Alte Spiele für alte PCs

(Artikel)
Paul Rubah, 05. Januar 2017

Alte Spiele für alte PCs

Teil 4: Rollenspiele

Hört ihr auch dieses Flüstern? Das ist der Geist des Rollenspiels. Er möchte euch klarmachen, dass dies die Zeit ist, um all die angebrochenen und verstaubten RPGs endlich zu beenden - und um die Evergreens noch einmal hervorzukramen. Warum ist das so? Na, offensichtlich weil man zu Weihnachten gerne Freunde und Familie besucht. Und da gehören auch die Welten dazu, die man vor langer Zeit einmal besucht und vielleicht sogar gerettet hat.

Was aber, wenn euch Rollenspiele doch viel zu viel Zeit verschlingen? Nun, hier sind die Listen für Action, Strategie, Action-Adventure, Simulation und Adventures.

Albion
Hachja, die Zeit meiner Jugendsünden, wo ich noch allen möglichen Ramsch von Spieleheft-CDs genommen und installiert habe, nur um zu gucken, was es ist. Dabei ist mir doch damals glatt Albion in die Finger geraten, seines Zeichens inoffizieller Nachfolger von Ambermoon und Amberstar, allerdings hatte ich im ersten Dungeon dermaßen viel Schiss, dass ich aufhören müsste. Pixel-Dungeons aus der Ego-Ansicht sind unheimlich, ja?! Aber alles, was vorher war, mit der Draufsicht und so, war toll.

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Anachronox
Warum kennt keiner dieses Spiel? Anachronox ist wahrscheinlich das beste RPG des letzten Jahrzehnts! Die Party dieses 3D-Rollenspiels mit dem aus Final Fantasy zusammengeklauten Kampfsystem besteht zuerst nur aus dem leicht versoffenen, stark schäbigen Privatdetektiv "Sly" Boots und seinem Spielzeugroboter PAL-18, den der Schnüffler in einer Stunde des Reichtums zum Schaltkreise-Hacken upgegraded hat. Später kommen noch ein alter Opa, eine anzügliche Diebin, eine Badass-Ärztin, EIN PLANET und ein Superheld im Ruhestand dazu. Das Spiel trieft nur so vor Parodie und schwarzem Humor und die Welt Anachronox selbst ist ein Schlemmerfest für Endzeit-Szenario-Fans und Dystopie-Liebhaber. Aber Vorsicht: Das Ding gibt es nur auf Englisch und die Masse an Umgangssprache ist mehr als happig. Ich habe in der Mittelstufe mit Anachronox und einem Wörterbuch Englisch gelernt und bis zu meinem fehlerfreien Abschluss behalten!

Arcanum
Eigentlich das, was sich alle immer wünschen und dann nie bekommen: Ein Rollenspiel mit Steampunk und Magie! Wobei Magie ja meistens im Steampunk mit drinnesteckt. Wird gemeinhin als Spiel für Leute beschrieben, denen Baldur's Gate zu leicht war, und das passt auch ziemlich gut - ich war eigentlich nur am Sterben. Aber eines Tages, eines Tages...!

Arx Fatalis
Arx Fatalis gehört für mich zu den ganz Großen seiner Zeit. Im Nachhinein frage ich mich schon ein bisschen, wieso, aber wahrscheinlich, weil man weniger Freiheiten als bei Morrowind hatte und es wirklich um die Story ging, statt das Erleben der Welt zusammen mit diesem westlich Rollenspieligen aus The Elder Scrolls und Might & Magic. Und man konnte Hühnerfleisch in Feuer werfen und nach einer Weile war es durchgegaart! Man konnte also intuitiver mit der Umwelt interagieren als bei TES3, was ich gut fand.

