Nachschub zum Schleichen

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Rian Voß, 20. Mai 2013

Nachschub zum Schleichen

Metal Gear Rising: Revengeance: VR Missions

Es gibt drei Dinge, ohne die ein Metal-Gear-Spiel nicht sein darf: Codec, Soliton-Radar und VR-Missionen. Okay, MGS3 hatte kein echtes Radar, aber HABABABA! Metal Gear Rising: Revengeance verfügte schon über eine kleine Bibliothek an Missionen im virtuellen Raum, aber mit dem VR Missions-DLC werden noch mal dreißig weitere Aufgaben drauf gelegt. Zieht Raiden die 3D-Brille über die müden Gucker!

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Die zusätzlichen Missionen bedienen ein kreatives Spektrum an kleinen wie großen Aufgaben, die sich zu den VR-Missionen des Hauptspiels gesellen. In den meist gelb getünchten Räumen darf man sich dann auch mal an eine Gatling setzen und Moorhuhn spielen, in die Rolle der kleinen Gekko-Androiden schlüpfen und in einer Draufsicht gefährlichen Straßenverkehr überwinden (Frogger lässt grüßen), den Ausgang eines Labyrinths finden oder man steht auf erhöhter Position und lässt einen unendlichen Vorrat Granaten auf seine Feinde niederprasseln. Zwar wird das Ganze nie so maßlos wie einst der Angriff der Godzilla-Soldaten und ein Mordfall muss auch nicht aufgeklärt werden, aber man hat auf jeden Fall eine große Auswahl, falls einem doch die eine oder andere Mission nicht schmeckt.

Was das Design der Missionen angeht, so wirken einige Aufgaben arg in die Länge gezogen. Oft wird nach dem Ausschalten von Gegnern auf eine bestimmte Weise ("Nur Finisher!" oder "Nur Sub-Waffen!") eine neue Reihe von Gegnern irgendwo hin gespawnt und man muss sie erst wieder suchen gehen. Geht man auf Rekord-Jagd, muss man solche Missionen weitaus mehr als einmal spielen; allein schon, weil man die Spawnstellen auswendig lernen muss. Die Länge einiger Missionen, die fünf Minuten locker überschreiten, ist besonders dann fies, wenn die schwebenden Minen im Spiel sind, die uns bei Kontakt sofort töten. So gibt es eine Mission, wo man nach langwierigem Meucheln aller Gegner einen letzten Feind zu besiegen hat, der dicht umgeben von solchen Minen auf einer winzigen, isolierten Plattform steht. Wer an der Stelle den Sprung versiebt, dürfte ordentlich am Fluchen sein.

vr-missions-02

Bonus: Sämtliche Upgrade-Punkte der VR Missions wandern natürlich auf Raidens Konto.
Witzig sind auch die vielen Schleichpassagen - nicht zuletzt mit dem kleinen Gekko, mit dem sich Schleichen auch mal lohnt, weil er sich hinter halbhohen Wänden verstecken kann. Da vergeht die Laune selbst bei weiterhin übler Kamera nicht. Auch interessant sind Jump'n'Run-Missionen, die man in Mario-Seitenansicht bestreiten darf.
Hier muss der Spaß aber ein wenig der Frustration weichen, denn das Hauptspiel ist mit seiner Steuerung weder für Schleichen noch für das Herumhüpfen wirklich gemacht worden. Bis man den schwammigen Gekko einwandfrei über Laufplanken bewegen und punktgenau auf Plattformen landen kann, vergeht wohl mindestens eine Stunde. Auch ist der leise Ninja-Kill von oben nie zur übertriebenen Benutzung gedacht gewesen. So gibt es etwa einen gerüstartigen Turm, in dem man sich leise von oben nach unten durchtöten soll, aber wenn man nicht genau aufpasst, springt Raiden vom Dach direkt auf den einen Gegner im Erdgeschoss, weil der offensichtlich gerade für den Kill anvisiert war.

Die VR Missions sind ein netter Zusatz zum Hauptspiel. Die Entwickler haben versucht, mit den gegebenen Spielmechaniken so viel Abwechslung wie möglich aus dem DLC herauszukitzeln. Weder vom Umfang noch von der Kreativität her entspricht der DLC der Qualität des originalen Metal Gear Solid: VR Missions-Add-Ons, aber er ist bei weitem nicht so ein Griff ins Klo wie der Jetstream-DLC. Rian

Metal Gear Rising: Revengeance: VR Missions

(Ranking)
B
RANK
Anständig. Stärken und Schwächen halten sich die Waage. Positive Überraschungen sind genauso selten wie negative. Unterm Strich muss man seine Spielzeit keinesfalls bereuen.

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11. Dezember 2017 um 07:00 Uhr
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