Deadpool

(Artikel)
Benjamin Strobel, 17. August 2012

Deadpool

Bewbies, Bewbies, Slash Slash Slash

Die Welt von Marvel ist voller schillernder Figuren. Da ist der ewig grimmige Wolverine, der mit einer schnellen Handbewegung Menschen zu Fleischbrei verarbeitet. Dann gibt es Spider-Man, die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft. Und es gibt den Hulk, der groß, grün und ziemlich verärgert ist. Aber keiner ist wie Deadpool. Er ist der einzige Marvel-Held, der weiß, dass er sich in einem Comic befindet. Und diesem Fall auch, dass er die Hauptfigur eines Spiels ist.

Wer aber Deadpool kennt, der weiß, dass er sich nicht damit zufrieden gibt, seine Position als Comicfigur zu kommentieren. Er macht sich auch darüber lustig. Über alles. Dazu zählen auch die Aktionen des Spielers, insbesondere dann, wenn er stirbt oder etwas nicht richtig macht. Da zahlreiche Kameos von Marvel-Helden für das Spiel geplant sind, wird es für Deadpool aber auch viel Läster-Stoff auf seiner Seite des Screens geben. Und wenn er nicht gerade Peniswitze macht, geht es um Bewbies.


Schon während des Startbildschirms, der vor der Präsentation des Spiels über den Bildschirm flackert, beginnt Deadpool, mit dem Spieler zu sprechen. Sean Miller, Game Director von Deadpool, erklärt der Presse, dass Deadpool der frechste Charakter des Marvel-Universums ist. Das kann er sich aber nur deshalb erlauben, weil er - genau wie Wolverine - regenerative Fähigkeiten besitzt. Wenn er im Spiel verletzt wird, kann es sein, dass er einen Arm verliert, der einfach nachwächst oder wieder aufgesammelt und drangesetzt wird. Damit geht auch die sehr erwachsene Ausrichtung des Spiels einher: Blut und abgetrennte Gliedmaßen sind an der Tagesordnung. Mit Anteilen aus Action-Adventure und Slasher schießt und slasht man sich als labernder Söldner durch's Marvel-Universum. Alle Aktionen werden von Deadpool mit bissigen Kommentaren und One-Linern bedacht. Wenn man in einem Quick-Time-Event nicht rechtzeitig die Taste drückt, dreht Deadpool sich zum Spieler um und fordert ihn auf, endlich mal den Knopf zu hämmern.

Wie die Comics wird auch das Deadpool-Spiel von Selbstreferenzialität durchzogen sein. Das bedeutet, dass sich das Spiel auf sich als Medium immer wieder selbst bezieht - und sich dabei intelligent über die Klischees des Genres echauffiert. Das Demo-Level auf der Gamescom beginnt beispielsweise in der Kanalisation (was wäre ein Spiel ohne Sewers?) in der sich bereits im ersten Raum eine Kiste befindet (jedes Spiel hat Kisten!). Wie ihr bereits erahnt haben werdet, befindet sich in der Kiste ein Trampolin. Und weil das ja lustig ist, hüpft Deadpool erst mal ein paar Runden darauf herum, bis er seiner Mission nachgeht.


In Sachen Gameplay stellte Miller das Combo-System in den Vordergrund. Der Spieler wird dafür belohnt, wenn er Action macht. Das bedeutet viele Schläge auszuteilen und Gegenstände zu benutzen, welche die Umwelt bereit stellt. Und seien wir mal ehrlich: wenn besiegte Feinde Raketenwerfer droppen, würde man die sowieso nicht schlecht werden lassen. Zur Belohnung kann der Spieler dann Special-Moves ausführen, die besonders cool aussehen und die Feinde auf fiese Weise besiegen. Gleichzeitig werden diese Szenen aber durch Comic-Relief aufgelockert und sind letztlich kaum noch ernstzunehmen. Obwohl es zahlreiche Waffen wie Schwert, Hammer und Maschinenpistolen gibt, deren Stats man durch Skillpunkte aufbessern kann, ist der Kampf nicht das einzige Gameplay-Standbein. Es wird außerdem auch verschiedene Plattforming- und Puzzle-Passagen geben, erklärte uns Miller. Und natürlich kann es jederzeit passieren, dass Deadpool anfängt zu singen oder mit sich selbst zu sprechen. Das macht er so.

Nach der Präsentation erzählte Miller mir, dass er schon frühzeitig mit der USK zusammenarbeiten möchte, um das Spiel auch nach Deutschland zu bringen. Ihm ist bekannt, wie ernst Deutschland den Jugendschutz nimmt, und dass der hohe Anteil von Blut und Gore in seinem Spiel bei uns problematisch sein könnte. Er legt großen Wert darauf, dass der Titel möglichst unverändert auch hierzulande erscheinen kann. Dass der deutsche Markt ihm wichtig ist, zeigt sich auch in weiteren Überlegungen. Das Team denkt derzeit über eine deutsche Lokalisation nach, so Miller, aber er habe noch nicht einschätzen können wie wichtig den deutschen Spielern eine eigene Sprachausgabe ist. Ich habe ihm natürlich erklärt, wie wertvoll ich den Originalton finde und empfohlen, den Spielern am besten beides anzubieten. Falls ihr also deutsche und englische Sprachausgabe auf der finalen Disk findet, wisst ihr, wer hier der Held ist.


Leider wird das bei einem Entwicklungsstand von etwa 30% nicht vor 2013 der Fall sein. Alle Marvel- und Deadpool-Fans können sich aber schon jetzt auf ein einzigartiges Superheldenspiel für die Xbox 360 und die PS3 freuen (PC-Spieler müssen leider passen). Bei Sean Miller merkt man sofort, dass er seine Figur liebt und das ist eine wichtige Basis für solche Umsetzungen. Dieses Spiel durchbricht die Mauer zwischen Medium und Spieler - und das ist die beste Spielidee, die ich seit langem gesehen habe. Nex

Kommentare

Heilerderwelten
Gast
18. August 2012 um 20:01 Uhr (#1)
Ich muss zugeben der rote Schlingel,
ist der einzige Marveltyp, den ich nicht völlig misraten finde
und das obwohl ich ihn gerade roten Schlinge nannte,
dass will doch was heißen oder? ^^
Ben
18. August 2012 um 20:56 Uhr (#2)
Ich glaube Deadpool mag sonst auch keinen Marvel-Typen.
Makuta87
Gast
12. Januar 2013 um 01:22 Uhr (#3)
ein game mit deadpool? HABEN MUSS :)
Gast
23. Oktober 2017 um 17:30 Uhr
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28. Juni 2013
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Plattform - PC-Spiele haben mit die älteste Tradition. Heutzutage laufen die meisten Games unter dem Microsoft Windows.
Playstation 3
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