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Baldur's Gate
Aaaah, der Geruch der glorreichen, alten Zeit. Mit Imoen, Jaheira, Minsc und Boo gegen den bösen Sarevok in die Schlacht ziehen! Dabei unendlich viele Sidequests lösen, dem Entdeckertrieb nachgehen, leveln, das perfide Kampfsystem meistern und sich am bayrischen Dialekt eines Weißrussen erfreuen. Gibt es inzwischen auch in der Enhanced Edition mit mehr Content und der Baldur's-Gate-2-Grafik.

Baldur's Gate 2
Eigentlich das Gleiche in geiler. Als ich noch wirklich ein PC-Frischling war (also so mit 10-11 Jahren), habe ich das erste mal Baldur's Gate gespielt. Das war mir zu schwer und ich hab's nicht kapiert, aber irgendwie war es bis zu den Kämpfen gut. Dann habe ich mir irgendwann danach Baldur's Gate 2 besorgt, weil es in den Magazinen so toll aussah, aber ich hab's dann, nachdem ich mit Irenicus' Verlies angefangen habe, leider ein halbes Jahr im Schrank versauern lassen. Bis ich mich dann doch mal durch das Intro-Dungeon gequält habe und, schau mal da: Es gab eine riesengroße Welt zu entdecken! WOAAAAAH. Und die deutschen Sprecher waren auf einmal viel besser als vorher! WOAAAAAOOOOOAAAAH! War eine wirklich, wirklich lange Zeit mein absolutes Lieblings-RPG, bis es durch die Zauber von Planescape: Torment abgelöst wurde. Oh, und auch hier wieder: Enhanced Edition.

Breath of Fire 4
Dieses Spiel ist eigentlich nur ein Platzhalter, und zwar für alle Ost-Rollenspiele, die auf Konsolen zwar ganz nett sind, aber gegen die Konkurrenz eben nicht ankommt. Allerdings sind Ost-RPGs auf dem PC so rar gesäht, dass man da nicht so sehr die Gefahr läuft, von hochkarätigen Kritikern abgeschossen zu werden und BoF4 ist ein prächtiger Kandidat für eben jene Nische, denn mit dem Ding ist eigentlich nichts verkehrt und es sieht gut aus, aber es könnte mehr.

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Das Schwarze Auge
Ich muss ja ganz ehrlich sagen, dass ich mit DSA-Teilen nicht so viel am Hut habe. Ich habe vor ewiger Zeit mal Schatten über Riva gespielt, aber da umgab mich das Baldur's-Gate-Phänomen und es war solange interessant, bis ich in den ersten Kämpfen gestorben bin, dann war's mir zu blöd. Vielleicht gebe ich den Spielen irgendwann noch mal eine Chance, vielleicht auch nicht. Aber lasst euch von mir zumindest gesagt haben, dass es viele Leute gibt, die allein bei der Erwähnung von Schatten über Riva, Schicksalsklinge und Sternenschweif zerschmelzen!

Diablo
Oh ja, jetzt kann man sich erst mal streiten, ob das überhaupt hier hingehört, blabla, Hack 'n' Slay, yaddayadda. Es hat Level-Anzeige, es hat kein rein lineares Gameplay und man kann Quests annehmen - für unsere Zwecke soll das heute einmal reichen. Jedenfalls: Diablo killen, zum ersten mal! Damals in der Charakterauswahl noch recht eingeschränkt, aber dafür ist das Grundgameplay bis heute erhalten geblieben: Gegner totklicken und ab und zu Fähigkeiten benutzen. War das Spiel eigentlich wirklich nur 2MB groß oder habe ich da mal eine ultrageheime Version gefunden, die man fast auf einer Diskette speichern könnte?

Diablo 2
Aufgestocktes Charakterrepertoire und mit eBay und dem ersten Level 80-Barbaren hat irgendein erster D2-Spieler einen Haufen Geld verdient. Weil Diablo 1 mit seinem random Drop an Waffen und Ringen und Halsketten ja noch nicht genug süchtig gemacht hat, wurden nun auch noch Edelsteine und Runen eingeführt, mit denen man seine ohnehin bereits seltenen Gegenstände noch mal gehörig aufmotzen konnte. Da hat dann auch später der alte Gevatter Baal ordentlich in die Röhre geschaut.

