Dragonball Z

(Artikel)
Benjamin Strobel, 16. April 2017

Dragonball Z

DBZ Games (7): Xbox 360 und PS3

Willkommen zum siebten Teil unserer Dragonball-Retrospektive. Ich möchte diesen DBZ-Artikel einfach mal mit einem Video beginnen. Kamehameha:


So werben derzeit eine Reihe von Trailern für den brandneuen DBZ-Titel Burst Limit. Der ist gerade erst vor einer Woche in Europa erschienen. Die glücklichen Gewinner sind diesmal alle 360- und PS3-Besitzer, denn auf beiden Konsolen feiert die endlos lange Dragonball-Spielereihe ihr Debut - das zelebrieren die Entwickler mit einer vollkommen neuen Grafik-Engine, fangen ansonsten aber wieder bei Adam und Eva an. Wie das Cover bereits ganz subtil vermittelt, wird hier nur die Story bis zur Cell-Saga abgehandelt. Freezer verhauen, ein paar Cyborgs verhauen, Cell verhauen, durchgespielt. Das klingt ziemlich kurz und das ist es auch.

Dieser Beitrag wurde erstmals am 13.6.2008 veröffentlicht.

Es ist schon sehr enttäuschend, dass man im Dragonball-Universum ständig solche Rückschritte macht. Der Charakter-Roster umfasst gerademal 20 Kämpfer, plus Verwandlungen in weitere Formen. Und einer der Kämpfer ist auch noch der Pflanzenmann! Doch zum Glück ist das Transformieren mitten im Kampf erhalten geblieben. Das Kampfsystem selbst erinnert stark an das der Budokai-Reihe, gepaart mit etwas Pepp, den die Entwickler unter die alten Kamellen gemischt haben.
Das Gameplay ist erneut sehr rasant. Schlagen, Blocken, Schießen: mehr braucht Dragonball nicht. Neu ist vor allem das System der Ki-Leiste. Diese lädt sich nur noch langsam von selbst auf, kann also nicht durch Knopfdruck aufgepowert werden. Das wirkt zuerst total verwirrend auf den geübten DBZ-Spieler. Wie, kein Aufladen? Was soll ich denn machen, wenn ich dem Gegner auf große Entfernung gegenüberstehe? Ich kann's euch sagen: Kamehamehas und Big Bangs abfeuern bis zum Kotzen. Diese Spezial-Attacken verbrauchen nämlich gar keine Energie mehr und lassen sich beliebig oft abfeuern. Wozu dann die KI-leiste?

1. Zum Ausweichen (Druck auf die Blocken-Taste und man ist hinter dem Feind. Zawusch)
2. Zum ultimativen Blocken (verhindert säntlichen Schaden, solange bis die Ki-Leiste leer ist)
3. Für Super-Spezialangriffe (besonders stark, verbraucht die gesamte Ki-Leiste)
4. Zum Transformieren (Supersayajin! Verbraucht die ganze Ki-Leiste)
5. Für den Hypermodus (Macht für kurze Zeit ganz doll stark. Verbrauch auch die ganze Leiste)

Das ist ja wohl immer noch genug!

Weiteres Gameplay-Feature sind Drama-Sequenzen. Diese kommen in Form einer kurzen, meist sehr schönen Cutscene im Kampf zum Einsatz, wenn bestimmte Konditionen erfüllt werden. Beispiel: Vegeta bekommt auf die Gosche. Cutscene.

[Vegeta wird wütend, weil er auf die Gosche bekommt] tritt in Kraft.

In einer kurzen Zwischensequenz sieht man einen wutschnaufenden Vegeta, er powert sich auf, die Stärke seiner Angriffe steigt. Das gibt's dann in verschiedenen Variationen. Leider wiederholen sich solche Cutscenes extrem oft, sodass man schnell die Nase voll von ihnen hat, vor allem vom andauernden "DARN IT!" der Charaktere.

[Nappa lässt eine Kugel Schokoeis fallen]
"DARN IIIIT!"


Gerade im Multiplayer nerven die vielen Kampf-Unterbrechungen dadurch, dass man den Mist auch nicht überspringen kann. Zum Glück ist es kein Zwang mit diesen Power-Ups zu spielen.

Noch eine schöne Neuerung der "Budokai"-Reihe: Ein Online-Modus! Hurra! Endlich namenlosen Menschen auf's Maul hauen. Sehr komischer Beigeschmack der ganzen Multiplayersparte ist allerdings das Balancing, das von Atari erstmalig als vollkommen ausgeglichen gilt: Dickere Charaktere verfügen zwar über mehr Angriffspunkte, sind aber von der Defensive her schwächer und ermüden auch schneller. Da greift das Balancing auch ganz gut, aber Spezial- und Ultra-Attacken sind von Charakter zu Charakter mordsmäßig imba. Trunks etwa beherrscht mehrere, verflucht schnelle, unausweichbare Ki-Blasts, bei denen man sich nicht wegteleportieren kann. Seinen Superangriff muss man dann halt, wie etwa auch Vegetas Final Flash, wegen der nur sehr langsam reagierenden Blocktasten einfach mit dem Gesicht entgegennehmen.

Ich finde, die Charaktere gehören Tenkaichi-mäßig eigentlich vollkommen ungebalanced. Wenn der zweifache Super-Gohan seine Muskeln spielen lässt, dann dürfte Tenshinhan eigentlich nur als pürierter Fleischknödel enden. Aber dann heulen ja online alle rum: "Natürlich hast du gewonnen, dein Gogeta SSJ8 ist ja auch viel stärker als mein Pflanzenmann, du Noob!"

Dennoch: Das Spiel sieht dank Next-Generation-Power makellos aus und kann locker mit dem Anime mithalten. Die Effekte sind alle sehr gelungen und die Dragonball-Atmosphäre wird vollkommen aufgefangen. Seltsam ist nur, dass alle wirklich gut in Szene gesetzten Videos erst am Ende einer Saga gezeig werden, wenn man diese bereits durchgespielt hat. Vor und zwischen den Kämpfen kommen immer nur dieselben lahmen Kampfvideos zur Einstimmung. Es laufen quasi die Credits über den Bildschirm, da sieht man eine Ballung toller Szenen: Goku im ewigen Kampf mit Freezer, eine fette Genkidama oder ein C17-verschlingender Cell - Konnte man das nicht richtig ins Spiel einbauen? Eine wahre Verschwendung, da die Videos wirklich gut sind.

Spaß macht das Spiel trotzdem, ist aber viel kurz. Wie immer ein Tipp von mir zum Kauf: Man warte, bis das Spiel günstiger zu haben ist. Der Standardpreis von 59,99 € ist nicht gerechtfertigt für die kleine Show, die man hier geboten bekommt. Nex

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19. August 2017 um 01:42 Uhr
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