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Haltet den Dieb... die Diebe!
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Ich habe nie wirklich bereut, zu den Sega-/Xbox-Kindern zu gehören, die zuerst Nintendo und dann Sony leidenschaftlich hassten. Im Nachhinein hieß es natürlich bei einigen Evergreens "WAS, das hast du noch nie gespielt?!", aber hey: den Ball schieße ich locker zurück. Inzwischen steht natürlich an Konsolen alles herum, was vorher die bittere Firmenfeindschaft verboten hat, aber ich fand nie die Gelegenheit, eine wirklich interessant aussehende Spieleserie zu testen: Sly Raccoon. Nun ist für die PS3 die Sly Trilogy herausgekommen und ich ließ es mir nicht nehmen, meine Wissenslücken aufzufüllen. Und es lässt sich sagen, dass Sly würdig gealtert ist.
Für alle, die nur wegen des technischen Aspekts hier sind: Nein, dies ist keine grafische Neuauflage der drei bekannten Spiele. Die Modelle sind also nach wie vor dieselben, allerdings wurde die Auflösung kräftig hochgepumpt, so dass man ohne Augenkrebs auf einem großen Bildschirm spielen kann. Damit hangelt sich die Trilogie zwar keinster Weise an der Standard-Qualität dieser Generation entlang, andererseits steckt viel an Designfinesse in der bunten Welt von Sly Cooper, so dass man da schon vorweg sämtliche Gedanken über den Haufen wird, hier ginge es um Grafiksabberei. Und besser als die meisten Wii-Spiele sieht der Kram allemal aus.
Sly Raccoon oder Sly Cooper and the Thievius Raccoonus
Die Geschichte beginnt mit Waschbär Sly, der mit tatkräftiger Unterstützung seiner zwei Sandkastenfreunde Murray und Bentley ein Erbstück seiner Familie zurückzuerobern versucht: Das Thievius Raccoonus. Sly entspringt einer Dynastie von Robin Hood-Dieben, die ihr geheimes Wissen in einem einzigen Buch gesammelt haben. Als der blaue Mützenträger noch ein Kind war, wurden seine Eltern angegriffen, ermordet und das heiligste aller heiligen Sachbücher in fünf Teile getrennt. Nun, da Sly erwachsen geworden ist, sinnt er auf Rache an den Teuflischen Fünf und kann es nicht zulassen, dass der Name seiner Familie durch deren Untaten beschmutzt wird.
Ich tat mir, ehrlich gesagt, schwer mit dem ersten Teil der Serie, vor allem weil ich mit sehr hohen Erwartungen dran herangetreten bin. Das Spiel ist so aufgebaut, dass man die Festung eines der Mitglieder der fiesen Fünf betritt, alle Unterlevel absolviert, indem man am Ende die Schlüssel einsammelt, zwischendurch ein paar Minigames spielt und am Ende den Boss besiegt. Im Grunde genommen erinnerte mich das Konzept ziemlich stark an Crash Bandicoot, den ich eigentlich auch nie richtig leiden konnte.
Vielleicht überdrehe ich auch etwas, aber ich war Sly Raccoon an dem Moment vollkommen abgeneigt, als sich herausstellte, dass dieses Spiel kein Stealth-Game war. Das lag schon einmal daran, dass es überhaupt nicht möglich ist für Sly zu schleichen! Gegner haben Augen im Hinterkopf und drehen sich sofort um, wenn man sich ihnen nähert! Und viele von denen kippen auch, genau wie der Protagonist, augenblicklich aus den Latschen, wenn man sie mit Slys Hakenstock antippt. Die einzigen Schleichmomente hat man, wenn man etwa Scheinwerfern oder Selbstschussanlagen ausweicht, etwa indem sich der Waschbär in einem Fass versteckt.
Was sehr positiv auffiel war allerdings die Präsentation des Ganzen: der gesamte Stil hat etwas Eigenes, allein im "Codec" fällt eine schöne Anspielung auf Metal Gear Solid und die Spielfiguren verfügen über Charakter und den ein oder anderen bissigen Kommentar oder coolen Spruch.
