Minimaps

(Artikel)
Paul Rubah, 13. Oktober 2014

Minimaps

Gameplay-Wölfe im Schafspelz

Ich bin ein Fan von Open-World-Spielen aller Genres. Die meisten sind zwar nicht sehr gut, leer, repetitiv und haben keine Story, aber wenn immerhin die Grafik stimmt, kann ich viel verzeihen - dann hat das Traversieren von offenen Landschaften etwas geradewegs Erholsames. Ein Problem bei der Sache gibt es dennoch: Minimaps. Diese praktischen Helfer sollen einem eigentlich die Navigation erleichtern, doch was ist, wenn sie mehr stören als unterstützen?

Die Sache ist nämlich die: Wenn ich irgendetwas mit einer Minimap spiele, dann kleben meine Augen auf der Karte. Gerade in Rockstars Red Dead Redemption, wo ja auch ganz gerne mal bei einem ausführlichen Ritt mehrere Minuten am Stück nichts passieren kann und die Karte punktgenau die aktuelle Spielerposition anzeigt, kann es durchaus passieren, dass ich den Blick von der Karte nicht hebe.

rdr-01Hier ist alles erledigt! Ab in die nächste Stadt, ich will Fünf-Finger-Filet spielen!

minimap-02So, bin jetzt schon eine Weile unterwegs. Bin ich schon irgendwie in der Nähe?

rdr-03Hm, nein, offensichtlich nicht. Dann mal weiter.

minimap-04Die Grafik dieses Spiels ist so bezaubernd. Diese Prärie.


Das ist ein Fall, in dem abstrahierte 2D-Spielmechaniken so gut sind, dass sie die eigentliche 3D-Spielwelt (auf der man sich ja auch die meiste Zeit nur zweidimensional bewegt) ersetzen. Wer hatte beim Autofahren nicht auch schon mal das Bedürfnis, die ganze Zeit auf das Navi zu starren anstatt auf den Verkehr zu achten?

minimap-05Das zeigte sich auch bei GTA 4. Da Unfälle nur selten tödlich waren, habe ich auf die Straßensituation eher aus dem Augenwinkel geschaut.

Die Grundlage für das Header-Bild kommt von Kai Morgener. Der Header darf nur unter dieser CC-Lizenz weitervertrieben werden.
Eine andere Mechanik, die ein Spiel fast versaut hat, ist die Detective Vision aus Batman: Arkham Asylum. Die Röntgensicht mit Zusatzhinweisen hatte nur Vorteile - keine Nachteile. Daraus resultierend musste ich mich dazu zwingen, Batmans Digitalbrille ab und an abzuschalten, damit ich auch was von der hübschen Irrenanstalt zu sehen bekam.

Ich muss allerdings auch sagen, dass das Problem mit den Minimaps nicht unbedingt auf alle Spieler zutrifft. Ich habe mich schon oft über das Problem gegenüber anderen Gamern beschwert und vielen fällt das gar nicht so störend auf, auch wenn sie mir generell zustimmen, dass man doch mal zu viel auf die kleine Eckkarte guckt. Für mich persönlich lag die Lösung des Problems, wie so häufig, in Just Cause 2: Das hat nämlich keine Minimap, sondern Navigationshilfen werden direkt auf die Straße projiziert. So lösen sich gleich alle Probleme auf einmal.

Kommentare

blackmaniac
13. Oktober 2014 um 23:23 Uhr (#1)
Der Artikel war ja lange angekündigt
Nils
14. Oktober 2014 um 08:56 Uhr (#2)
Ich schätze, das dürfte auch daran liegen, dass die Spieler inzwischen - unabhängig von dem Spiel - solche Hilfen erwarten: Minimaps, Questmarker, ...

Aus ist die Zeit, in der man in Morrowind mithilfe halbgarer mündlicher Beschreibungen verzweifelt einen Ort suchen durfte :-)
Ben
16. Oktober 2014 um 13:37 Uhr (#3)
Questmarkierungen sind eine einfache und effektive Möglichkeit, Spielerm an die richtige Stelle zu bekommen. Die frage ist aber, ob das durch gutes Leveldesign überflüssig wäre. So wie bei Might & Magic X.
Gast
24. Mai 2017 um 17:47 Uhr
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