Hydrophobia

(Artikel)
Benjamin Strobel, 20. Mai 2011

Hydrophobia

Auf das sinkende Schiff, ihr Wasserratten!

Mit Hydrophobia brachten die Indie-Entwickler Dark Energy Digital ihren ersten Titel auf den Xbox Live Marketplace. Obwohl der Titel es vermuten lässt, wird man bei diesem Spiel nur zeitweise gegruselt. Den Rest der Zeit hat man mit der grandiosen Wasser-Physik zu tun, die sowohl für Atmosphäre als auch Gameplay sorgt. Mittlerweise auch im PSN und über Steam erhältlich, verbirgt sich dahinter ein interessanter Third-Person-Shooter, der einen Blick wirklich wert ist.

Als Protagonistin Kate Wilson befindet man sich auf einer schwimmenden Stadt im Meer - als wäre das nicht schon ungewöhnlich genug, wird ihre Heimat auch noch von Terroristen angegriffen. Der schwimmende Technologie-Fortschritt wird für alle Bewohner zur Wasser-Hölle, als explodierende Bomben zu Hüllenbrüchen führen. Per Funk in Kontakt mit ihrem Kollegen Scoot, muss Katie erst mal ihren Arsch vor dem räudigen Ertrinken retten und macht sich anschließend auf den Weg, den Angriff aufzuklären.

Feuer: davon gibt es viel.

Ausgerüstet mit einer futuristischen Pistole, die Betäubungswellen ausstößt, kommt es schnell zu kleinen Kämpfen mit Angehörigen der terroristischen Organisation. Diese treiben sich auf dem Schiff herum und stiften Unwesen. Betäubte Gegner saufen mit etwas Glück von alleine ab, wenn sie ins Wasser fallen. Falls nicht, muss man manchmal nachhelfen, indem man nahe gelegene Fässer zur Explosion bringt. Späterhin kann man die Pistole auch mit neuer Munition laden, die es beispielsweise ermöglicht, Wasser und damit Feinde unter Strom zu setzen. Endet meistens tödlich. Leider sind die Feinde mit allen Wassern gewaschen und ballern mit scharfer Munition zurück. Da ist dann Deckung gefragt!

Zu allem Überfluss brennt es an jeder Ecke. Brennt es irgendwo nicht, dann nur weil es dort schon überflutet ist. Der Kampf mit dem Wasser macht so einige Schwimmpassagen von Nöten, die auch gerne mal in tauchen ausarten. Es gibt ein paar nette Puzzle, aber meistens muss man in den überfluteten Gängen nach Schlüsselkarten suchen, um Zugang zu neuen Bereichen zu erhalten. Die Wasserphysik ist nicht nur sehr beeindruckend, sondern manchmal auch nützlich: bringt man beispielsweise eine Glasscheibe zum Zerspringen, hinter der sich schon Wassermassen stauen, brechen diese heraus und fegen auch Feinde um, die gerade im Weg stehen. Die mächtige Wucht des Wassers wird an Türen und Schleusen nur zu gerne deutlich: wenn plötzlich überall Wasser einströmt, kann man schon mal leicht Panik bekommen.

Wasser: davon gibt es noch viel, viel mehr.

Optisch bietet das Spiel sehr schöne Wassereffekte, bleibt ansonsten auf dem Niveau der ersten Xbox zurück. Insbesondere die Charaktermodelle sehen etwas altbacken aus. Die englische Sprachausgabe ist ziemlich british, aber leider nicht sehr gut. Ich habe zwar Schlimmeres gehört, aber ein großes Vergnügen bietet die Synchro hier nicht. Deutsche Sprachausgabe gibt es nicht. Das Gameplay bietet zwar keine großen Neuigkeiten in der Third-Person-Welt, bleibt aber durchweg spannend und bietet durch die Wasser-Physik auch Abwechslung. Am meisten Spaß machen die verschiedenen Möglichkeiten, seine Feinde mittels der Umwelt zu erledigen - natürlich gibt es dafür dann auch Achievements.

Die Spielzeit ist relativ kurz, sodass sich der Titel an ein bis zwei Abenden durchspielen lässt. Am Ende wird man mit einem käsigen Cliffhanger belohnt, der fröhlich Richtung Fortsetzung winkt. Für Wiederspieler wurden ein paar Sammelobjekte eingebaut, die zudem auch etwas Hintergrundgeschichte mitbringen. Mit Beenden des Story-Modus schaltet man außerdem noch den Challenge Room frei. Hier kann man sich mit Katie gegen verschiedene Gegner-Horden behaupten. Aber nicht wie bisher: Kate hat ein paar interessante Moves gelernt, die es ihr erlauben, Wasser zu kontrollieren - ein Fingerzeig auf das, was uns im Nachfolger erwarten könnte.

Obwohl die Scores für Hydrophobia großteils im Mittelfeld rangieren, finde ich, dass man dem Spiel eine Chance geben sollte. Für 800 MS-Punkte bzw. 9,99 Euro wird man hier nicht ausgenommen. Und da ich einige Stunden Spaß mit dem Spiel hatte, hier mein Rat: Zieht euch zumindest die Demo und probiert es aus! Nex

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21. Januar 2018 um 03:34 Uhr
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