Allerdings war es für mich, der in Spielen ganz gerne 100% der optionalen Einsammelaufgaben erledigt (solange wir es nicht mit einer riesigen Welt und einer immensen Zahl an Objekten zu tun haben), eine ziemliche Zumutung, in den ganzen Unterleveln die versteckten Hinweise einzusammeln, die den Zugang zum Level-Tresor und neuen Moves freischalten. Von denen gibt es nämlich pro Level so zwanzig bis dreißig Stück und es passiert oft, dass man durch das Verhauen einer Geschicklichkeitsprobe den Hinweis verpasst und alles noch einmal wiederholen darf. So zieht sich das Fünf-Stunden-Spiel gehörig in die Länge.
Kamera und Steuerung waren auch grauenvoll. Sly als Nichtschwimmer + keine Energieleiste + grundsätzlich rutschige Objektränder + frickelige Greifsteuerung + schlechte Kamera resultierten in vielen unfreiwilligen Toden des Maskenträgers.
Sly 2: Band of Thieves
Aber dann wird alles besser! Im ersten Spiel haben Sly und seine Freunde dem fiesen Clockwerk, dem Anführer der Teuflischen Fünf, das Handwerk gelegt, doch seine mechanischen Einzelteile sind nun von anderen Schurken für allerlei durchtriebene Zwecke verwendet. So geht das nicht!
Im Vergleich zum ersten Teil hat sich viel getan. Erst einmal greift man nun nicht mehr direkt den Bossgegner an, sondern landet meist in einem Gebiet, wo der Schurke ahnungslos wohnt. Dieses Gebiet lässt sich frei erforschen, wobei man natürlich möglichst die Straßen meiden und die Dächer nutzen sollte, denn auch wenn Sly nun über eine Energieleiste verfügt gilt dasselbe für seine Gegner, die nun viel mehr aushalten. Mit den kleinen Wächtern kann sich unser hagerer Held vielleicht noch prügeln, aber es gibt da noch die Heavies, gegen die man frontal überhaupt nichts ausrichten kann. Aber immerhin kann man überhaupt etwas ausrichten, denn Feinde verfügen nun über ein Gesichtsfeld! Kommt man unbemerkt von hinten an den Gegner heran, kann man sie in einem Schlag außer Gefecht setzen - allerdings sollte sonst niemand in der Nähe sein, denn so ein Todesstoß macht immer noch eine ganze Menge Lärm.
Man ist nun aber nicht sinnlos unterwegs und hält ansonsten geradewegs aufs Ziel zu, nein: Bentley, das Mastermind jeder Operation, hat einen Plan und gibt Ziele zu Teiloperationen an, die erfüllt werden müssen. Diese Planungen geben sich dabei überaus genial und überzeugend - während Bentley über Dias und Pfeilzeichnungen über die Durchführung labert und wenn man diese Ziele dann Stück für Stück erfüllt und am Ende alles aufgeht, fühlt man sich als richtiger Teil eines Teams aus Meisterdieben. Naja, auch wenn jeder gute Planer eigentlich immer mindestens ein Backup haben sollte, aber wir wollen ja hier kein Ocean's Eleven draus machen. Gott, war der Film kompliziert.
Auf den Weg zu den Operationen fällt auf, wie gut sich die Steuerung verbessert hat: Die Kreis-Taste ist zu benutzen, wenn irgendwo etwas glitzert und damit anzeigt, dass Sly hier sneaky sein kann. Will heißen, dass er dort herumkrabbeln oder auf Seilen laufen kann oder so. Dabei ist das Spiel sehr großzügig: Ist man in der Nähe eines solchen Objektes, genüg ein Druck auf die Taste und Sly "fliegt" zielstrebig darauf zu, so er sich denn darüber befindet. Das wirkt eventuell ein bisschen unlogisch, hält aber den Spielfluss sehr gut am Laufen und ich würde es nicht wagen, mich darüber zu beschweren.
Die Missionen an sich sind immer recht unterschiedlich, meistens gilt es aber trotzdem, von einem Punkt des Levels zum anderen und manchmal auch wieder zurück zu kommen. Oft muss man auch mal Gegenstände aus den Hosentaschen anderer hebeln (übrigens ein Talent, das auch im Rest des Spiels viel Geld einbringt, welches man für Skills ausgeben kann). Allerdings muss nicht nur Sly ran, sondern auch seine Kumpel haben ihre eigenen Talente, die für das perfekte Verbrechen unentbehrlich sind. Spielt man etwa als Schildkröte Bentley, dann kann man Schlafpfeile über seine Armbrust verschießen und Bomben legen. Murray dagegen hat kein Problem damit, sich als Muskel des Teams zu bezeichnen, schwere Gegenstände zu tragen und den großen, bösen Klöpsen eins aufs Maul zu geben.
