Vorschau: Nacon GC-400ES

(Artikel)
Benjamin Strobel, 21. August 2016

Vorschau: Nacon GC-400ES

Nacon verspricht uns League of Legends mit Gamepad

Irgendwo in einem kleinen Kämmerlein der Nacon-Entwicklungsabteilung hatte jemand einen überraschenden Einfall: Wäre es nicht super, wenn man League of Legends mit Controller spielen könnte? In meinem Kopf: Stille. Bis zu dieser Gamescom hätte ich darauf geschworen, dass der eSports-Bereich am PC an Maus und Tastatur festhält als hinge sein Leben davon ab. Nacon möchte mich eines Besseren belehren.

Der Nacon GC-400ES trägt auch den Beinamen "Alpha Pad" und richtet sich an den eSports-Bereich und PC-Spielerinnen und Spieler, die es etwas ernster meinen – dafür spricht auch das Preisschild von rund 100 Euro. Auf der Gamescom konnte ich mir das Pad genauer ansehen.

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Das Herzstück des Nacon GC-400ES: Der rechte Stick.

Die Idee
Die Besonderheit des Alpha Pads ist die volle Programmierbarkeit. Mit der mitgelieferten Software darf man Tasten nicht nur frei belegen, sondern auch die Maus auf Sticks und Tasten mappen. Anschließend kann man bis zu vier Profile auf dem internen Speicher des Controllers hinterlegen. So lässt sich beinahe jedes PC-Spiel mit dem Pad spielen, selbst wenn es keinen offiziellen Controller-Support gibt. Um als Mausersatz brauchbar zu sein, besitzt das Alpha Pad einen besonderen rechten Stick mit einem erhöhten Neigungswinkel von 46°, der sich beim ersten Testen tatsächlich sehr präzise anfühlte.

Wozu der ganze Aufwand? Damit wir endlich League of Legends mit Controller spielen können! Okay, natürlich nicht nur LoL, Heroes of the Storm geht auch. Oder Starcraft 2. Oder Counterstrike. Aber auch ältere Spiele, die noch nie einen Controller unterstützen, wären da mit spielbar.

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Die mitgelieferte Software erlaubt freie Konfiguration der Tasten.

Das Design
Ich glaube, die Entwicklerinnen und Entwickler von Nacon lieben schlichtweg den Xbox-Controller. Schon der letztjährige Budget-Controller GC-100XF hat sich unbestreitbar eng am Xbox-360-Controller orientiert. Das Alpha Pad fühlt sich entsprechend an wie Microsofts Elite Controller. Neben dem klassischen Layout finden sich auf der Unterseite vier zusätzliche Tasten. Es sind keine abnehmbaren Pedale wie beim Elite Controller, aber gut platzierte Buttons. Deutlich schlechter erreichbar als beim Original sind dagegen die RB-/LB-Tasten. Der Xbox-One-Controller ist darauf ausgelegt, dass man sie problemlos mit dem zweiten Fingerglied drücken kann, ohne die Finger vom Trigger zunehmen – das funktioniert bei Nacons Alpha Pad leider nicht. Man kann die Schulterbuttons wirklich nur erreichen, indem man die Fingerspitzen benutzt. Ansonsten fühlt sich der Controller wirklich gut an. Er ist sehr leicht, aber wer drauf steht, kann ihn mit Gewichten noch beschweren.

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Vier zusätzliche Tasten an der Unterseite.

Ersteindruck
Der Controller wirkt hochwertig, aber das darf man für einen angepeilten Preis von 100 Euro auch erwarten. Da es ein reiner PC-Controller ist, wäre er übrigens kein Ersatz für den Elite Controller auf der Xbox One. Zweifel habe ich an der Idee, das Pad für den eSports-Bereich zu vermarkten, da ein Controller auf den ersten Blick keinen kompetitiven Vorteil zu versprechen scheint. Oder sehen wir nächstes Jahr den ersten MOBA-Champion mit Controller? Ich bin aber gespannt, ob Nacons Pad eine ernsthafte Alternative wird. Ben

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22. Oktober 2017 um 02:58 Uhr
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