Sorcery Gewinnspiel!
TimeSplitters 2
Tabula Rasa > Slayer
Wenn mich jemand Fragen würde, welcher meiner Meinung nach der beste Egoshooter aller Zeiten ist, würde ich ganz klar sagen: Halo: Reach. Dann würde ich kurz überlegen, meine Reflex-Antwort zurücknehmen und durch TimeSplitters 2 ersetzen. Ich würde auch jederzeit alle anderen (reinen) Egoshooter in meinem Besitz verbrennen, wenn ich dafür ein NextGen-TimeSplitters bekommen würde, welches den zweiten übertrumpft.

TimeSplitters 2 wurde im Jahre 2002 veröffentlich. Damals habe ich Egoshooter zu Hause wenn überhaupt nur am PC gespielt, und kam nur bei Freunden in den "Genuss" von Konsolen-Egoshootern. Eigentlich auch immer nur bei einem, den ich sehr häufig besucht habe - dann haben wir Halo auf seiner Xbox gespielt, falls wir nicht mit irgendwelchen Figuren- oder Kartenspielen beschäftigt waren, für die wir teuer Geld ausgegeben haben um dann effektiv nur zehn bis elf Matches hinzulegen. Diskwars, Mech Warrior, Mage Knight und sowas. Good times, good times... Aber wir waren bei Halo; das haben wir immer gerne gespielt: Und ich habe gesaugt. Ich war ja damals noch ein Playstation-Jünger und konnte somit nicht daheim üben. Eines Tages meinte er dann: "Ich hab da was neues!" Und da war es: TimeSplitters 2. Bevor wir mit den Multiplayer-Modi anfingen, wollte erstmal die Kampagne durchgespielt werden.


Ooooh, diese Kampange. Diese spielt prinzipiell im Jahre 2401, aber wie sich dem Titel entnehmen lässt hat das Ganze irgendwas mit Zeit zu tun und zwar reisen wir in dieser fröhlich hin und her (aber immer nur in die Vergangenheit). Denn die TimeSplitter, fiese Aliens mit denen wir Krieg führen, reisen mit Hilfe von Zeitkristallen in verschiedenen Epochen unserer Geschichte und versuchen den Hergang so zu ändern, dass die Erde sich selbst in den Ruin treibt. Das ist ja auch viel einfacher als einen resourcenaufreibenden Vernichtungskrieg in der Gegenwart zu führen, aber: Die Menschheit lässt das natürlich nicht einfach so mit sich machen. Nun ist es an einem, die Splitter zu verfolgen und ihnen die Zeitkristalle abzunehmen. Dies tut man in der Haut von Sgt. Cortez und auch das wieder nur prinzipiell, denn bei jeder Zeitreise verwandelt sich Cortez in jemanden aus der Gegend. Leider ist das alles nicht besonders zusammenhängend, sondern man wählt in einem Menü die Mission aus, die man spielen möchte, kann sich ein kurzes Briefing durchlesen und nach einem kleinen Introvideo gehts gleich los. Sobald man dann den Zeitkristall hat und entkommen ist, ist die Mission dann auch vorbei und man landet wieder im Menü. Das hätte man etwas schöner lösen können, mit Zwischensequenzen und so, aber im Grunde stört es auch nicht wirklich. Was ich aber ganz nett fand: Wenn man sich einen Schwierigkeitsgrad aussucht, werden nicht einfach nur die Gegner schwerer, sondern man bekommt pro Mission auch mehr Aufgaben für den jeweiligen Level und er wird meist noch etwas länger.


Die Rahmenhandlung klingt jetzt vielleicht etwas... fad, und ehrlich gesagt gibt es da auch Besseres, aber das ist auch nicht, was das Spiel ausmacht - es ist die ganze Atmo, denn alles ist sehr humoristisch inszeniert und ganz häufig werden mit den Settings andere Spiele, Filme oder auch Stereotypen parodiert. So führt einen die erste Mission nach Sibirien in eine geheime Militäreinrichtung. Und wie sich das für geheime Militäreinrichtungen in Sibirien gehört, gibt es dort ein unterirdisches Labor, wo Zombies gezüchtet werden. Eine andere Mission verschlägt einen ins Jahre 2019 nach Neo Tokio, wo alles mega futuristisch ist, alle Martial Arts beherrschen und Hacker sind. In wieder einer anderen Mission spielt man einen "Geheimagenten", der gerade von seinem Erzfeind per Laser durchgeschnitten werden soll, aber durch "Zufälle" passiert das nicht und man kommt frei. Dann darf man sich natürlich durch Horden von einheitsbekleideten Handlanger ballern - wie das in Agentenspielen/-filmen halt so passiert. Zwar parodiert das Spiel das alles, aber es baut trotzdem die richtige Atmosphäre für das betreffende Setting auf, so dass man sich fühlt als würde man gerade ein Agentenspiel oder einen Wild West-Spiel durchlaufen. Abgesehen von der Tatsache, dass das schon echt bemerkenswert ist, ist das noch nicht einmal das Beste.

