Eine tote Insel

(Artikel)
Joshua Peters, 07. Oktober 2011

Eine tote Insel

oder: Die Zombies von Banoi

Der Zombie-Hype scheint kein Ende zu nehmen, aber es sind auch einfach gute Gegner, wenn man mal ehrlich ist. Es sind zwar irgendwie schon Menschen, aber auch nicht wirklich, man kann also so brutal mit ihnen umgehen wie man möchte und es ist fast egal - dann kann man sie noch anpassen, wie man möchte, und sie sind gruselig. Außerdem kann man mit dem Zombifizieren von Gruppenmitgliedern, Familie oder Freunden schön für Drama sorgen und diese gegen einen aufhetzen. Und Zombies sorgen für Zusammenhalt, denn alleine wird man es nicht schaffen. Perfekte Grundlage also für Ko-Op-Spiele. Davon gibt es inzwischen schon einige und viele davon sind relativ beliebt. Auf dieser Welle der Zombie-Ko-Op-Spiele kommt ein Neuling dahergesurft, der sich mit der Geschichte um vier Überlebende auf der toten Insel Banoi befasst.


Banoi ist ein Ferienparadies, das zwischen Papua Neuguinea und Australien gelegen ist. Als man jedoch morgens aufwacht, ist das Paradies zu einer Hölle geworden. Einer wunderschönen Hölle zwar, aber trotzdem einer Hölle. Überall Zombies und Leichen und so. Positiv ist dann jedoch die überdurchschnittliche Anzahl an Überlebenden auf der Insel, die sich in kleinen Gruppen oder Siedlungen organisiert haben. Außerdem gibt es noch einen mysteriösen Unbekannten in einem Bunker, der möchte, dass alle zu ihm kommen. Das Problem ist nur, dass man selbst und auch die Leutchen, mit denen man anfangs zusammenstößt, keinen blassen Schimmer haben, wo sich dieser Bunker befindet, und auch nicht genug Funkpower besitzen, um wieder Kontakt mit dem Unbekannten aufzunehmen.
So macht man sich also als einer von vier Chars auf die Insel zu erforschen und Zombies zu plätten. Bevor man ein neues Spiel beginnt, kann man sich einen von diesen Chars aussuchen: die Chinesin Xian Mei, die gut mit Messern, Schwertern und sonstigen Waffen mit Klinge umgehen kann; der Ex-Profi-Footballer Logan, der den Gegnern gerne mal die Waffen auf Distanz an die Birne hämmert; Purna, die Halb-Aborigine und Ex-Polizistin, die sich mit Schusswaffen aller Art auskennt, oder Sam B, der One-Hit-Wonder Gangster-Rapper, der gut mit Knüppeln umgehen kann.

Das Spiel kommt dabei meines Verständnisses nach am ehesten einem RPG nach westlichem Stil gleich. Nachdem man den Prolog geschafft hat, wird man in eine offene Welt geschmissen, in der man eine Quest annimmt, sie erledigen möchte, dabei über fünf andere Quests stolpert, beim Ausführen derer nochmal drei andere findet und irgendwelchen Spuren nachgeht, um am Ende dann sieben Level höher zu sein und die Ausgangsquest immer noch nicht erledigt zu haben. Zudem hat man eine Ausdauerleiste, die beim Angreifen, Springen und Sprinten abnimmt, was auch typisch für das Genre ist. Und man findet überall Reisegepäck, das die Rolle von Schatztruhen einnimmt. Die ehemaligen Besitzer werden sich wohl kaum beschweren, dass wir ihre Taschen durchwühlen. Neben Geld nimmt man auch gerne Nägel, Gürtel, Klebeband und Co mit, die man verkaufen kann oder zum Modifizieren von Waffen verwendet. So wird aus einem einfachen Stock und ein paar Nägeln ein ganz fieser Nagelstock!


Das Kampfsystem ist ziemlich simpel, aber trotzdem lassen sich damit viele schöne Dinge anstellen. Man hat einen Knopf zum Benutzen der Waffe, einen zum Treten und einen, um die Waffe zu werfen. Nun lässt sich das alles sehr schön kombinieren und einem nach etwas Übung schöne, flüssige Kämpfe austragen. Die mächtigste Waffe ist sowieso die eigene Schuhgröße, denn Gegner haben auch Ausdauer - wenn man sie schlägt, verlieren sie diese abhängig von der Waffe nach einer Weile und fallen hin und der Fuß zieht verdammt viel Ausdauer. Meist liegen sie schon nach nur einem Tritt ins Gesicht und etwas taumelnd am Boden, so dass man sich ganz gemütlich ihrer Visage widmen kann - mit was auch immer man gerade zur Hand hat. Die Beine sind somit auch besonders gut zur "Crowd Control" geeignet, also dem Managen vieler Gegner auf einmal, indem man erst mal ein paar davon temporär unfähig macht. Auch das Sprinten und Springen lässt sich schön in den Kampf einbauen. Ich sprinte gerne auf Zombies zu, springe hoch und trete ihnen im Flug in die Fresse!
Auch wo man die Gegner trifft und mit was ist sehr wichtig. Stumpfe Waffen führen bei den Gegnern zu Brüchen, während man mit scharfen Waffen Körperteile abtrennt. Beides hat als Resultat, dass der Gegner das Körperteil nicht mehr benutzen kann, das eine nur etwas spektakulärer als das andere. Bei einigen harten Gegnern, die sich nicht einfach umwerfen lassen, ist es allerdings schon sicherer sie ihrer Arme zu berauben, statt sie einfach nur zu brechen.

Did she died?

Erfahrung bekommt man natürlich pro besiegtem Zombie und für erledigte Quests. Wenn man einen Level aussteigt, bekommt man mehr Leben und Ausdauer und darf zusätzlich noch einen Skillpunkt in einen von drei Zweigen im Skilltree des Charakters ausgeben. Dieser führt einem auch deutlich vor Augen, dass es sich bei dem Spiel eigentlich um einen reinrassigen Kooperativen handelt, denn die Chars haben sehr typische Fähigkeiten die sie ausbilden können. Während Xian Punkte investieren kann, um weniger Aufmerksamkeit von Zombies zu bekommen, kann der Rapper Sam B genau das Gegenteil lernen und alle anlocken - ist also der Tank der Gruppe. Man kann seine Zeit auf der Insel allerdings auch sehr gut alleine verbringen und muss sich nicht mit anderen rumschlagen.

Mir gefällt die tote Insel sehr gut, da ich ja sowieso ein großer Fan von Open World West-RPGs bin, in welche sich das Spiel sehr gut einfügt (auch wenn es wesentlich actionreicher als typische Rollenspiele daherkommt) und sogar über einen Multiplayer verfügt. Was ich auch ganz witzig fand, war dass man, wenn man von jemandem eine Quest bekommt, man immer erst mal ein Blatt Papier hoch nimmt, wo die Quest noch mal draufsteht, zusammen mit Schwierigkeit und Belohnung und man dann annehmen oder ablehnen kann, was der Char dann immer mit "Sure", "Okay!", "Yes", "Jop" und Ähnlichem kommentiert oder z.B. "Naaaah". Achja, wo sie bei der Insel mit Grafik und Schönheit geprotzt haben, da haben sie leider bei den Gesichtern der NPCs gespart, aber das macht das Spiel eigentlich nicht schlechter, man wundert sich nur, wenn man sich so den Rest des Spiels anguckt.

Auch Ihr - Jozu

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17. August 2017 um 15:35 Uhr
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