Guardian Heroes

(Artikel)
Rian Voß, 27. Oktober 2011

Guardian Heroes

Jetzt auch auf Xbox Live Arcade

Guardian Heroes hatte als einer innovativsten Beater seiner Zeit, genau wie einige andere herausragende Titel, das maßlose Unglück für den Sega Saturn herausgekommen zu sein. Ich weiß auch nicht, was Entwickler Treasure dazu hingerissen hat für Segas ungeliebtes Kind einen Top-Titel nach dem anderen herauszuhauen. Vielen, die damals lieber zur Playstation gegriffen haben, sind dadurch Juwelen wie Radiant Silvergun oder eben GH unverhofft durch die Lappen gegangen. Aber Xbox Live Arcade poliert diesen pixeligen Schatz mit frischer Grafik, ein paar neuen Spielmodi und Achievements (!!!) für die breite Masse wieder auf.


Das Coole ist ja jetzt: es ist noch gar nicht so lange her, dass ich einen Artikel über Guardian Heroes geschrieben habe! Ha-hah!! Tja, dann kann ich mir ja selbst auf die Schultern klopfen und Schluss für heute machen.
Das heißt, ich könnte es, wenn Treasure nicht zu diesen verflucht geilen Entwicklern gehören würde, die ihre Klassiker für den anspruchsvollen Indie-Gourmet rundum neu aufwerten und den Scheiß dann auch noch für knapp zehn Euro (800 MS-Points) auf den Markt werfen. Verdammt seien sie! Seht, wie ich meine Faust anklagend über meinen Kopf erhebe und bedrohlich mit ihr wackele!

Aber mal Spaß beiseite: Treasure hat sich echt nicht lumpen lassen. Erst mal haben sie für alle Freunde des Klassikers und geschmackserstarrte Puristen das originale Spiel von 1996 vollständig integriert - die Bildpunkte lassen sich an 32 mal 24 Händen abzählen, man kann gemeuchelte Gegner für einen unendlichen Erfahrungspunkteschub am Bildschirmrand in der Luft jonglieren und die Steuerung ist, mal abgesehen vom abwecheichenden Controllerdesign, exakt dieselbe. Einzig die Bildschirmtexte wurden neu übersetzt, was aufgrund einiger unliebsamen Albernheiten ein bisschen fehl am Platze wirkt, andererseits wurde mit den absolut trockenen Bezeichnern für Story-Elemente aufgeräumt, so dass man endlich mal klar versteht, worum es eigentlich geht und wer hier warum der Bösewicht ist. Ehrlich, ich habe GH auf dem Saturn sicherlich zwanzig Mal durchgespielt und am Ende wusste ich immer nur, dass es Sky Spirits, Earth Spirits und den möglicherweise bösen, möglicherweise missverstandenen Erzmagier Kanon gibt.


Die wohl beste Neuerung: Man kann nun endlich bereits gesehene Dialoge überspringen. Das hat dafür gesorgt, dass ich nach einer ausgedehnten Partie morgens schon um sieben anstatt erst um elf Uhr ins Bett ging.
Wer allerdings nicht so viel Lust auf den Nostalgie-Flair hat, der kann sich auch an den Remix-Modus wagen: Story und Gameplay sind im Grunde dasselbe wie beim Original, jedoch wurden einerseits sämtliche Bitmaps überzeichnet und mit einigen Filtern versehen (was den Charakteren ein "verwaschenes" Aussehen verleiht - nicht ganz mein Fall), andererseits wurden auch Kleinigkeiten am zugrundeliegenden Spielsystem getweakt. So hat etwa ein manafressender Konter seinen Weg in die Kontrollen gefunden, genauso wie das Abschalten des unendlichen EXP-Gewinns durch's Leichenjuggling. Weitere abgeänderte Details werden für den eifrigen Leser in einer bündigen Hilfedatei zusammengefasst, so dass jeder für sich selbst entscheiden kann, ob er lieber auf neu oder alt die Welt rettet. In beiden Fällen ist der außergewöhnliche Soundtrack mit seinen vielen musikalischen Verästelungen erhalten geblieben. Immer noch eines meiner ganz großen Highlights: das 80er-Saxophon-Solo in Prelude to Hope. Gänsehaut von Kopf bis Fuß, Mann!

Neben dem ursprünglichen Ko-Op-Modus, der leider immer noch nur zwei anstatt vier Spielern unterstützt, wurde der bereits zu Saturn-Zeiten absolut manische Versus-Modus von acht auf sechzehn Spieler gleichzeitig aufgewertet. CHAOS! Mitgeliefert werden verschiedene Regelsets fürs Original oder den Remix, die zum Beispiel Bossgegner oder Fußsoldaten der insgesamt 45 Charaktere für einen fairen Kampf verbieten und sicherstellen, dass alle Kontrahenten einen ähnlichen Level haben. Es lassen sich aber auch manuelle Spielmodi erschaffen, in denen man etwa die Flugfähigkeiten von in jener Hinsicht begabten Figuren verbieten oder erlauben kann, in denen man Konter (de-)aktivieren kann und mehr. Wer aber Bock auf absoluten Wahnsinn hat, der kann auch einfach alle Regeln ausschalten und mit einem in der Luft schwebenden Golem God unendlich viele Blitze auf die Erdenkriecher feuern. Beschweren verboten - ihr wisst, worauf ihr euch eingelassen habt.


Guardian Heroes bietet viel für wenig Geld - einen ausgefallenen Multiplayermodus, Ko-Op für zwei Spieler, wie immer mehrere Storypfade, eine ganze Armee freispielbarer Charaktere und die Wahl zwischen Nostalgie und retro. Mir fällt eigentlich kein Grund ein, warum ihr euch dieses Spiel nicht holen solltet, aber vielleicht widert euch Spaß ja an. Rian

Kommentare

Heiler
Gast
29. Oktober 2011 um 11:36 Uhr (#1)
Bis vor knapp nem Monat hätte ich für die Ankündigung
von Guarre Herodes wie ich es nenne ^^
getötet. Jetzt nach dem ich es seit Ewigkeiten mal wieder bei nem Kumpel
auf dem Segata Sanchiro Freudenkasten gespielt habe,
würde ich dafür (nur) noch schwere nicht tötliche Straftaten begehen.

Ich sehne die herbei, PSN Ankündigung! (lacht) ^^

~ Heiler ~
Rian
29. Oktober 2011 um 16:00 Uhr (#2)
Ich würde mich dann mal vorbereiten, schwere, nicht-tödliche Straftaten zu begehen xD Bis jetzt ist nämlich, soweit ich weiß, kein Treasure-Spiel für PSN herausgekommen, dazu zählen Ikaruga, Bangai-O, Radiant Silvergun und jetzt eben auch Guardian Heroes. D:
Kcho
Gast
25. März 2014 um 06:15 Uhr (#3)
Did not realise you had won.Going for the FIFA oneFools Idiots Freeloading Arses .or smoething on those lines. The mirrored graphic from their Zurich HQ with the tag rider underneath?
Gast
28. Mai 2017 um 14:21 Uhr
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Spiele des Artikels

RELEASE
25. Januar 1996
PLATTFORM
Sega Saturn
Plattform
Xbox 360
Plattform

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