Sorcery Gewinnspiel!
Bit.Trip BEAT
Tanz der Pixel
Manche lieben es, in der Nostalgie zu baden. Manche haben sich dem reinen, modernen Spiel verschrieben. Aber ich mag es noch am liebsten, wenn das Beste aus beiden Welten verschmilzt; nehmen wir einmal Pong und Musikspiele, zwei Genres, die zeitlich nicht weiter auseinanderliegen könnten: Tennis, das erste Videospiel der Geschichte, und Musikkrams wie Dance Dance Revolution oder Guitar Hero, die zu den neuesten Auswucherungen unserer Zeit gehören. Passt das zusammen? Natürlich! Und Bit.Trip BEAT zeigt auf fantastische Weise, wie es geht.

Die Spielanweisung geht nicht über die des klassischen Vorbildes hinaus: Avoid missing ball for highscore. (Pong-Regel) Nur kommen die Bälle begleitet von Musik ins Bild, hüpfen und springen wie wild umher und anstatt an einem Drehknopf zu schrauben bewegt man die Maus, die Pfeiltasten, die Wiimote oder den Steuerknüppel am Controller. Es könnte nicht einfacher sein.
Drei Kapitel, die sich nacheinander freispielen lassen, stehen bereit, dem retrosüchtigen Spieler mit freundlichen und gemeinen Passagen die Zeit zu vertreiben. Dabei kommen die Bälle aber nicht nur gerade auf den linken Spielrand zugeflogen, sondern nehmen die schrägsten Formen an und verhalten sich zuweilen auch ziemlich unberechenbar. Durchspielen beim ersten Versuch? Wohl eher nicht. Macht aber nichts, denn die stilvoll gehaltene und bunte Grafik passt sich formvollendet an die langen, durchgehenden, bliependen und blupenden Musikstücke an, die einem auf's Trommelfell zujagen. Ich empfehle Kopfhörer! Die Stücke sind tatsächlich so gut, dass man beim Zuhören/Spielen unwissend mitwippt, was auch daran liegt, dass man als Spieler durch die Reflektion der Pixel auch quasi an der "Schönheit" der Musik mitwirkt.


Und an dieser Stelle kommt eine kleine, taktische sowie interaktive Komponente: Verpasst man zu viele Bälle, rutscht man eine "Ebene" tiefer, wo alles weniger schön ist. Von der Hyper-Ebene, der höchsten (wo es auch schön Multiplikatoren gibt und die Musik am wohlklingendsten ist) rutscht man auf die Mega-Ebene runter (ohne Multiplikator und die Reflektionen klingen schon sehr nach C64) und von dort aus geht es direkt in den Nether: Das Bild wird schwarz-weiß, die Musik fällt aus und im Grunde genommen ist alles wie in einer 70er-Jahre-Kinderstube. Das ist einmal natürlich total witzig, danach will man den Nether aber möglichst meiden - die Musik ist schließlich weg!
Das Vermeiden des Nethers ist aber oft gar nicht so einfach, weil der Bildschirm vor allem in den späteren Kapiteln dermaßen mit Farben und Formen überladen ist, dass man total den Überblick verliert. Ein bisschen weniger Epilepsie-Geblinke wäre wahrscheinlich doch gar nicht so schlecht gewesen.

Der Nether! O Graus!

Ein besonders interessanter Teil des Spiels, der sich auch nicht so 100%ig auswendig lernen lässt wie der Rest des Spiels, ist der Bosskampf am Ende eines Kapitels. Beim ersten schießt der Obermotz noch Klötzchen aus seinem eigenen Körper ab, bis er vollständig aufgebraucht ist, beim zweiten muss man eine Wand aus Steinen wie im Oldschooler Breakout zerstören, und der letzte... Naja, ihr könnt's euch denken, aber ich nehme euch die Freude mal nicht.

Bit.Trip BEAT macht auf jeden Fall eine Menge Spaß und die Musik, die Highscorejagd und der angezogene Schwierigkeitsgrad zwingen einen immer wieder vor den Bildschirm. Wer Geschmack hat und auf eine feine Symbiose zwischen alt und neu steht, der kann seelenruhig ein paar Euro für diesen Indie-Titel locker machen. Rian
09.12.2010 | Rian | In-Game
2 Kommentare
» Kommentare
Quis am 10.12.2010 um 17:05 Uhr
Das ist wieder so ein Spiel, das seltsame Albträume macht, wenn man es zu lange spielt...
Nex am 11.12.2010 um 18:33 Uhr
Wie Tetris.
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