunktionen wie einer generell beschleunigten Spielzeit oder abgeschalteten Einheiten. Ich spiele aktuell zum Beispiel auf einem Server, auf dem die Einheit Bogenschütze deaktiviert ist. Somit fehlt eine mächtige Defensiv-Einheit komplett, wodurch die Spieler deutlich mehr in den Angriff gezwungen werden.

Ihr seht, Die Stämme bietet unglaublich viele Facetten und frisst verdammt viel Zeit. Und auch, wenn das Interface mittlerweile deutlich in die Jahre gekommen ist, solltet ihr diesem Browserspiel mal eine Chance geben. Denn hier kann man sich in einem Spiel verlieren, das noch nicht wie der Großteil aller mobilen Spiele heute auf Pay2Win setzt. Ich werde sowieso solange spielen, bis der letzte Server vom Netz genommen wird. Adrian

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22. August 2017 um 13:08 Uhr
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