Tridek

(Artikel)
Joshua Peters, 06. August 2013

Tridek

Das Cross-Plattform-Kartenspiel

Letzt fragte mich Rian, ob ich nicht Interesse daran hätte Tridek zu testen. Auf meine Frage, was zur Hölle Tridek sei, antwortete er, dass es sich dabei um ein Kartenspiel handle. Ein virtuelles - für Android, Mac und Windows, welches er auf der Gamescom 2012 gegen die Entwickler gezockt hat. Das wäre was für mich, schließlich spielte ich ja auch Magic: The Gathering und Pokémon. Ich lehnte dankend ab und hatte sieben Minuten später eine E-Mail mit dem aktuellen Build des Spiels im Postfach. Pflichtbewusst, wie ich bin, installierte ich es lustlos und musste dann aber zum Leidwesen meines Zeitplanes feststellen, dass ich in Nullkommanichts total in dem Spiel versumpfte.

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Meine Hauptsorge war auch gar nicht, dass es sich um ein schlechtes Spiel handeln könnte. Tatsächlich graute mir davor, dass Tridek - Creatures of Galena ein gutes TGC, also Trading Card Game, sein könnte und eben genau das passieren würde, was passierte. Dass ich versumpfe. TGCs haben ja immer eine gewisse Anziehungswirkung auf mich. Außer Yu-Gi-OH! - das ist für Casuals.

Aber jetzt werde ich euch die Grundzüge von Tridek erst ein mal erklären. Es gibt drei Kartentypen: Kreaturen, Hacks und Unterstützung. Dazu gibt es drei Ressourcen: grüne, rote und blaue Kristalle. Hiervon kann man jeweils bis zu sieben Stück haben. Jede Karte kostet eine bestimmte Anzahl von Kristallen einer Farbe - gibt einem aber dafür bestimmt viele Kristalle einer anderen Farbe zurück. Allein das sorgt schon für reichlich viel Kombo-Fu. Pro Zug kann man eine Kreatur spielen, oder so viele, bis man gleich viele Kreaturen wie der Gegner auf dem Feld hat. Hacks sind Karten, die man dauerhaft auf Kreaturen legen kann, um diese entweder zu stärken, zu schwächen oder ihr bestimmte Fähigkeiten zu geben. Unter die Kategorie Unterstützung fallen dann zum Beispiel Karten, die einem Kristalle geben, Karten ziehen oder den Gegner welche abwerfen lassen. Gewonnen hat das Spiel, wer als erster 30 Gewinnpunkte macht.
Diese erlangt man, wenn man gegnerische Kreaturen besiegt oder den Spieler direkt angreift. Letzteres geht natürlich nur, wenn keine gegnerischen Kreaturen mehr auf dem Feld liegen. Und wovon hängt es ab, wie viele Punkte man bekommt? Jede Kreatur hat einen Gewinnpunkt-Wert. Wenn man mit ihr eine andere Kreatur vernichtet oder den Spieler angreift, erhält man die entsprechenden Punkte. Fairerweise wird dieser kleiner, je stärker die Kreatur ist. Und ja - die Viecher haben dementsprechend also einen Stärkewert. Aber nicht nur das, sie verfügen auch über einen Defensivwert und eventuelle Fähigkeiten. Allerdings ist immer nur einer der beiden Werte aktiv, je nachdem, ob die Kreatur auf einem der drei Angriff-Slots oder der drei Verteidigungs-Slots liegt.
Und schon haben wir eine weitere strategische Komponente! Kreaturen in der Verteidigungsreihe können nicht angreifen, bringen dem Gegner aber nur die Hälfte der Gewinnpunkte, sollte man sie besiegen. So kann man den Gegner erst mal stoppen, und selbst wenn er die Kreatur besiegt, wird er etwas ausgebremst. Besonders wenn die besiegte Kreatur einen hohen Verteidigungswert hatte. Ihr erinnert euch? Große Kreatur, die ja nötig ist, um über den Verteidiger zu stampfen, hat wenig Gewinnpunkte, die dann noch mal halbiert werden. Wenn ihr jemanden auf die Defensivlinie schickt, heißt das aber nicht, dass er da bleiben muss. Wenn der Platz da ist, kann jede Kreatur ihre Reihe einmal pro Runde wechseln. Es gibt sogar einige Kreaturen, die mit dieser Funktion rumspielen und einem Vorteile durch das Rumwechseln gewähren.

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Nachdem man sich durch das Tutorial gespielt hat, um all diese Grundregeln noch mal genau zu lernen, geht es (für mich zumindest) erst mal fleißig daran, ein eigenes Deck zu bauen. Hierbei sollte man natürlich darauf achten die Karten so auszuwählen, dass man nicht schon nach der ersten Runde brach liegt, weil alles nur rote Kristalle kostet und man den Rest des Spiels nichts mehr machen kann. Glücklicherweise gibt einem das Spiel im Deck-Builder eine nützliche Anzeige zur Hand, welche einem darauf hinweist, wie das Verhältnis der Kristalle im momentanen Zustand des Decks ist. Gut ist natürlich, wenn man überall ein Plus hat, aber das ist schwer zu erreichen ohne Funktionalität einzubüßen.