Und, Gott sei dank: in den Operationen gibt es keine Flaschen zu sammeln! Die sind den Open World-Leveln vorbehalten, was ich sehr erleichternd fand, da man sich während des "tieferen" Gameplays so voll konzentriert sein konnte.
Sly 2 traut sich etwas, was nicht viele Serien mit Erfolg schaffen: das grundlegene Gameplay zu ersetzen, besser zu werden und dann auch noch populär damit zu sein! Allein für Sly 2 lohnt sich schon die Anschaffung der Trilogie, die Spielzeit kann es mit jedem modernen, langen Shooter aufnehmen, aber dann haben wir ja noch Sly 3 übrig.
Sly 3: Honor Among Thieves
Man kann sich jetzt darüber streiten, ob der Nachfolger besser ist als das mittlere Kind, aber in Sly 3 finden sich alle Spieler des zweiten Teils sofort wohl. Die Steuerung ist dieselbe, die drei Hauptcharaktere sind wieder da und wir verfolgen dasselbe Konzept wie im zweiten Teil, indem wir eine Stadt besichtigen, den Diebstahl planen (in diesem Fall wollen wir uns weltbekannte Diebe rekrutieren, um Slys Familientresor zu öffnen, der von einem affigen Doktor in Beschlag genommen wurde) und Unter-Operationen ausführen. Dabei hat sich die spielbare Charakteranzahl von drei auf sieben erhöht worden (was natürlich unseren Haupthelden ein wenig die Bildschirmzeit nimmt), wir haben es mit viel mehr Story und Atmosphäre zu tun und die Entwickler überschlugen sich nur geradezu mit Ideen. Wer Sly 2 mochte, sollte vom dritten zumindest nicht enttäuscht sein und umgekehrt.
Wenn ihr also noch jemandem ein verspätetes Weihnachtsgeschenk besorgen müsst, derjenige eine PS3 und einen guten Geschmack besitzt, dann besorgt ihm doch die Sly-Trilogie, sagt ihm, dass der erste Teil der Serie (sofern wir es nicht mit einem alten Cooper-Liebhaber zutun haben) nicht so wichtig ist und freut euch, dass er sich jetzt viele Stunden lang freuen kann. Meiner Meinung nach hat die Serie auf jeden Fall ihren guten Ruf verdient. Rian
Für alle, die nur wegen des technischen Aspekts hier sind: Nein, dies ist keine grafische Neuauflage der drei bekannten Spiele. Die Modelle sind also nach wie vor dieselben, allerdings wurde die Auflösung kräftig hochgepumpt, so dass man ohne Augenkrebs auf einem großen Bildschirm spielen kann. Damit hangelt sich die Trilogie zwar keinster Weise an der Standard-Qualität dieser Generation entlang, andererseits steckt viel an Designfinesse in der bunten Welt von Sly Cooper, so dass man da schon vorweg sämtliche Gedanken über den Haufen wird, hier ginge es um Grafiksabberei. Und besser als die meisten Wii-Spiele sieht der Kram allemal aus.
Sly Raccoon oder Sly Cooper and the Thievius Raccoonus
Die Geschichte beginnt mit Waschbär Sly, der mit tatkräftiger Unterstützung seiner zwei Sandkastenfreunde Murray und Bentley ein Erbstück seiner Familie zurückzuerobern versucht: Das Thievius Raccoonus. Sly entspringt einer Dynastie von Robin Hood-Dieben, die ihr geheimes Wissen in einem einzigen Buch gesammelt haben. Als der blaue Mützenträger noch ein Kind war, wurden seine Eltern angegriffen, ermordet und das heiligste aller heiligen Sachbücher in fünf Teile getrennt. Nun, da Sly erwachsen geworden ist, sinnt er auf Rache an den Teuflischen Fünf und kann es nicht zulassen, dass der Name seiner Familie durch deren Untaten beschmutzt wird.

