Angespielt: The Surge

(Artikel)
Rian Voß, 20. August 2016

Angespielt: The Surge

Der Mann mit den Gabelstaplerfäusten

Wir haben richtig Glück! In dieser instabilen Zeit, in der Klimakatastrophen die Welt zerstört haben und die Wirtschaft komplett kollabiert ist, gibt uns Creo einen Job. Wir werden für die anstrengende Arbeit in ein kräftiges Exoskelett gesteckt, bekommen eine große Axt und dann... geht etwas schief. Wir wachen in einem Industriegelände auf, die Baumaschinen sind durchgedreht und auch unsere exoskelettbewerten Mitarbeiter schreien wie Tiere und wollen uns mit Schweißbrennern und anderen Werkzeugen an die exponierten Eingeweide.


The Surge ist ein knallhartes Action-Rollenspiel mit einem Kampfsystem, das keine Fehler verzeiht. Ich konnte selbst Hand anlegen und lag trotz meiner Erfahrung mit ähnlichen Spielen sehr oft in meinem eigenen Blut.

Statt, wie üblich, zwischen leichten und schweren Attacken zu unterscheiden, kennt The Surge nur horizontale und vertikale Angriffe. Das ist auch sinnvoll - Schwinger an den blanken Kopf lassen Gegner zwar eher zur Seite stoßen und man kann gut Folgeschläge ansetzen (solange die Stamina reicht). Allerdings sind die hohen, senkrechten Angriffe gegen kleine, fliegende Drohnen wesentlich zielsicherer. Ein vierbeiniger Minibossroboter hatte außerdem seinen Schwachpunkt im Zyklopenauge. Seitliche Angriffe stoßen eher gegen die gepanzerten Beine, ein Überkopfschlag hat dagegen freie Bahn.

TheSurge-01

Eine Eigenheit von The Surge ist, dass man einzelne Körperteile seiner Feinde anvisieren kann. Schlauerweise würde man natürlich immer eine weiche Stelle aufs Korn nehmen. Angriffe auf gepanzerte Teile können sich aber auch lohnen. Je mehr Schaden man etwa einem Körperteil zufügt, desto höher die Chance, dass man diesen mit einem Finisher vom Rest entfernt. So kommt man an seltene Craftingmaterialien und Baupläne. Insgesamt ist das System clever, denn so muss man sich beim ersten Durchstiefeln eines Wegs mit einzelnen Gegnern harte Kämpfe um Loot bieten. Wenn man aber stirbt und das Gebiet wiederholen muss, aber schon alles von Wert hat, kann man auf die Schwachpunkte gehen und einen Gegner mit wenigen Hieben vernichten.

Ein Problem ist derzeit nur das Anvisieren selbst. Das klappt noch nicht so genau und einfach, wie es sein sollte. Mit einem Knopfdruck soll man Gliedmaße zwar einrasten können, aber das hat in der Demo einfach nicht funktioniert. Immerhin war ich nicht der einzig Dumme: unser Präsentator hat auch ständig auf die falschen Teile gekloppt.

TheSurge-02

Aus den erbeuteten Materialien kann man seinen Charakter aufwerten. Hier lassen sich die Basisfähigkeiten verbessern, passive Fähigkeiten ausrüsten (etwa eine komboabhängige Heilung) und neue Ausrüstung schmieden. So bin ich auch an DIE GABELSTAPLERFÄUSTE gekommen! Jedes Teil, das man sich ans Exoskelett klebt, ist im Spiel sichtbar.

Abgesehen von den kleinen Lock-On-Problemen läuft das Kampfsystem enorm flüssig und fühlt sich gut an. Schon die wenigen vorgestellten Gegnertypen waren anspruchsvoll und gefährlich - die Angriffe und wie sich ankündigen muss erst mal gelernt sein. Eine besondere Schwierigkeit ist das Fehlen jeglicher Invincibility Frames. Wenn meine ausfahrbare Hightech-Brechstange mit einem feindlichen Modell Kontakt hat, dann macht es auch DONG und er kommt ins Straucheln.

Andersherum geben Dodges, abgesehen von der schnellen Positionsänderung, keine Sicherheit. Wenn ich erst kurz vor dem Treffer zur Seite schnelle, könnte mein Arm immer noch getroffen werden. Das macht Kämpfe sehr taktisch und vorsichtig, bis sie dann brutal explodieren und ich dem Gegner nach einem dummen Fehler meine Klauen solange pausenlos in die Schädeldecke ramme, bis er nicht mehr aufsteht.

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Die Demo endete mit einem Bossfight gegen einen riesigen Wächterroboter. Dem konnte ich trotz ununterbrochener Angriffe gegen seine Roboterbeine keinem Schaden zufügen. Allerdings füllte sich seine zusätzliche Gefahrenanalyse-Leiste. Ist die voll, startet er einen Raketenregen. Die lassen sich aber auch gegen den Boss einsetzen, der daraufhin zusammenbricht. Endlich sind seine zwei Schwachpunkte in Reichweite! Also draufhämmern und gewinnen.

Es soll für Bosse auch immer versteckte, schwierigere Siegesstrategien geben, die dann aber mehr Belohnungen ergeben.

The Surge gehört für mich zu den vielversprechendsten Titeln der Gamescom. Es ist schnell, brutal, sieht gut aus und steuert sich fantastisch. Nur die Sache mit dem Anvisieren sollte sich Deck 13 noch mal in Ruhe durch den Kopf gehen lassen. The Surge ist für Frühjahr 2017 für Xbox One, PS4 und PC geplant.

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28. Juni 2017 um 00:37 Uhr
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