Miitomo

(Artikel)
Torsten Ingendoh, 06. April 2016

Miitomo

Nintendos erste App

Es bricht ein neues Zeitalter bei Nintendo an. Und zwar das Smartphone-Zeitalter. Nach langem Warten hat Nintendo nun mit Miitomo endlich seine erste Smartphone-App herausgebracht. Seit dem 17. März dürfen sich bereits die Japaner damit vergnügen und am 31. war es dann für uns hier im Westen soweit. Miitomo ist Free-to-Play, unterstützt aber In-App-Käufe. Und was ist Miitomo eigentlich, was kann man damit machen und wofür würde man Geld bezahlen? Ich habe es mir mal angeschaut.

Miitomo ist in erster Linie eine Social-App. Alles dreht sich um euren Mii und die Miis eurer Freunde. Ihr könnt dabei einen komplett neuen Mii erstellen oder den Mii von eurem Nintend-Account oder eurer Nintendo Network ID übernehmen. Wie auf der Wii U und dem 3DS kann man entweder ganz frei Hand seinen Mii basteln oder ein Foto schießen, um daraus den Mii zu kreieren. Ist der Mii erstellt, kommt der wichtigste Teil: euer Outfit. Hose, Hemd, Hut, Socken, Schuhe. Die Auswahl ist anfangs nicht sonderlich groß, sie lässt sich aber erweitern. Dazu später mehr. Zu guter Letzt stellt man noch mit einigen Reglern ein, was für Charaktereigenschaften euer Mii besitzt und wie die Stimme eures Miis klingen soll, denn die App beherrscht Text-to-Speak – was sehr lustig ist, wenn man englischsprachige Freunde hat und deren Antworten mit deutscher Phonetik ausgesprochen werden. Dann nur noch Freunde per Facebook und Twitter hinzufügen und schon kann es losgehen.

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Ja, und was macht man in Miitomo? Fragen beantworten. Zumindest momentan. Euer Mii wird in seiner kleinen Wohnung ziellos im Kreis laufen, bis ihr ihn antippt und er euch somit eine Frage stellt. So will er wissen, was ihr letztens Spannendes erlebt habt oder was eure Leibspeise ist. Diese Antworten können dann eure Freunde lesen, liken und kommentieren. Ihr könnt aber auch einfach einen eurer Freunde besuchen und euch deren Fragen stellen. Antworten auf persönliche Fragen, wie "Was magst du an mir am liebsten?", bleiben dabei unter euch. Jede dieser Aktionen belohnt euch mit Miitomo-Münzen und mit diesen könnt ihr dann im Shop euren Kleiderschrank erweitern. Von einfachen Hemden bis hin zu Baguette-Kostümen ist alles dabei. Wer zu wenige Münzen hat, kann sich für echtes Geld neue kaufen.

Eine weitere Möglichkeit, an Klamotten zu kommen, ist das Minispiel "Mii über Kopf". Das funktioniert wie die in Japan beliebten Pachinko-Maschinen. Gegen eine Gebühr von 500 Münzen oder einem Spielschein lasst ihr einen eurer Mii-Freunde fallen und dieser prallt dann an allerlei Hindernissen ab, um am Ende hoffentlich bei einem Kleidungsstück zu landen. Als Trostpreis gibt es Süßigkeiten, die aber auch ihren Nutzen haben. Ihr braucht diese, um die Antworten eurer Freunde lesen zu können. Man verliert also nichts. Pro Tag bekommt man noch eine Belohnung für einen Log-In und euer Mii schießt ebenfalls pro Tag ein Foto, welches ihr auch im Social Media posten könnt.

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Tja, und das ist irgendwie schon alles. Miitomo ist nicht sonderlich tiefgründig. Man kriegt Fragen gestellt und man antwortet darauf. Die Reaktionen der Miis sind dabei sehr beschränkt. Wer auf die Frage "Ist dir neulich etwas Lustiges passiert?" mit "Nein" antwortet, der wird ein unpassendes "Boah, dir passieren echt die tollsten Sachen" zurückbekommen. Nein, ich glaube nicht, dass die Miis zu Sarkasmus in der Lage sind. Das Internet hat übrigens auch bereits eine gute Verwendung für die Mii-Foto funktion gefunden, um seine Miis in lustige Bilder einzufügen oder damit gar Memes zu erschaffen. Für die Aktionen kriegt man zwar noch Beliebtheits- und Stylepunkte, mit denen man im Beliebtheits- und Stylelevel steigt, was das aber im Genauen bewirkt, das ist mir nicht so ganz klar.

Wer jetzt denkt, dass sich Miitomo nicht lohnt, der sollte eine Sache im Hinterkopf behalten: Man kann mit dieser App MyNintendo-Platin-Punkte sammeln. Wer an dem ganzen sozialen Aspekt nicht interessiert ist, der sollte die App zumindest wegen den Punkten nicht verschmähen. Einige der Punkte-Missionen kann man sogar täglich wiederholen. Ich muss gestehen, dass ist für mich auch der einzige Grund, warum ich Miitomo noch benutze. So lustig die Antworten auch sind, man kann auf seinem Smartphone Spannenderes tun. Ich hoffe aber, dass die App in Zukunft von Nintendo noch weiter ausgebaut wird. Vor allem mehr Spiele als nur eine Pachinko-Variante wären nett.

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20. September 2017 um 09:36 Uhr
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