Hyperdimension Neptunia The Animation

(Artikel)
Haris Odobašić, 02. August 2015

Hyperdimension Neptunia The Animation

Nep-Nep in Animeform, kann das gut gehen?

Es ist ja kein Geheimnis, dass ich seit letztem Jahr wohl eine neue Lieblings-Videospielserie habe. Auch wenn die Neptunia-Titel im Bereich Spieldesign nur solides Mittelfeld spielen, konnte ich mich dem Charme der leichtherzigen Story und der unzähligen Videospiel-Referenzen einfach nicht entziehen. Daher wenig verwunderlich, dass ich mich genötigt gefühlt habe, auch mal in den Anime zum Spiel hereinzuschauen: Neptunia The Animation!

Setting und Plot sind dabei direkt an die Spiele angelehnt, ohne diese direkt zu kopieren. Also haben wir wieder die Gamindustri-Welt, in der die vier großen Nationen, allesamt Konsolenherstellern nachempfunden, und ihre Göttinnen, die CPUs, im ewigen Wettkampf stehen, wer denn die meisten Shares sammeln kann im Konsolenkrieg. Denn diese Shares sind gleichbedeutend mit Macht, welche die CPUs wiederum brauchen, um sich beispielsweise verwandeln zu können.

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Neptune, namensgebende Hauptheldin und Sega-Repräsentantin, ist dabei ein hyperaktives Energiebündel ohne jeglichen Sinn für Verantwortung, die ständig nach Wegen sucht, jeglicher Arbeit zu entkommen, um die Zeit mit Videospielen und Pudding zu verbringen. Langsam verstehe ich, wieso ich mich so gut in sie hineinversetzen kann.
Noire ist Sony und Tsundere vom Dienst, was sie zu einem prädestinierten Mobbingopfer für Neptune macht. Blanc hingegen soll Nintendo darstellen und ist eigentlich kühl kalkulierend ohne besondere emotionale Regung, doch dahinter steckt ein Hitzkopf mit dem Mundwerk eines Seemanns, wenn man sie denn nur genug provoziert. Komplettiert wird das Göttinnen-Quartett durch Vert, Xbox-Personifikation, die gerade im oberen Körperdrittel ähnlich viel Platz wegnimmt, wie die erste Konsole aus dem Hause Microsoft. Ansonsten ist sie vor allem dafür bekannt, MMOs zu spielen und ihren Fetisch für kleine Schwestern an Nepgear, Neptunes kleiner Schwester, auszulassen.

Gerade haben die vier Göttinnen einen aufwändigen Friedenspakt unterzeichnet, der den Streit um die Shares zumindest auf eine pazifistischere Ebene verlegt - als schon Arfoire zuschlägt, die übliche Serienantagonistin, und die Göttinnen in einem Feld einsperrt, das ihnen nach und nach die Shares entzieht. Es gilt also für die kleinen Geschwister – Nepgear, Noires Schwester Uni sowie Rom und Ram, die kleinen Zwillingsschwestern von Blanc – ihr das Handwerk zu legen.

Dies ist der erste Arc, welcher offensichtlich am zweiten Neptunia-Spiel angelehnt ist, während der zweite Arc sich an Elementen aus dem Plot des dritten Spiels der Reihe bedient – die ich jetzt nicht verrate, weil es zu stark in Spoiler-Territorium gehen würde. Das ist an sich schon etwas problematisch, ist Neptunia The Animation doch nur 13 Episoden stark und hat außerdem gut ein halbes Dutzend an Hauptcharakteren zu bieten.

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Entsprechend ist das Tempo des Anime mehr als flott. Natürlich ist die Neptunia-Reihe eher für ihren Humor sowie die ganzen Meta-Referenzen auf die Videospielindustrie bekannt. Doch gerade diese Elemente sind dominant und rücken sich stark in den Vordergrund, was entsprechend der sowieso schon marginalisierten Handlung auch die restliche Luft zum Atmen nimmt. Im Resultat ist der Anime entsprechend inkohärent: es gibt viele Gags und viele echte Lacher, doch dem roten Pfaden zu folgen kann für Kopfschmerzen sorgen.

Auch Charakterentwicklung oder Ähnliches findet man nur sehr begrenzt. Ein relativ signifikanter Subplot ist zum Beispiel, dass die Schwestern der CPUs ebenfalls lernen, sich zu verwandeln, um ihre Geschwister zu retten. Was im entsprechenden Spiel durchaus mehrere Stunden Spielzeit in Anspruch nahm, wird hier in knapp einer Episode abgefrühstückt. Eine wirkliche Bindung kann man so nicht aufbauen.

Als Fan war für mich der Neptunia-Anime trotz seiner doch etwas längeren Liste an Schwächen unheimlich unterhaltsam und ich durfte viel Lachen. Andererseits: wenn ich die Fanbrille abnehme und mir vorstelle, das Teil geschaut zu haben ohne diese Predisposition, könnte ich durchaus verstehen, wieso man den Anime für absoluten Mist hält. Alleine schon, wie schlecht die Story erzählt wird, macht den Anime für Neulinge beinahe unschaubar und weil, neben den Gags die auf Meta-Referenzen zur echten Videospielindustrie basieren, vieles vom Humor auf den Beziehungen der Charaktere untereinander aufbaut, ist man auch hier schlechter gestellt ohne die nötige Vorerfahrung. Also wer auf der Jagd nach Lachern und leichtem Fanservice ist, wird hier nicht unbedingt glücklich werden, da sind andere Animes zu Spielen wie Senran Kagura definitiv die bessere Anlaufstelle. Bleiben also nur die absoluten Neptunia-Fans, die aber gerne reinschauen dürfen - für einen mäßigen Anime, der aber eben doch noch irgendwie der Serie treu bleibt. Haris

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20. September 2017 um 09:39 Uhr
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