Lords of the Fallen

(Artikel)
Benjamin Strobel, 16. August 2014

Lords of the Fallen

Hart wie Souls

Lords of the Fallen kennen wir seit der letzten Gamescom als das europäische Souls. Es ist genauso hart, verzichtet aber auf den ikonischen Multiplayer. Dieses Jahr hat Entwickler CI Games in Kooperation mit DECK13 eine brandaktuelle Pre-Beta-Version des Action-Rollenspiels mit nach Köln gebracht. Ich habe den Titel vor Ort angespielt.

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Ob ich die Steuerung von Dark Souls kenne? Ich antworte mit Ja. Na dann würde ich mich schnell zurecht finden. Dass Lords of the Fallen sich stark an der Souls-Reihe orientiert, ist kein Geheimnis. Was die Steuerung angeht, gibt es nur kleine Unterschiede. Rennen funktioniert mit dem Stick, während die Ausweichrolle auf einer gesonderten Taste verbleibt. Linke Schultertasten für linke Hand, rechte Schultertaste für rechte Hand. Schon der erste Kampf bestätigt alle Ähnlichkeiten. Jede Aktion zehrt an der Stamina-Leiste, da kann man sich keine Ausweichrolle zu viel erlauben. Mit unnachgiebigem Realismus gibt man nach wenigen Treffern den Löffeln ab, kann mit Geduld und etwas Geschick seinen Feinden aber ebenso schnell den Garaus machen. Wie bei Souls ist jeder Tod mit einem bitteren Verlust verbunden: Man hinterlässt all seine Erfahrungspunkte an Ort und Stelle und muss sie sich zurück erkämpfen. Allerdings sind die XP ziemlich flüchtig und nehmen mit der Zeit ab. Deshalb sollte man sich beeilen, seine hart erarbeiteten Lorbeeren wieder zu bekommen.

Lords of the Fallen sieht gut aus. Vor dem geistigen Auge sehe ich Dark Souls mit seiner dezenten Gammelgrafik, doch meine echten Gucker bekommen einen Next-Gen-Titel (PC, PS4, XBox One) vorgesetzt, dessen Artdesign sich sehen lassen kann. Es macht allein schon Spaß, sich durch die dunkle Fantasy-Welt zu bewegen.

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Wie bei Souls sind Vorsicht und Geduld die besten Waffen gegen alle Feinde. In Lords of The Fallen wird man es meistens nur mit einem Feind zur Zeit zu tun bekommen und muss diesen gut studieren. Welcher Abstand ist sicher? Welche Angriffe erwarten mich? Welche Ausrüstung wähle ich am besten? Bei einem Endboss darf ich am eigenen Leib erfahren, was es bedeutet, ordentlich Dresche zu beziehen. Er ist einer von etwa zehn großen Stinkern im Spiel. Ich wähle den Kleriker, weil der sich heilen kann und ich eine Pussy bin. Ich habe Angst. Und mein Held? Stolpert, scheitert, stirbt. Warum? Ich bin zu gierig. Nur noch einen Schlag landen, denke ich mir. Aber das ist ein Schlag zu viel. Der garstige Boss kämpft mit zwei Dolchen und ist flinker als seine mächtige Statur vermuten lässt. Er ist umringt von entzündeten Feuern, die er immer wieder nutzt, um seine Dolche mit einem Angriffsbuff zu verzaubern und Feuerbälle aus allen Richtungen auf mich zu schleudern. Der Penner. Die Feuerbälle treffen mich von allen Seiten, ich bin tot.

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Neuer Versuch: Ich bemerke, dass er vor Aktivierung der flammenden Projektile immer zum Feuerkelch rennen muss, um sie zu beschwören. Wenn man das beobachtet, sollte man die Gefahrenzone dringend verlassen und umher rennen, bis der brennende Regen vorüber ist. Ein Problem gemeistert, kommt schon das nächste: Der Kerl setzt mir mit Kombo-Angriffen zu und meine Ausweichrollen sind zu hastig, schlucken meine Ausdauer, bis ich hilflos seinen Schlägen ausgeliefert bin. Ich sterbe. Häufig. Mir rennt der Schweiß über den Nacken, ich will es schaffen! Schließlich überwinde ich meine Gier, dem Boss ständig Schläge zwischen seinen Kombos zu drücken, sondern beschränke mich auf kurze Treffer und trete sofort den Rückzug an ohne hektisch in der Gegend herumzuspringen. Und es klappt! Kurz vor Ablauf meiner Anspielzeit plätte ich den Boss. Knapp. Kein Trank ist übrig. Aber das ist egal, der Sieg fühlt sich verdient und gut an.

Die Entwickler gratulieren mir, schütteln mit sogar die Hand. Scheint hier wohl nicht alle Tage zu passieren. Dann zieht der Kerl noch ein Shirt aus einem vollen Karton und überreicht es mit feierlich als Preis. "Das bekommen nur diejenigen, die den Boss besiegen", sagt er und ich muss lachen, weil ich ihm nicht glaube. Das bekommt doch bestimmt jeder? Er schaut mich böse an. "Nein", sagt er. "Hier gibt es nichts geschenkt." In der Tat: Freitagnachmittag war der Shirtkarton noch fast voll. Ben

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31. Oktober 2014
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Plattform - Die Playstation 4 (PS4) von Sony ist eine Spielkonsole der 8. Generation. Sie erschien am 29. November 2013 europaweit als Nachfolger der Playstation 3.
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