Das Beste ist, wie so häufig bei Egoshootern, der Multiplayer. Hier entfaltet das Spiel sein ganzes abgedrehtes, hektisches Potenzial. Das äußert sich schon in den - tut mir leid - abgefuckten Chars, die man spielen kann. Das sind, wie sich das gehört, erstmal die storyrelevanten Charaktere, aber z.B. auch ein Lebkuchenmann, ein Affe, ein Dino und mehr. Einer meiner Lieblinge dieser eher ungewöhnlichen Figuren ist der Robofish: Ein Goldfisch in einem typischen Goldfischglas auf einer dafür eher ungewöhnlichen Halterung, nämlich einem Roboterkörper, den der Fisch dann steuern kann, um zu TÖÖÖÖTEEEEEN!


Abgesehen davon ist es halt einfach schnell, wenig übersichtlich am Anfang und, fast das allerbeste daran, geräuschvoll. Bei Halo z.B. hört man einfach nur die Schüsse und vielleicht mal einen kleinen Todesschrei, während bei TS2 jede Aktion, die den Gegner betrifft, irgendeine übertriebene geräuschliche Reaktion hervorruft. Allein die Schreie, wenn man sich gegenseitig mit 'nem Flammenwerfer anzündet, sind unbezahlbar. Auch sind die Multiplayermodi mal etwas anders als wie man sie sonst kennt. Klar gibt es das Deathmatch und Team Deathmatch, aber auch ganz viele andere Modi - Ich zähle jetzt einfach nur meine drei liebsten auf. Da wär zum einen Tabula Rasa, welches im Prinzip wie Deathmatch funktioniert, nur dass man keine Punkte sammeln muss, sondern jeder drei Leben hat. Gewonnen hat dann, wer als letztes noch lebt. Der nächste Modus wäre dann Schrumpfen. Hier wird die Größe des Chars durch seine Plazierung bestimmt: Wer letzter ist, ist ganz klein und schwerer zu treffen, damit er eine Chance hat aufzusteigen und der erste ist ganz groß und stellt ein besseres Ziel dar. Mein Alltime-Favourite ist Virus: Einer startet am Anfang als Infizierter ohne Waffen und muss die anderen anstecken, indem er sie berührt. Die Infektion zeigt sich in Form einer grünen Flamme, so dass die Infizierten doch schon recht auffällig sind, aber trotzdem rettet einen das nicht unbedingt. Was ich auch immer sehr witzig fand, waren die Awards am Ende einer Partie. Dies waren keine wirklichen Belohnungen, sondern nur kurz ein bis drei Titel, die man sich in diesem Spiel verdient hat, wie z.B. "Gehirnchirurg" für besonders viele Headshots oder "Schattenparker" für's Campen.


Was noch Erwähnung finden muss: Die Art, wie man sich die Chars für den Multiplayer freispielt. Dies geschieht bei den Storycharakteren über die Kampagne in verschiedenen Schwierigkeitsgraden und bei allen anderen über die Ligen und Herausforderungen. Während die Ligen immer Multiplayermodi gegen Bots unter eigenartigen Umständen darstellen (Originalzitat: "Auf dem Trainingsgelände haben sich ein paar Sesselfurzer zusammengerottet, um eine .com Firma zu gründen. Machen Sie den Schlipsträgern einen Strich durch die Rechnung, bevor sie ihre Konten füllen können") geht es in den Herausforderungen auch gerne um andere Sachen, wie z.B. in möglichst kurzer Zeit möglichst viel kaputt zu machen (Originalzitat: "Das Leben als Zombie wäre wesentlich schöner, wenn Quasimodo nicht ständig die Opferrituale stören würde. Erteilen Sie dem Kerl eine Lektion und zerstören Sie in der erlaubten Zeit möglichst viele Buntglasfenster."). Diese sorgen nicht nur für Training, sondern bringen auch etwas skurrile Abwechslung ins Spiel.

Bevor ich zum Schluss komme, möchte ich nur noch kurz erwähnen, dass es neben den sowieso schon guten und abwechslungsreichen Maps auch noch die Möglichkeit gab, sich selbst welche zu erstellen. Damit ließen sich zwar keine Meisterwerke kreieren wie in Halos "Forge", aber es hat doch etwas Abwechslung geboten. Ach ja! Das hätte ich fast vergessen: In TimeSplitters2 kann man nicht springen. Es geht einfach nicht. Aber es ist auch nicht so wichtig und das wird man auch merkten, wenn man erst einmal eine Weile gespielt hat. Oh, und der SoundTrack ist sehr sehr gut. Ich glaube, das war's jetzt.

Und als Abschluss: NIEMALS hatte ich mehr Spaß an einem Egoshooter als bei TimeSplitters 2! Um nochmal den Anfang des Artikels aufzugreifen: TS2 gab es ja im Gegensatz zu Halo auch für die PS2, wofür ich es mir dann auch gleich besorgt habe. Und nicht nur das, für das Spiel habe ich mir dann auch extra so ein 4-Controller-Adapter und zwei zusätzliche Controller für gekauft. Wer das Spiel noch nie gespielt haben sollte, der hat echt etwas verpasst und sollte das dringend nachholen!

Auch Ihr - Jozu
24.11.2010 | Jozu | Nostalgie
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