Divine Divinity
Dat heilige Heiligkeit! Klassenloses RPG, das sich wie eine Mischung aus TES, Baldur's Gate und Diablo anfühlt und zudem mit zufällig generierten Waffen aufwartet. Also alles, was sich Spieler heutzutage von ihren Rollenspielen/Lootspielen wünschen - nur schon 2002. Kann es jedem nur empfehlen.

Dragon Age: Origins
Quasi Mittelalter-Mass Effect mit Drachen und Rittern und ekligen Initiationsriten. Als einer der letzten Grauen Wächter ziehen wir mit unserer Truppe aus mehr oder weniger treuen Gefährten in die Welt, um die Dunkle Brut aufzuhalten und ihren Anführer, den Erzdämon niederzustrecken. Klassische Held-rettet-Welt-Kost, die es aber schafft, dass uns die zu rettende Welt wirklich ans Herz wächst. Für alle Freunde von Rollenspielen ein absolutes Muss!
Header: Dragon Age: Origins - Decisions, decisions...


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Dungeon Siege
An dem Spiel waren seinerzeit zwei Sachen verblüffend: Es gab keine Ladezeiten und Fähigkeiten ließen sich aufleveln, indem man sie benutzte. Man konnte also aus einer Zwergenmine an die Oberfläche ohne Ladezeiten fahren und dort mit einem Feuerball einen Imp das Gesicht verkokeln, um seine Zauberei aufzustufen! Das war richtig großes Kino! Na ja, auch wenn jeder Zauberspruch irgendwie dieselbe Handbewegung erfordert hat. "Blitz!" Hand ausstreck. "Feuer!" Hand ausstreck. "Liebe!" Hand ausstreck. Aww.

Fable
Fable war der Grund, warum viele eine Xbox kauften. Und Fable (mit Lost Chapters wohlgemerkt) ist wahrscheinlich auch der Teil, der am wenigsten vom Meister des Hype gegen die Wand gefahren wurde. Als kleiner Junge verliert ihr eure Familie, werdet von der Heldengilde aufgezogen und schlachtet dann als traumatisierter Psychopath ganz Albion ab! Oder ihr lasst es und wendet euch dem Guten zu! Egal, auf jeden Fall wird man Magier, weil Magie hart overpowered ist (jedenfalls in Lost Chapters). Aber trotz seiner Fehler hatte ich immer wieder Spaß mit dem Spiel und seinem Humor und schätze es auch bis heute noch.

Fallout
Schon shitty, wenn man in einem Bunker wohnt und der Wasserfilter nicht mehr ordentlich will. Aber es gibt ja immer jemanden, den man nicht braucht, den macht man dann halt zum Auserwählten, gibt ihm ein Zeitultimatum und wenn er bis dahin nicht wieder von der atomisierten Ödland-Oberfläche zurückgekommen ist, sind halt alle tot. Und falls er's doch rechtzeitig mit dem Steuerungschip zurück schafft, dann stoßen wir ihn aus, weil er Kontakt mit der Außenwelt hatte, igitt!

Fallout 2
Genau so wie Fallout hat der Nachfolger ein tolles, rundenbasiertes Kampfsystem, viel Freiraum für Entscheidungen und Charakterentwicklung und eine verflucht große Welt. Nur diesmal eben toller, freier und verfluchter größer. Man kann Stunden, Tage und Wochen an diesem Ding verbringen, sämtlichen Bewohnern des Ödlandes ihr Hab und Gut klauen oder sonstwas machen. Wer interessiert sich schon für die Hauptquest? Selbst ist der Pip-Boy!