Ein Deck muss immer aus mindestens 30 Karten bestehen. Daran habe ich mich bisher auch immer fleißig gehalten, da man natürlich so seine Key-Cards statistisch schneller zieht. Man darf, wie in jedem großen TGC, jede Karte natürlich nur begrenzt häufig in seinem Deck haben. Die Anzahl hängt vom Seltenheitsgrad der Karte ab. Davon gibt es vier. Die seltensten darf man einmal drin haben, die häufigsten vier mal.
Wenn man sein Deck dann soweit fertig hat, kann man sich in der Kampagne mit KI-Gegnern messen, was auch erst mal ganz sinnvoll ist, um die Eigenheiten des Spiels zu verinnerlichen und auch zu sehen, was es so für Decks gibt. Außerdem bekommt man in der Kampagne zusätzliche Karten sowie Shards, mit welchen man sich neue Karten, Decks und Booster-Packs kaufen kann. Und man will Booster. Aber wie langweilig ist denn ein TGC, in dem man nur gegen KI-Gegner kämpft?! Es gibt also natürlich auch einen Online-Modus, in welchem man sogar Turniere spielen kann. Die zusätzlich angebotenen Ligen-Spiele erhöhen außerdem den persönlichen Platz auf der weltweiten Rangliste. Und das Schöne: Man kann das Spiel von seinem Android- oder Mac-Device aus auch gegen Spieler am PC spielen und umgekehrt. Man muss also nicht großartig darauf achten, für welches Gerät die Freunde das Spiel denn nun haben.

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Ihr seht schon, dass Tridek alles hat, was ein erfolgreiches TGC braucht. Sammelkarten, mit denen man seine eigenen Decks bauen kann, und ein interessantes Spielprinzip, welches einfach zu erlernen ist, aber schwer wirklich zu meistern. Außerdem bietet es potentiell genug Möglichkeiten sich jederzeit von überall mit jedermann zu messen. Jetzt muss es nur noch genug Spieler geben. Während ich das Spiel testete, hatten noch genau 220 andere Leute einen Account. Dementsprechend habe ich es bisher leider nicht schaffen können, ein Match gegen einen anderen Spieler zu spielen, obwohl ich wirklich gerne mein Deck an einem Menschen getestet hätte. Es gab noch ein paar weitere Dinge, die bei mir etwas Unwohlsein hervorriefen, diese hingen aber mit fiesen UI-Bugs der noch etwas jungfräulichen PC-Version des Spiels zusammen. Sie sieht auch einfach nur aus wie eine schnell auf den PC geklatschte, große Smartphone-Version. Wenn ich die Möglichkeit gehabt hätte, hätte ich es wohl am liebsten auf einem Tablett gespielt, aber so musste ich mich damit abgeben. Und das ist das erste Mal, dass ich jemals von einem Spiel gedacht habe: "Ach man, könntest du das doch jetzt auf dem Tablett spielen."

Was anderen wahrscheinlich etwas sauer aufstoßen könnte sind die Micro-Transactions. Diese sind in meiner Version noch nicht vorhanden, werden aber kommen. Man kann sich dann für Geld seine Shards kaufen, um an neue Karten zu kommen. Höchstwahrscheinlich bleiben die Shard-Belohnungen nach Siegen weiterhin enthalten, aber wenn man schnell einen Karten-Stock aufbauen will, wird man wohl blechen müssen. Wie in jedem TGC eigentlich. Man muss dann nur sehen, wie die Preise sein werden, und ob es überhaupt genug Leute spielen werden, dass es sich lohnt. Ich würde es dem Spiel gönnen. Joshua

Kommentare

Rian
07. August 2013 um 02:27 Uhr (#1)
Ich wünschte, ich könnte meinen alten Artikel dazu finden, aber ich werde ja nicht müde zu erwähnen, dass ich auf letztjährigen Gamescom Alexander Zacherl (früher CEO bei den Bit Barons) in einer physischen Variante des Spiels besiegt habe, muahaha!

Ok, er hat's mir wahrscheinlich ein wenig leicht gemacht, aber als ob meine Ego diese Erkenntnis zuließe!
Ben
07. August 2013 um 22:49 Uhr (#2)
Rian meint sein Dreamfab-Roundup von der Gamescom 2012.

Und mein Interesse an dem Spiel ist jetzt auch geweckt.
dbltnk
08. August 2013 um 08:01 Uhr (#3)
gamescom schmamescom. Gegen meine hochgezüchteten Decks von heute würdest du keinen Punkt machen. =D

Alex
Ben
08. August 2013 um 10:54 Uhr (#4)
Kann man das auf der diesjährigen Gamescom vielleicht überprüfen? Ich meine, das könnte jetzt ja jeder behaupten! :D
Rian
08. August 2013 um 13:41 Uhr (#5)
Jajaja, mit einem Jahr Übungsvorsprung könnte man ja jedes Naturtalent abzocken!
Gast
17. Oktober 2017 um 11:29 Uhr
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