NES Classic Mini im Test

(Artikel)
Torsten Ingendoh, 29. November 2016

NES Classic Mini im Test

30 Klassiker in einer Minikonsole

Nostalgie ist ein sehr starkes Gefühl. Indie-Entwickler erkannten dies, als sie Spiele im 8-Bit-Retro-Look entwickelten. Und Nintendo hat es auch erkannt, weswegen es ein großes Angebot an alten Spielen in ihrer Virtual Console zu kaufen gibt. Der nächste logische Schritt ist da natürlich eine Mini-Konsole herauszubringen, die euch ohne große Umschweife 30 NES-Klassiker bietet.

Und das ist irgendwie auch alles, was ihr über das NES Classic Mini wissen müsst. Einfach per Mini USB an den Strom anschließen und das HDMI-Kabel in einen Fernseher reinstecken. Beide Kabel sind im Lieferumfang enthalten. Ebenso ein NES-Controller, den man übrigens auch an eine Wiimote und damit auch an Wii oder Wii U anschließen kann. Ebenso kann man auch einen Classic Controller Pro an die NES Mini anstöpseln. Man muss also nicht noch einen zweiten NES-Controller für Multiplayer kaufen. Das hat auch den Vorteil, dass man per Home Taste zurück ins Menü kommt und nicht die Resettaste auf der Konsole drücken muss, welche übrigens nicht die Konsole neustartet.

Die 30 Spiele sind eine Menge und bilden einen interessanten Querschnitt durch die Videospielgeschichte der 8-Bit-Konsole. Klassiker wie Super Mario Bros, Pac-Man und Final Fantasy sind darunter zu finden. Macht euch aber nichts vor, niemand von euch wird alle 30 Spiele intensivst spielen, denn bei vielen Titeln war der Zahn der Zeit nicht sonderlich gnädig. Spiele wie Balloon Fight und Excitebike haben sicher ihren Platz in der Videospielgeschichte verdient, werden heutzutage aber wohl niemanden lange an den Bildschirm fesseln können.

Dafür wird das Ganze ausgeglichen durch einige Klassiker, die heute immer noch Spaß machen. Die Mario-Spiele, Mega Man 2 und beide Zelda-Teile sind durchaus was für längere Spielsessions. Auch wenn ich Zelda 2 nicht leiden kann. Für den Preis (ursprünglich 70 Euro) ist es völlig okay, dass einige der Spiele nicht so prickelnd sind. Wer nicht alleine spielen will, der findet auch eine gute Auswahl an Zweispieler-Titeln. Wobei viele von ihnen NES-klassisch eher in die Kategorie "abwechselnd zocken" einzuordnen sind. Wie sich die Spiele auf der NES Mini spielen, das könnt ihr in meinem kleinen Let's Play sehen.


Nintendo bietet uns hier mehr als eine einfache Emulationskonsole, aber auch nicht so viel mehr. Wenn man die Konsole startet, bekommt man sofort die Auswahl aller 30 Spiele vorgelegt. Die Konsole merkt sich übrigens, welches Spiel ihr zuletzt gespielt habt, und legt den Cursor darauf. Für die Darstellung der Spiele bekommt man drei Optionen zur Auswahl: Standard 4:3, Originalauflösung oder mit einem CRT-Filter, wodurch alles fast so aussieht wie auf einem alten Röhrenfernseher. Ich bevorzuge die 4:3 Darstellung. Es gibt auch eine Sprachauswahl, diese beeinflusst aber lediglich die Sprache des Systemmenüs. Die Spiele selbst sind alle auf Englisch, auch diejenigen, von denen es eine deutsche Version gab.

Alle 30 Spiele laufen übrigens mit 60 Hz und nicht in 50 Hz, wie es damals ja in Europa war. Die berüchtigten PAL-Balken und den PAL-Slowdown wird man hier nicht erleben. Um das zu erreichen, hat Nintendo allerdings tief in die Schummelkiste gegriffen: Es wurden ausschließlich die amerikanischen NTSC-Roms verwendet anstatt die PAL-Roms auf 60 Hz anzupassen. Das ist aber kein großes Problem, da bis auf die beiden Zelda-Titel keines der Spiele damals eine deutsche Version bekommen hat. Und es führt dazu, dass man Super C oder Ninja Gaiden und nicht Super Probotector oder Shadow Warriors vorgesetzt bekommt. Bekanntermaßen wurde die Contra-Serie für den europäischen Markt abgeändert und sämtliche Menschen wurden aus den Spielen entfernt. Bei einem Spiel hatte Nintendo sowieso keine Wahl. Final Fantasy ist nie für das NES in Europa erschienen.

SizeCompDer Größenvergleich zum Original

Die Emulation der alten Spiele ist originalgetreu. Absolut alles läuft so, wie man es von früher gewohnt ist. Das heißt auch, dass jeder Bug, jeder Glitch und jeder Trick von damals genauso funktioniert. Und ja, ich fürchte, dass auch das berüchtigte Passwort für Metroid, welches die Konsole zerstören kann, funktionieren dürfte. Ich werde es nicht ausprobieren.

Zu einer Emulation gehören auch Savestates. Im Gegensatz zu den Virtual-Console-Versionen bietet Nintendo hier sogar ganze vier Saveslots dafür. Man muss aber keinen dieser Saveslots verwenden, wenn das Spiel selbst Speicherstände hatte. Diese werden vom NES Mini automatisch gespeichert. Wobei natürlich das Laden eines älteren Savestates dazu führt, dass neuere Speicherstände überschrieben werden.

Das NES Classic Mini bietet alles, was es verspricht. Eine kleine Konsole, vollgepackt mit Nostalgie von Nintendo. Die Verarbeitung ist spitze, vor allem der NES-Controller fühlt sich genauso an wie das Original. Und es ist durchaus ein besonderes Gefühl, mal wieder eines dieser alten Spiele mit einem authentischen Controller zu spielen. Wenn ihr Retrospiele mögt, oder einfach mal die alte Zeit der Videospiele erleben möchtet, ohne auf eBay nach alten Konsolen zu suchen, für den ist das NES Classic Mini genau richtig. Sofern ihr es zu einem vernünftigen Preis auftreiben könnt.

Kommentare

Vivi
30. November 2016 um 20:31 Uhr (#1)
Wieso hab ich nicht erwartet, dass die NES MINI so WINZIG ist?!
blackmaniac
30. November 2016 um 20:37 Uhr (#2)
Wenn du 4 NES Controller in einer 2x2 Anordnung stapelst, dann hast du etwa die Größe des NES Mini erreicht
Gast
22. Oktober 2017 um 02:58 Uhr
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