Mario Party: Island Tour

(Artikel)
Benjamin Strobel, 20. März 2014

Mario Party: Island Tour

Ein Modul, vier Spieler - Go!

Diese verdammten Minispiele, bei denen man immer wie verrückt den Analogstick drehen musste! Nach einer Runde Mario Party hatte ich immer Blasen auf der Handfläche. So hat man damals alle seine N64-Controller kaputt gemacht, heute gibt es kaum noch welche ohne ausgeleierte Sticks. Als Mario Party den Sprung auf den Gamecube machte, war das kein Problem mehr. Mittlerweile wurde die Reihe auf Nintendos Heimkonsolen durch Wii Party abgelöst, aber ganz tot ist die Franchise nicht: Mario Party: Island Tour bringt Nintendos bunte Racker auf den Nintendo 3DS und zurück aufs Spielbrett.

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Was wie Mario Party aussieht, entpuppt sich schnell als Wii Party mit Mario. Das ist nicht das Gleiche! Wii Party ist bereits eine vereinfachte Version von Mario Party, die nur oberflächliche Ähnlichkeiten mit dem spirituellen Vorgänger hat. Der Fokus rückt hier umso stärker auf die Minispiele, während das interaktive Spielbrett in den Hintergrund tritt. So gibt es nun auch bei Mario Party: Island Tour keine Münzen und keine Sterne mehr. Und spielte man früher noch Runde um Runde auf Spielbrettern voller Fallen, Verlockungen und Abzweigungen, verfolgt Island Tour eine lineare Struktur. Die Spielbretter haben einen Startpunkt und ein Ende - es gewinnt immer derjenige, der zuerst ankommt. Wie man sich in den Minispielen schlägt, ist häufig nicht so wichtig, denn mehr noch als früher ist das neue Mario Party ein Glücksspiel. Es gibt am Ende auch keinen Minispiel-Stern.

Aber nicht jedes Spielbrett funktioniert gleich. Spielbretter repräsentieren eigene Modi, die die Regeln leicht abwandeln. Das Standard-Brett bringt Würfel und Items mit, durch Minispiele kann man sich zusätzliche Würfel verdienen. Ein anderes Brett gibt sich als Rennstrecke und Minispielgewinner können sich Boosts für ihren Gleiter dazu verdienen und diese gleich verwenden oder sparen und durch weitere Booster noch verstärken. Wieder ein anderer Modus ersetzt Würfel durch Karten, sodass die Spieler sich überlegen müssen, welche Karte sie wann ausspielen. Die Abwechslung durch verschiedene Varianten hält das Spiel frisch, aber kein Modus erfordert viel Strategie.

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Die Minigames selbst sind unterhaltsam und abwechslungsreich. Mit einer Auswahl von 81 Spielen für bis zu vier Spieler kommt es nur selten vor, dass in einer Runde eins doppelt auftaucht. Positiv ist auch der gelungene Mix, der sowohl Spiele mit traditioneller Steuerung und solche mit Touchscreen, Bewegung und Mikrofon vereint. Mal muss man Circlepad und Knöpfe bedienen, um seine Mitspieler von einer Plattform zu werfen, ein anderes Mal muss man den 3DS kippen und drehen, um ein Objekt in die richtige Orientierung zu bringen. Ein weiteres Spiel macht es nötig, sich Notizen auf dem Tochscreen zu machen. Ein besonderes Highlight von Island Tour ist das Imitieren von Stimmen. Hier tritt eine bekannte Figur aus dem Mario-Universum auf und macht ein markantes Geräusch oder spricht eine ihrer Catchphrases. Anschließend müssen alle Spieler so gut wie möglich versuchen, die Stimme der Figur zu nachzuahmen. Vor Vergabe der Punkte werden alle Beiträge der Spieler abgespielt, was beim Testen des Spiels für Lacher gesorgt hat.

Der Multiplayer-Modus ist für Mario Party zentral. Island Tour lässt sich zwar nicht online spielen, aber das ist bei einem Klassiker des Couchmultiplayers auch nicht so wichtig. Lokal punktet das Spiel enorm, weil nur ein einziges Modul für vier Spieler nötig ist. Bis zu drei Leute können mit ihrem eigenen 3DS per Download-Play einfach einsteigen - das ist ein faires Konzept für die Minispielparade von Mario Party. Wer dann keine Lust auf die lahmen Spielbretter hat, kann direkt einen Minispiel-Wettkampf starten und muss nur noch festlegen, wie viele Siege nötig sind. Auch wenn es keinen Minispielstern mehr gibt, kann man auf diese Weise ermitteln, wer die größte Minispielkompetenz besitzt!

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Mario Party: Island Tour fehlen die klassischen Spielbretter mit Kampf um Münzen und Sterne. Was hier als Ersatz geboten wird, ist eher lahm. Auf der anderen Seite sind die Minispiele sehr gelungen und für den Multiplayer muss man nur ein paar Freunde mit einem 3DS finden. Singleplayer ist zwar möglich, aber sinnlos, denn wer möchte sich mit der KI unbedingt in Minispielen messen? Mario Party: Island Tour macht Spaß, hebt sich aber kaum noch von Wii Party ab. Wenn Mario drauf steht, wünscht man sich einfach etwas mehr Mario. Ben

Mario Party: Island Tour

(Ranking)
B
RANK
Anständig. Stärken und Schwächen halten sich die Waage. Positive Überraschungen sind genauso selten wie negative. Unterm Strich muss man seine Spielzeit keinesfalls bereuen.

Kommentare

Haris
21. März 2014 um 16:00 Uhr (#1)
Das nur ein Modul nötig ist, ist echt cool, aber ich wünsche mir anständige Spielbretter zurück, mit richtig fiesen Bowser-Feldern und allerlei Möglichkeiten, aus Freunden Feinde zu machen. Früher waren Skill, Taktik und Zufall ungefähr gleichberechtigt, aber nun hängt ja quasi 90% vom Zufall ab und nur selten kann man mal wirklich taktieren. Und was in den Minispielen passiert scheint sowieso egal zu sein.
Rian
21. März 2014 um 20:08 Uhr (#2)
Ja, man muss schon Sterne stehlen und verlieren können, sonst fehlt da einfach was und man hat gar keinen Grund, seine Mitspieler zu verprügeln.
Gast
30. April 2017 um 08:56 Uhr
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RELEASE
17. Januar 2014
PLATTFORM
Nintendo 3DS
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