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Homefront
"No Korean" für Amis
Eine der einfachsten Möglichkeiten schnell starke Emotionen bei Spielern zu erzeugen ist es, Greultaten gegen Zivilisten, gerade die Zivilisten des eigenen Volkes, zu zeigen. Ich wette, gerade russische Spieler hatten nach der berüchtigten "No Russian"-Mission von Modern Warfare 2 eine große Wut im Bauch, die einem vielleicht das Bisschen Extra an Motivation für den Rest des Spiels geliefert hat. Selbst wenn es nur ein paar Polygone sind, wenn der Sinn für Patriotismus angesprochen wird kann es schnell persönlich werden.

Bei Homefront wird man in eines dieser utopischen Zukunftsszenarien gesteckt, wo jemand auf die Idee kommt, den Amis zu zeigen wo es lang geht. Doch wenn sich sonstige Invasionsszenarien entweder auf Aliens, Deutsche oder gar die ultrabösen Russen konzentrierten, dürfen dieses Mal die Nordkoreaner rund um Kim Jong Il ran. Oder eher Kim Jong-un, den wie der Name schon sagt hat Il den Krankheitstod gefunden und musste ersetzt werden. Da in Homefront die Amis selbstverständlich die absolut Guten sind, haben sie es mal eben naiverweise zugelasssen, dass Nordkorea innerhalb von zehn Jahren ganz Ostasien unter Kontrolle nimmt, inklusive beispielsweise Japans. Wo die schießwütigen Weltpolizisten aus den USA, die sonst bei jeder Bedrohung einen umfassenden Krieg anzetteln, abgeblieben sind wird übrigens voraussichtlich nicht geklärt.
Ein paar Cyberangriffe später jedoch versinkt die USA im Chaos und die mittlerweile Großkoreanische Armee nutzt dies aus, um mal eben über die Westküste zu schwemmen und das Land einzunehmen.


Wechsel zum Spieler: In einer US-Behörde werdet ihr von der koreanischen Besetzungspolizei gefangen genommen und in einen Bus gesteckt, der euch in ein Internierungscamp fahren soll. Auf dem Weg hört ihr eine Mutter schreien, die ihrem Kind zuruft, dass es wegschauen soll, während ihr die Szene aus dem Bus aus beobachtet. Ein weinendes Kind, das mit anschauen muss, wie Mutter und Vater an eine Wand gestellt und erschossen werden. Hart.
Wenn der Spieler kurze Zeit später in einen Unfall verwickelt ist, der es ihm erlaubt zu fliehen und sich dem amerikanischen Widerstand anzuschließen, ist der Rachegedanke schon stark. Ohne Frage ist diese Szene, sollte sie dem fertigen Spiel erhalten bleiben, ein Moment, der das Potential hat eine große Kontroverse auszulösen. Und gleichzeitig ist gerade solch ein Moment ein wunderbares Beispiel dafür, dass Spiele Kunst sein können, in dem Sinne, dass sie gezielt Gefühle wachrütteln und zum Reflektieren anregen. Ein pures Unterhaltungsmedium würde und könnte den Nutzer nicht auf solch einer tiefen, emotionalen Ebene berühren und zum Nachdenken bringen.

Zum Spielverlauf an sich ist leider nocht nicht zu viel bekannt. Man wird sich dem Widerstand anschließen und eine Ladung Kraftstoff quer durch die USA eskortieren, während man koreanische Truppen bekämpft, ist eigentlich alles, was bisher von den Entwicklern dazu preisgegeben wurde. Und auch zum Multiplayer hält man sich noch bedeckt, auch wenn man, angesichts des Hintergrunds der Entwickler, die das doch unterbewertete Frontlines: Fuel of War, entwickelt hatten, sich wenige Sorgen machen muss. Der Multiplayer von Frontlines war gelungen und bot einige frische Ideen an. Bei Homefront werden den Spieler Kämpfe auf weiten Arealen mit starkem Fahrzeugeinsatz erwarten, wobei dem ein Kaufsystem zu Grunde liegt, welches den Spieler mit Punkten für das Erfüllen von Missionen belohnt, die dann in Ausrüstung oder Fahrzeuge gesteckt werden können.


Ob hinter Homefront und seinen Schockmomenten auch tiefe, spielerische Substanz steckt, wird sich noch zeigen müssen, wenn es im Frühjahr nächsten Jahres erscheint. Ohne Frage wird es vor allem wichtig sein, ob das Spiel von einfacher Schwarz-Weiß-Malerei, die bei solchen Themen gerne verwendet wird, abweichen kann und ein vielschichtiges Bild eines solchen Konflikts zeichnet. Da ich der Meinung bin, dass Spiele, um als Medium richtig "erwachsen" zu werden, auch gewisse Grenzen überschreiten dürfen und müssen, hoffe ich, dass die Entwickler hier ein gutes Werk abliefern werden! Evil
21.11.2010 | Evil | Vorfreude
2 Kommentare
» Kommentare
Zocker (Gast) am 14.12.2011 um 18:05 Uhr
Ist mir ein bischen zu unreal. Würdet ihr jemanden eine Waffe geben, den ihr gerade erst getroffen habt, und nicht wisst ob er nun gut oder böse ist?
Rian am 14.12.2011 um 20:34 Uhr
"It's dangerous to go alone. Here, take this."
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