Ich tat mir, ehrlich gesagt, schwer mit dem ersten Teil der Serie, vor allem weil ich mit sehr hohen Erwartungen dran herangetreten bin. Das Spiel ist so aufgebaut, dass man die Festung eines der Mitglieder der fiesen Fünf betritt, alle Unterlevel absolviert, indem man am Ende die Schlüssel einsammelt, zwischendurch ein paar Minigames spielt und am Ende den Boss besiegt. Im Grunde genommen erinnerte mich das Konzept ziemlich stark an Crash Bandicoot, den ich eigentlich auch nie richtig leiden konnte.
Vielleicht überdrehe ich auch etwas, aber ich war Sly Raccoon an dem Moment vollkommen abgeneigt, als sich herausstellte, dass dieses Spiel kein Stealth-Game war. Das lag schon einmal daran, dass es überhaupt nicht möglich ist für Sly zu schleichen! Gegner haben Augen im Hinterkopf und drehen sich sofort um, wenn man sich ihnen nähert! Und viele von denen kippen auch, genau wie der Protagonist, augenblicklich aus den Latschen, wenn man sie mit Slys Hakenstock antippt. Die einzigen Schleichmomente hat man, wenn man etwa Scheinwerfern oder Selbstschussanlagen ausweicht, etwa indem sich der Waschbär in einem Fass versteckt.
Was sehr positiv auffiel war allerdings die Präsentation des Ganzen: der gesamte Stil hat etwas Eigenes, allein im "Codec" fällt eine schöne Anspielung auf Metal Gear Solid und die Spielfiguren verfügen über Charakter und den ein oder anderen bissigen Kommentar oder coolen Spruch.
Allerdings war es für mich, der in Spielen ganz gerne 100% der optionalen Einsammelaufgaben erledigt (solange wir es nicht mit einer riesigen Welt und einer immensen Zahl an Objekten zu tun haben), eine ziemliche Zumutung, in den ganzen Unterleveln die versteckten Hinweise einzusammeln, die den Zugang zum Level-Tresor und neuen Moves freischalten. Von denen gibt es nämlich pro Level so zwanzig bis dreißig Stück und es passiert oft, dass man durch das Verhauen einer Geschicklichkeitsprobe den Hinweis verpasst und alles noch einmal wiederholen darf. So zieht sich das Fünf-Stunden-Spiel gehörig in die Länge.
Kamera und Steuerung waren auch grauenvoll. Sly als Nichtschwimmer + keine Energieleiste + grundsätzlich rutschige Objektränder + frickelige Greifsteuerung + schlechte Kamera resultierten in vielen unfreiwilligen Toden des Maskenträgers.
Sly 2: Band of Thieves
Aber dann wird alles besser! Im ersten Spiel haben Sly und seine Freunde dem fiesen Clockwerk, dem Anführer der Teuflischen Fünf, das Handwerk gelegt, doch seine mechanischen Einzelteile sind nun von anderen Schurken für allerlei durchtriebene Zwecke verwendet. So geht das nicht!

Im Vergleich zum ersten Teil hat sich viel getan. Erst einmal greift man nun nicht mehr direkt den Bossgegner an, sondern landet meist in einem Gebiet, wo der Schurke ahnungslos wohnt. Dieses Gebiet lässt sich frei erforschen, wobei man natürlich möglichst die Straßen meiden und die Dächer nutzen sollte, denn auch wenn Sly nun über eine Energieleiste verfügt gilt dasselbe für seine Gegner, die nun viel mehr aushalten. Mit den kleinen Wächtern kann sich unser hagerer Held vielleicht noch prügeln, aber es gibt da noch die Heavies, gegen die man frontal überhaupt nichts ausrichten kann. Aber immerhin kann man überhaupt etwas ausrichten, denn Feinde verfügen nun über ein Gesichtsfeld! Kommt man unbemerkt von hinten an den Gegner heran, kann man sie in einem Schlag außer Gefecht setzen - allerdings sollte sonst niemand in der Nähe sein, denn so ein Todesstoß macht immer noch eine ganze Menge Lärm.
Man ist nun aber nicht sinnlos unterwegs und hält ansonsten geradewegs aufs Ziel zu, nein: Bentley, das Mastermind jeder Operation, hat einen Plan und gibt Ziele zu Teiloperationen an, die erfüllt werden müssen. Diese Planungen geben sich dabei überaus genial und überzeugend - während Bentley über Dias und Pfeilzeichnungen über die Durchführung labert und wenn man diese Ziele dann Stück für Stück erfüllt und am Ende alles aufgeht, fühlt man sich als richtiger Teil eines Teams aus Meisterdieben. Naja, auch wenn jeder gute Planer eigentlich immer mindestens ein Backup haben sollte, aber wir wollen ja hier kein Ocean's Eleven draus machen. Gott, war der Film kompliziert.