Fallout 3
In einem Bunker unter der Erde, da lebte ein Töchterchen mit ihrem Papa. Bis Papa mir nichts dir nichts abhaut und die anderen Bunker-Leute Töchterchen umbringen wollen. Fallout 3 wirft uns nach jahrelanger Fallout-Abstinenz buchstäblich zurück ins nukleare Ödland. Auch wenn es nicht an die alten Klassiker rankommt, ist Fallout 3 eine rollenspielerische Schatzkammer für alle, die das post-apokalyptische Setting ganz nah an sich herankommen lassen wollen. Auch schön: Der Haufen an Mods, mit dem man selbst auf alten PCs das angestaubte Spiel aufhübschen und für sich modifizieren kann!

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Final Fantasy 7
Benötigt eigentlich in keinem Zockerkreis Erwähnung - es ist DAS Final Fantasy. Selbst wenn es viele nicht als das Beste bezeichnen, so hat es wegen des Hypes und weil "Wuuuh, 3D!" absolut jeder mal gespielt. Das Kampfsystem ist japanisch grundsolide, die Charaktere sympathisch und die Welt groß. Außerdem zählt Sephiroth einfach zu den Leuten, denen man mal auf's Maul gehauen haben muss.

Final Fantasy 8
Geister, spaltet euch! Final Fantasy 8 - man liebt es oder man hasst es. Ich hab's relativ schnell wieder aus gemacht, weil mir der Anfang zu lahm war. Dann doch lieber Final Fantasy 9 mit dem niedlichen Zidane. Aber den 8er gibt's immerhin noch für PC und wer ihn in die Hände bekommt, kann gut mal herausfinden, zu welchem Typ er gehört!

Get Medieval
Gehört so ziemlich in dieselbe Ecke wie Diablo, nur mit Vier-Spieler-Ko-Op. KO-OP! Das war vor der Jahrtausendwende ein absolutes Fremdwort! Nun ja. Wir gucken von oben in einen Dungeon, wo Abenteurer herumlaufen, Äxte, Pfeile oder Magie schmeißen und Monster für Loot und EXP killen. Man kann es nach fünf Minuten aus machen oder stundenlang ohne spielen.

Gothic
Gothic habe ich ja jetzt eigentlich erst nach Gothic 2 gespielt, was aber nicht viel macht, weil's fast das gleiche Spiel ist, nur sieht der Nachfolger hübscher aus. Attratktivitätsmerkmal von den Gothic-Spielen waren dabei eigentlich immer die große Welt, in der man vielen Leuten aus vielen Gründen und auf viele verschiedene Weisen auf's Maul hauen konnte, und der namenlose Held, der anderen immer auf's Maul hauen will. Kein Scherz! Der ist ein richtig übler Schläger! Aber das macht nichts, wir haben ihn trotzdem lieb. Vor allem, wenn man seine Aggression vollkommen verstehen kann und den nervige Labertasche Mud erst einmal nach draußen in den dunklen Wald führen muss...

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Gothic 2
Als Gothic 2 rauskam (und auf meinem PC auch tatsächlich lief), war die Grafik erst einmal Woaaaah. Riesige Welt und so viele Möglichkeiten! Bis man dann bemerkte, dass in einigen Gebieten die Feinde einfach viel zu stark waren für den Level-1-Arsch und einem ein wilder Eber binnen Sekunden auffraß.

Grandia 2
Gehört für mich persönlich zu den besten Ost-Rollenspielen. Nicht unbedingt wegen der Story, die ist natürlich relativ platt, wenn auch (wie ich finde) gut umgesetzt. Allerdings hat das Spiel zwei entscheidende Vorteile gegenüber allen Konkurrenztiteln: Es hat Millenia (wegen der man das Spiel gerne zwei oder dreimal spielt, denn die gute Dame mit den feuerroten Haaren hat viel zu wenig screen time) und es hat das beste rundenbasierte Kampfsystem in Existenz. Punkt. Da gibt es nichts dran zu reden. Die Kämpfe in Grandia 2 sind zwar viel zu einfach, trotzdem macht es verdammt viel Spaß, in dieser perfekten Mischung aus Action und Taktik immer wieder die Oberhand zu gewinnen.

