America's Army: Proving Grounds Beta

(Artikel)
Torsten Ingendoh, 06. Januar 2015

America's Army: Proving Grounds Beta

Antreten zum Gefecht, Soldat!

Egoshooter und das Militär. Na, das passt doch, oder? Dachte sich die amerikanische Armee auch und brachte uns mit America's Army (2002) und dem Update auf Version 2.0 (2003) einen kostenlosen und erstaunlich guten Taktik-Shooter, der gleichzeitig als Werbung für die Armee diente. Als die Unreal Engine 2 dann aber nach und nach ihrem Alter nachgeben musste, wurde mit America's Army 3 auf Basis der Unreal Engine 3 ein Nachfolger herausgebracht. Das Ergebnis war eher durchwachsen, viele Dinge wurden eher verschlimmbessert und der holprige Launch half auch nicht. Doch die Amis geben nicht auf und bieten momentan mit America's Army: Proving Grounds eine neue Version an, die sich seit gut einem Jahr in der offenen Beta befindet. Als Fan des Originals konnte ich mir nicht helfen und stürzte mich ins Gefecht. Zeit für einen kleinen Kampfbericht.

America's Army hatte damals das tolle Feature, dass man sich für den Onlinemodus erst mal qualifizieren musste. Dazu war es nötig ein paar Trainingseinheiten zu absolvieren. Allem voran der unheimlich frustrierende Schießstand, der so manch einen in den Wahnsinn trieb. Zehn von zwanzig Zielen zu treffen war nicht leicht. Ich weiß bis heute nicht, wie ich die 16 Treffer geschafft habe, die man brauchte, um überhaupt als Sniper spielen zu dürfen. Heute ist das zwar nicht mehr notwendig, ich empfehle dennoch den Trainingskurs zu absolvieren, damit man einen Eindruck bekommt, wie das Spiel und die Steuerung funktionieren. Dann ist man bereit sich in die spannenden Teamgefechte zu stürzen.

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Wie schon in den früheren Teilen kämpft hier quasi Army versus Army, nur dass man sich selbst immer als Amerikaner sieht und die gegnerische Mannschaft bekommt einen feindlichen Anstrich. Vier Soldatentypen stehen zur Auswahl: Rifleman ist der klassische Soldat mit Sturmgewehr oder Schrotflinte. Autorifleman darf mit Maschinengewehr losziehen, Designated Marksman hat auf seinem Gewehr ein Zielfernrohr mit vierfacher Vergrößerung und der Sniper bekommt das Scharfschützengewehr. Die Anzahl der Klassen pro Spiel ist gedeckelt - so darf es nur zwei Autoriflemen, zwei Designated Marksmen und einen Sniper geben. Lediglich der Rifleman ist unbegrenzt. Ausnahme: Der Host hat es in den Servereinstellungen geändert, aber die meisten halten sich an diese Standardvorgabe.

Gefechte erstrecken sich über fünf Minuten und je nach Karte gilt es entweder eine Flagge ins Ziel zu tragen bzw. das zu verhindern, drei Konsolen zu bedienen bzw. das zu verhindern oder alle Kontrollpunkte auf der Karte zu besetzen. Wer stirbt, liegt eine Weile leblos rum, bis einen entweder ein Teamkollege wieder aufhebt oder man von einem Feind gesichert wird. Stirbt man nach einer Wiederbelebung erneut, oder erleidet einen Kopfschuss, dann ist man aber wirklich tot. Das System gefällt mir sehr, zwingt es einen zu mehr Teamarbeit, aber auch dazu besiegte Feinde nicht außer Acht zu lassen. America's Army 3 benutzte dasselbe System, aber Gott sei dank muss man sich in Proving Grounds nicht mehr merken, welche Wunde man wie verarzten muss. Neu ist, dass man jetzt bei Treffern bis zu einem gewissen Punkt Lebensenergie verblutet. In einem ruhigen Moment sollte man sich daher kurz verbinden, um nicht weiter Gesundheit zu verlieren.

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Bedachtes Vorgehen ist wohl das Wichtigste in diesem Spiel. Wer blind vorstürmt, liegt schnell im Dreck und Schießen aus der Hüfte ist eher was für panische Momente. Hier ist Zielen angesagt. Ein paar gute Schüsse und man ist siegreich. Fürchtet euch vor allem vor den Scharfschützen - ein Treffer in den Kopf oder Torso und man ist Geschichte. Die Schauplätze gehören zu jeweils einer von zwei optischen Stilrichtungen: Echter Konflikt oder Trainingsgelände. Den Klassiker Bridge gibt es sogar in beiden Ausführungen. Spielerisch macht das keinen Unterschied, ist aber nett anzuschauen. Vom Leveldesign her lässt sich auch nicht viel Meckern. Auf keiner Karte hatte ich bisher das Gefühl, dass ein Team es leichter hat als das andere.

Ich bin positiv überrascht von Proving Grounds. Nach dem fast schon desaströsen America's Army 3 hatte ich ja ein wenig die Hoffnung aufgegeben, aber so wie sich der neueste Teil der Serie bisher anfühlt, scheint alles in richtigen Bahnen zu verlaufen. Die Kämpfe sind taktisch, knackig und realistisch, ohne den Spielspaß einzubüßen. Für eine Beta läuft das ganze auch erstaunlich bugfrei. Und ja, es ist und bleibt in erster Linie ein Werbespiel für die amerikanische Armee, darum zeigt einem auch jeder Ladebildschirm ein Video, welches die einzelnen Aspekte der Army näher beleuchtet. Aber hey, ich bin kein Amerikaner, ich bin Gamer. Ein Gamer, der taktische Onlineshooter mag. Deswegen ist America's Army: Proving Grounds auch genau mein Ding. Eine virtuelle Rekrutieren kann ich daher empfehlen.

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13. Dezember 2017 um 12:29 Uhr
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