Auf den Weg zu den Operationen fällt auf, wie gut sich die Steuerung verbessert hat: Die Kreis-Taste ist zu benutzen, wenn irgendwo etwas glitzert und damit anzeigt, dass Sly hier sneaky sein kann. Will heißen, dass er dort herumkrabbeln oder auf Seilen laufen kann oder so. Dabei ist das Spiel sehr großzügig: Ist man in der Nähe eines solchen Objektes, genüg ein Druck auf die Taste und Sly "fliegt" zielstrebig darauf zu, so er sich denn darüber befindet. Das wirkt eventuell ein bisschen unlogisch, hält aber den Spielfluss sehr gut am Laufen und ich würde es nicht wagen, mich darüber zu beschweren.

Die Missionen an sich sind immer recht unterschiedlich, meistens gilt es aber trotzdem, von einem Punkt des Levels zum anderen und manchmal auch wieder zurück zu kommen. Oft muss man auch mal Gegenstände aus den Hosentaschen anderer hebeln (übrigens ein Talent, das auch im Rest des Spiels viel Geld einbringt, welches man für Skills ausgeben kann). Allerdings muss nicht nur Sly ran, sondern auch seine Kumpel haben ihre eigenen Talente, die für das perfekte Verbrechen unentbehrlich sind. Spielt man etwa als Schildkröte Bentley, dann kann man Schlafpfeile über seine Armbrust verschießen und Bomben legen. Murray dagegen hat kein Problem damit, sich als Muskel des Teams zu bezeichnen, schwere Gegenstände zu tragen und den großen, bösen Klöpsen eins aufs Maul zu geben.
Und, Gott sei dank: in den Operationen gibt es keine Flaschen zu sammeln! Die sind den Open World-Leveln vorbehalten, was ich sehr erleichternd fand, da man sich während des "tieferen" Gameplays so voll konzentriert sein konnte.
Sly 2 traut sich etwas, was nicht viele Serien mit Erfolg schaffen: das grundlegene Gameplay zu ersetzen, besser zu werden und dann auch noch populär damit zu sein! Allein für Sly 2 lohnt sich schon die Anschaffung der Trilogie, die Spielzeit kann es mit jedem modernen, langen Shooter aufnehmen, aber dann haben wir ja noch Sly 3 übrig.
Sly 3: Honor Among Thieves
Man kann sich jetzt darüber streiten, ob der Nachfolger besser ist als das mittlere Kind, aber in Sly 3 finden sich alle Spieler des zweiten Teils sofort wohl. Die Steuerung ist dieselbe, die drei Hauptcharaktere sind wieder da und wir verfolgen dasselbe Konzept wie im zweiten Teil, indem wir eine Stadt besichtigen, den Diebstahl planen (in diesem Fall wollen wir uns weltbekannte Diebe rekrutieren, um Slys Familientresor zu öffnen, der von einem affigen Doktor in Beschlag genommen wurde) und Unter-Operationen ausführen. Dabei hat sich die spielbare Charakteranzahl von drei auf sieben erhöht worden (was natürlich unseren Haupthelden ein wenig die Bildschirmzeit nimmt), wir haben es mit viel mehr Story und Atmosphäre zu tun und die Entwickler überschlugen sich nur geradezu mit Ideen. Wer Sly 2 mochte, sollte vom dritten zumindest nicht enttäuscht sein und umgekehrt.

Wenn ihr also noch jemandem ein verspätetes Weihnachtsgeschenk besorgen müsst, derjenige eine PS3 und einen guten Geschmack besitzt, dann besorgt ihm doch die Sly-Trilogie, sagt ihm, dass der erste Teil der Serie (sofern wir es nicht mit einem alten Cooper-Liebhaber zutun haben) nicht so wichtig ist und freut euch, dass er sich jetzt viele Stunden lang freuen kann. Meiner Meinung nach hat die Serie auf jeden Fall ihren guten Ruf verdient. Rian
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