Hellgate London
Diablo aus der Egoperspektive! Die alten Server existieren zwar nicht mehr, aber das Spiel wurde als Hellgate London: Resurrection neu releast und ist nun free to play.

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Icewind Dale
Crossover time! Wer Baldur's Gate für sein Kampfsystem liebte und fand, dass viel zu wenig gekämpft wurde, der hat hier die Chance, alles aus den Schlachten herauszuholen, denn IWD ist das diabolische (höhö) Pendant zur Lese-Action! Nicht jedermanns Geschmack, aber manch einers schon! Außerdem gibt's das mit der Enhanced Edition inzwischen auch ohne Augenkrebs.

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Eigentlich mehr vom selben, so viel können die da nun aus dem AD&D-Regelwerk nun auch nicht rausboxen. Ich habe persönlich nie den Anfang überwunden. Diese verfluchten Orks! Das sind mindestens zwanzig Stück! Und meine Party ist Level 1!

Jade Empire
Fantasy mischt sich mit chinesischer Mythologie. Bioware entwickelte dieses actionlastigere Rollenspiel, welches, wie ich erst jetzt bemerke, vom Kampfsystem wirklich viele Ähnlichkeiten mit Dragon Age 2 und Dragon Age: Inquisition hat. Huh. Jedenfalls kann man sich Kampfstile aussuchen und entweder dem Pfad der geschlossenen Faust oder dem Pfad der offenen Hand folgen.

Knights of the Old Republic
Ach Bioware. Dir ist wirklich viel hier gewidmet, hm? Verdient! In KotoR seid ihr ein Jedi unbekannter Herkunft, welcher allerlei Abenteuer erlebt und sich dabei entweder der Dunklen oder der Hellen Seite der Macht zuwenden kann. Und dat Twist! Gutes Spiel. Gutes Spiel. War für viele Leute lange Zeit Messlatte dafür, wie moderne Rollenspiele zu sein haben.

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Lands of Lore
Patrick Stewart als Synchronsprecher. Patrick Stewart als Synchronsprecher! ENGAGE!

Mass Effect
Ist Mass Effect echt schon sieben Jahre alt? Hm. Dieser Beginn des großen Sci-Fi-Epos schickt Commander Shepard in den Kampf gegen Saren, einen abtrünnigen Geheimagenten, der irgendwas Schlimmes mit vorzeitlichen Alienartefakten plant. Außerdem ist Mass Effect der Start von Biowares Laufbahn als Verkupplungs-Simulator. Sex for peace!

Neverwinter Nights
Neverwinter Nights. Was soll ich großartig dazu sagen? Im Grunde stinkt es gegen Baldur's Gate ab. Trotzdem spielte ich es unendlich viel. Dabei spielte ich nicht mal übermäßig die Story des Hauptspiels, welche ich nur ab und an mal anschmiss, um mich an der dichten Atmosphäre aus Tod, Armut und Verzweifung in Niewinter zu laben, sondern eher den Mehrspielermodus. Hier gab es tausende Server verschiedenster Modder, die alle entweder ihre eigene Geschichte erzählten oder auch einfach nur mal eine Arena waren. Großartig! Und manchmal gab es bis zu 50 Spieler in einer Welt! Das ist dann fast schon ein MMO! Good Times. Naja, und das erste Add-On spielte ich dann auch gerne der Story wegen.

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Soll sich quasi von selber spielen, aber zum Abschalten kann das ja auch mal ganz nett sein.

