Daylight

(Artikel)
Torsten Ingendoh, 06. Mai 2014

Daylight

Horror kann so langweilig sein

Horrorspiele haben in den letzten Jahren eine Art Revival erlebt dank der Indie-Szene. Spiele wie Amnesia, Outlast und Slender haben gezeigt, dass wir Gamer uns doch gerne mal ein bisschen fürchten. Jetzt wagt sich Zombie Studios mit ihren Erstlingswerk Daylight daran uns zum Wechseln der Unterwäsche zu zwingen. Als eines der ersten Spiele, welches mit der Unreal Engine 4 läuft, dürfen PC- und PS4-Spieler erfahren, was in einem verlassenen Krankenhaus/Irrenhaus/Gefängnis so passiert ist.

Wie ihr auch im 40-minütigen Let's Play sehen könnt, orientiert sich Daylight spielerisch sehr stark an Slender: Man bekommt ein Smartphone, das als Karte und Taschenlampe dient, muss Zettel sammeln und mit jedem gefunden Zettel wird das übernatürliche Wesen, welches einen verfolgt, immer aggressiver.

2014-05-06_00003Wayne interessiert's?

Um dem Ganzen noch eine gehörige Portion Wiederspielwert zu verpassen, werden die Level jedes Mal von einem Zufallsgenerator entworfen. Und hier fangen auch schon die Probleme an. Dieser Zufallsgenerator wählt aus einem sehr begrenzten Arsenal von Gängen und Räumen aus, klatscht die aneinander und nennt das dann Krankenhaus/Irrenhaus/Gefängnis. Mal abgesehen davon, dass sich die Locations kein bisschen nach dem Anfühlen, was sie darstellen sollen, sehen viele Ecken identisch aus. Ohne die Karte hätte ich mich schon tausendmal verlaufen. In diesen Leveln sammelt man also die Zettel, die Hintergrundwissen enthalten, und wenn man genug gefunden hat, darf man sich einen Schlüssel abholen und damit ein Portal zum nächsten Areal öffnen.

Hinter diesen Portalen findet man dann nicht-zufallsgenerierte Gebiete, in denen man viele Zettel mit Lore sammeln kann, hier mal einen Schalter umlegt, dort eine Kiste verschiebt, um ins nächste Zufallsgebiet zu gelangen, wo der ganze Mist von vorne anfängt - nur die Bauklötze sehen etwas anders aus. Um in den dunklen Gängen besser zu sehen, kann man Knicklichter benutzen, welche einen angenehmen, grünen Schein von sich geben. Als weiterer Bonus hebt dieses Licht Objekte hervor, mit denen man interagieren kann. Als ob die nicht schon einfach genug zu finden wären. Hier zeigt auch die deutsche Übersetzung ihre Schwächen, weil der englische Begriff für Knicklichter, nämlich Glowsticks, wortwörtlich in Leuchtstäbe übersetzt wurde. Hilft auch nicht, dass sie wie Plutoniumstäbe aus dem Simpsons-Intro aussehen.

2014-05-06_00004Weiter gehen, hier gibt es nichts zu sehen.

Das wohl größte Problem liegt in dem übernatürlichen Wesen, welches einen verfolgt - die Geister der Hexen, die hier verbrannt wurden. Verfolgt einen solch ein Geist, kann man ihn mit einer Leuchtfackel verscheuchen. Komischerweise funktioniert das nur, wenn man dem Vieh unumwunden ins Gesicht starrt. Hat man keine Fackel zur Hand, gibt man einfach Fersengeld. Es ist pisseinfach den Geistern zu entkommen, vor allem da man unbegrenzt lange sprinten kann. Die Fackeln braucht man wirklich nur, wenn die Trulla zufällig den Ausgang versperrt. Wenn der einzige Gegner des Spieles kein bisschen gefährlich ist, dann ist jegliche Gruselatmosphäre sofort im Eimer. Ihr könnt ja von Slender halten, was ihr wollt, aber wenigstens war der Slenderman eine Gefahr für den Spieler und es ist echt nicht leicht, alle acht Seiten zu finden. Daylight fordert euch kein bisschen.

Daylight begeht eine der schlimmsten Sünden, die ein Videospiel begehen kann: Es ist stinklangweilig. Die Story ist fragmenthaft und uninteressant. Das ganze Spiel über wird man von irgendwem vollgelabert und ich hab keinen Plan, wovon zum Geier der redet. Ich weiß nur, dass ich Sarah heiße und irgendwie an diesen Ort gelangt bin. Sehr schnell war mir völlig egal, was damals Gruseliges passiert ist. Hinzu kommt noch ein Gegner, der mehr lästig denn furchteinflößend ist, und fertig ist die Zeitverschwendung. Glücklicherweise ist das Spiel verdammt kurz. Nach gut zwei Stunden Spielzeit war ich damit fertig. Tut euch also einen Gefallen und füllt die Zeit mit etwas Sinnvollerem. Es gibt sicher einen guten Horrorfilm, der genauso lange dauert. Torsten

Daylight

(Ranking)
F
RANK
F wie Fail. Kaum von Wert. Hier jagt eine Schwäche die nächste. Niemand braucht das, niemand will das. Nicht einmal geschenkt.

Kommentare

Ben
08. Mai 2014 um 09:07 Uhr (#1)
Sehr schade, ich hatte ja ein bisschen Hoffnung in das Spiel gesetzt. Zufallsgenerierte Welten faszinieren mich sehr, aber wenn es schlecht umgesetzt ist, hat man wohl keinen Spaß damit :(
blackmaniac
09. Mai 2014 um 23:25 Uhr (#2)
Das Problem sind hier die äußert eingeschränkten Bausteine. Eine handvoll Korridore und Räume zur Auswahl reichen nicht aus, um abwechslungsreiche Umgebungen zu schaffen. Hinzu kommt einfach, dass das Spiel ums verrecken nicht gruselig ist.
Gast
17. Oktober 2017 um 11:27 Uhr
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