Hands-On & Interview: Gwent

(Artikel)
Torsten Ingendoh, 28. August 2016

Hands-On & Interview: Gwent

Gwentlich als Stand-Alone

Ich liebe Witcher 3 und ich liebe Gwent. Das Kartenspiel im Spiel überzeugte mich mit seiner einfachen Idee, die aber viele Strategien ermöglichte. Und das sehe nicht nur ich so, viele andere Spieler haben Gefallen daran gefunden. So sehr, dass sie alle nach einer Standalone-Version fragten. Wer den DLC in den Sammeleditionen gekauft hat, der kann bereits das Original gegen seine Freunde spielen. CD Projekt RED erfüllt uns nun aber auch den Wunsch, das Gefechte am PC online gegeneinander auszutragen. Aber um das zu tun, musste sich vieles ändern. Ich durfte es auf der Gamescom ausprobieren.

Bonus: Interview mit Brad Auty, Animator bei CD Projekt Red

Gwent in Witcher 3 ist unfair. Das ist nun mal so, kein Wenn und Aber. Ausbalanciert ist definitiv etwas anderes. Das musste es aber auch nicht sein, war es doch darauf ausgelegt, dass man es alleine gegen eine CPU spielt. Kaum eine Karte verdeutlichte dies besser als die Spione. Schenke einem Gegner eine Kampfeinheit und ziehe dafür zwei Karten. Diese zwei Karten waren immer mächtiger als das, was der Gegner durch den Spion erhalten hat. Das machte vor allem das Nördliche-Königreiche-Deck äußert stark, da man mit etwas Glück eine Menge Spione gezogen hatte, mit denen man seinen Gegner überrannte. Einer der Gründe, warum Gwent - The Witcher Card Game von Grund auf neu balanciert wurde.

1_deck_builder

Das Grundprinzip blieb natürlich erhalten. Gespielt werden maximal drei Runden. Man legt nach und nach Einheiten auf das Spielfeld, aufgeteilt in drei Reihen: Nahkampf, Fernkampf und Belagerungsmaschinen. Wer am Ende der Runde die stärkste Armee hat, gewinnt. Also einfach die stärksten Einheiten ins Deck rein tun, richtig? Falsch. Gwent ist ein Spiel, in dem es genauso wichtig ist zu bluffen, anzutäuschen und zu erahnen, was der Gegner vor hat. Und ein Spiel, in dem sich mit einer Karte das ganze Blatt wenden kann. Und die Veränderungen, die CD Projekt RED durchgeführt hat, unterstreichen das noch mehr. Die oben erwähnten Spione haben jetzt etwa mehr Angriffspunkte und man zieht zwar zwei Karten vom Deck, kann aber nur eine auf die Hand nehmen. Und der Witz daran ist, dass man nur eine von beiden Karten sieht. Wem die gezeigte Karte nicht gefällt, der riskiert eine viel schlechtere zu bekommen.

Weitere Änderungen betreffen bestimmte Kreaturen, die durch Wetterkarten nicht geschwächt, sondern gestärkt werden, dafür aber an dieses Wetter gebunden sind. Wird die Wetterkarte entfernt, dann ist die Kreatur auch weg. Im Monster-Deck gibt es sogar Kreaturen, die vom Friedhof auf das Schlachtfeld zurückkehren können, wenn eine Wetterkarte gespielt wird, an dessen Wetter sie gebunden sind. Heldenkarten wurden auch überarbeitet und es gibt nun auch ein Heldenlimit für Decks. Helden lassen sich weiterhin weder buffen noch debuffen, viele Heldenkarten haben zudem noch eine weitere Fähigkeit zu den hohen Angriffspunkte. So hat mein Gegner mal einen Geralt gespielt, der Igni beherrschte. Igni fackelte daraufhin meine Monsterarmee ab, weil alle meine Nahkämpfer dem Karteneffekt erlagen. Somit wendete sich das Blatt und aus meinen scheinbar klaren Sieg wurde eine vernichtende Niederlage.

2_gameplay

Als besonderes Schmankerl wurde dann auch ein Single-Player für Gwent angekündigt. Dieser ist komplett vom Multiplayer abgekoppelt. Mehrere Kampagnen soll es geben und für jede wurden zehn Stunden Gameplay versprochen. In diesen Kampagnen werden neue Geschichten von Geralt erzählt und die Decks hängen davon ab, wer in dieser Geschichte vorkommt. Es gibt auch eine Weltkarte, auf der man sich bewegt und immer mal wieder kann man Dinge abseits des Pfades entdecken. Auf diesen Pfaden wird man öfter mal vor eine Wahl gestellt, deren Auswirkungen nicht immer offensichtlich ist. Entweder bekommt man eine neue Karte für sein Deck, weil man ein Artefakt oder einen neuen Kumpanen gefunden hat, man kann aber genauso gut auch eine Karte verlieren, weil ein Kumpan stirbt, oder weil unsere Entscheidung ihn verärgert hat. Eine sehr geile Idee und der einzige Teil von Gwent, bei dem man zwingend Geld ausgeben muss, denn jede Kampagne muss gekauft werden. Das Hauptspiel ist Free-To-Play mit der Option für echtes Geld Booster-Packs zu kaufen.

Ich freu mich riesig auf Gwent. Noch zwei Monate, dann beginnt die closed beta und dann kann ich der ganzen Welt zeigen, wer hier der Meister der Karten ist. Die Änderungen am Spiel machen durchaus Sinn und sorgen für weitaus spannendere Duelle als man sie in Witcher 3 jemals haben konnte. Auch Trash-Karten wird es keine geben - Adieu, ihr einfachen Soldaten mit einem Angriffspunkt und keiner Spezialfähigkeit. Jede Karte kann nützlich sein. Fans von virtuellen Kartenspielen sollten ein Auge drauf werfen.

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17. Oktober 2017 um 11:25 Uhr
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