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Nox
EAs Versuch, was vom Diablo-Kuchen abzukriegen. Und Nox ist sogar richtig gut, da es genug Alleinstellungsmerkmale besitzt. Jack wird mal eben von der Erde in so'n Fantasyuniversum teleportiert und soll mal eben die Welt vor bösen Nekromanten retten. Klingt nach Army of Darkness und hat auch eine gute Portion Humor. Zudem bietet das Spiel insgesamt drei verschiedene Storylines, je nachdem, was ihr für eine Charakterklasse aus dem Standardrepertoire Magier, Krieger oder Beschwörer wählt. Nur hat EA es vermasselt die eigentliche Stärke von Diablo zu kopieren: der Multiplayer ist ziemlich örks.

Planescape: Torment
Hail to the King! Anachronox hat schon eine relativ kranke Party-Aufstellung, P:T trumpft das im Bizarro-Spektrum: Ein fliegender, sabbelnder Totenkopf, eine Sukkubus (Teufel), noch ein Sukkubus (Engel), so ein komischer, alter ehrhafter Kämpfer, eine brennende Leiche (die aber ziemlich gut zaubern kann!) und eine wandelnde Box mit Flügeln. Oh, und der Unsterbliche. Den hatte ich ja ganz vergessen. Der wacht nämlich zu Beginn des Spiels in einem Mausoleum auf mit ohne Gedächtnis und lässt sich erst mal lustig von den ganzen Leichenbeschauern ausstopfen und zunähen - macht nichts, er ist ja unsterblich. Als Ausrüstungsobjekte kann er übrigens Augen benutzen, da sein eigenes (so besagt die Inventarbezeichnung) "auch schon bessere Zeiten gesehen hat". Gnihihi. Ansonsten ist es halt das Baldur's Gate für Leute, die genug von normalem Fantasy haben und ein bisschen zwischen den Ebenen herumreisen möchten, auf der Suche nach der Vergangenheit des Unsterblichen.

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Silver
Den Knuddellook der Charaktere haben sie sich von östlichen 3D-RPGs abgeguckt, der Rest ist recht original: Man hackt und slayed sich durch eine ziemlich feindliche Welt auf der Suche nach der Ische des Hauptcharakters, die natürlich mit dem titulären Overlord vermählt werden soll. Dabei bringt das Kampfsystem, das sich ziemlich intuitiv mit kaum mehr als Mausbewegungen und der STRG-Taste steuern lässt, den meisten Fun und auch die Story und die Settings sind nicht übel.

The Elder Scroll 3: Morrowind
Morrowind wird von vielen Fans als DAS The Elder Scrolls gehandelt, hat man doch die meisten Freiheiten, So viele, dass die Hauptgeschichte eigentlich nur Beiwerk ist. Wurde sie irgendwann sowieso automatisch, weil das Journal mit der Zeit total unübersichtlich wird und es keine Questmarker gibt. Das macht es aber nicht zu einem schlechten Spiel, es erzählt seine Hauptgeschichte nur nicht ganz so offenherzig wie seine Nachfolger und möchte lieber die Geschichte der Welt erzählen, dadurch, dass man sie ausgiebig erforscht und sich in ihr verliert. Das schließt auch verlaufen mit ein. Und glaubt mal nicht, ihr könntet aus der Pampa weg-quicktraveln, Casual-Pussys! Laufen ist die Devise.

The Elder Scrolls 4: Oblivion
Der Auftakt der Questmarker! Neben viel Herumgelaufe, bei dem man die hübsche Welt besabbern konnte (natürlich noch viel hübscher mit Mods), gab es auch einige ziemlich interessante und ungewöhnliche Sidequests. Das einzig Blöde an Oblivion waren wohl nur die Oblivion-Tore: Da musste man sich dann durch die Parallelwelt prügeln, um das Tor zu schließen. Als nichtkampffokussierter Charakter ist das echt anstrengend. Und dass alle Gegner fleißig mitskillen, war unter den Fans auch eine eher lauwarm empfangene Neuerung. Aber auch dafür gibt es Mods.

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The Witcher
Viele schimpfen über das krampfige Kampfsystem mit den drei Schwertstellungen, aber ich fand's nicht so wild. Dieser romanbasierte Titel nimmt die Welt der Hexer-Romane von Andrzej Sapkowski und hauch ihnen Leben ein. Düsteres Leben. Und Sex.

Torchlight
Wird gerne als Diablo-Klon ohne Multiplayer heruntergemacht. In unserem Review finden wir aber: Dadurch kommt viel mehr Atmosphäre auf und man kümmert sich auch tatsächlich mal um die Story.

Ultima 1 - 9
Der Avatar rettet Little Britain! Ich meine Britannia! Mit ihrem König Lord British, der dem Spieleschöpfer Richard Garriott bemerkenswert ähnlich sieht. Jedenfalls eine Traditionsserie des Genres mit vielen Höhen und Tiefen.

Ultima Online
Damit auch die MMO-Spieler endlich mal zum Zuge kommen! Ultima Online ist, was MMORPGs angeht, ja schon fast ein Methusalem und mit unendlich vielen Freeshards, denen man da draußen beitreten kann und die auf vollkommen unterschiedlichen Regeln beruhen (sehr interessant sind da die wahren Rollenspieleserver, wo Leute gebannt werden, die sich nicht zeitgemäß verhalten). Ansonsten Monster jagen, Geld verdienen, looten! Nur "looten" darf man halt nicht sagen. Das heißt "plündern".

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Vampire: Die Maskerade - Redemption
Wenn man sich das Spiel heute anguckt, kann man fast sogar noch nachvollziehen, warum das damals der absolute Grafikrenner war, denn die Gesichtsanimationen sind echt nicht von schlechten Eltern! Wieder einmal beruhend auf einer Pen-&-Paper-Vorlage, dreht sich das Spiel um das Schicksal des Kreuzritters Christophe, dem man leider ein wenig am Hals genascht hat und der daraufhin zum Vampir wurde - ich weiß, so einfach funktioniert das nicht, aber ich sage das jetzt einfach mal! Alsbald vom Clan der Brujah unter die Fittiche genommen, macht er sich darauf, dunkle Brut als dunkle Brut auszulöschen - und später unter ein paar Tonnen Granit begraben zu werden, was ihm eine Fahrkarte in die Moderne und den Zugang zu Schusswaffen gewährt, was beides damals ziemlich neu und cool war.

Vampire: Die Maskerade - Bloodlines
Zwar nicht alphabetisch korrekt, aber das ist der Nachfolger, verdammt! Der wird gefälligst nach dem ersten Teil aufgeführt! Der Titel des Spiels impliziert eine gewisse Ähnlichkeit zu Redemption, aber eigentlich haben diese zwei Spiele bis auf das Setting nichts miteinander zu tun. Bloodlines ist am ehesten dem Genremischmasch zuzuordnen, zu dem auch Deus Ex gehört, und bietet euch damit eine große, freie Welt, für fast jede Aufgabe mehrere Lösungsmöglichkeiten und Wiederspielwert bis zum Umfallen. Bedenkt aber, alle Patches zu installieren, denn die ersten Versionen waren extremst verbuggt.


Dies ist ein Update des Artikels "Alte Spiele für alte PCs - Teil 4: RPGs" aus dem Jahr 2012.

Kommentare

blackmaniac
27. Dezember 2014 um 11:14 Uhr (#1)
Gothic 3 wurde bewusst nicht in die Liste aufgenommen
Gast123
Gast
27. Dezember 2014 um 12:33 Uhr (#2)
Was ist mit Siege of Avalon?
Ben
27. Dezember 2014 um 13:42 Uhr (#3)
Wenn es was taugt, nehmen wir es gern auf. Kannst du mir eine überzeugende Kurzbeschreibung zusammenschreiben?
Gast
19. August 2017 um 22:36 Uhr
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