Sorcery Gewinnspiel!
Kampf der Giganten
Dino-Dreck und Monster-Müll
Früher hatte Ubisoft eine faire Aufteilung. Während Schrottspiele ala Imagine oder Petz primär an Mädchen gerichtet waren, wurden Jungs jeden Alters mit Spieleperlen wie Splinter Cell oder Assassin's Creed bedient. Doch dann kam plötzlich die Gleichberechtigung ins Spiel und sie kam in Form der Kampf der Giganten-Serie. Angefangen auf dem DS buhlten plötzlich Spiele tiefsten Niveaus um die Aufmerksamkeit halbstarker, angehender Männer, mit dem Versprechen lockend, einem die Kontrolle über furchterregende Riesenkreaturen wie Drachen oder Dinosaurier zu bieten. Nach mehreren Handheld-Ablegern wurde nun der Sprung auf die kleine der großen Konsolen gewagt und, um gleich zu Anfang eines zu sagen: wenn die Amazon-Produktbeschreibung von "SPEKTAKULÄRE ECHTZEIT-KÄMPFE AUF HÖCHSTEM NIVEU" spricht, dann ist der Fehler nicht nur in der Rechtschreibung zu finden.

Fangen wir beim Kampfsystem an: zwei Knöpfe lassen euch zwischen schnellen und langsamen Attacken wählen, die man dann noch zu rund einer Handvoll Kombos anordnen kann. Dazu ein rudimentäres Kontersystem und die Möglichkeit einen Spezialangriff auszuführen sowie schlußendlich die obligatorische Wiimote-Einbindung bei allen Wii-Ramschtiteln: Wenn die Dinosaurier aufeinandertreffen kann es dazu kommen, dass man aufgefordert wird, die Wiimote inklusive Nunchuck wie ein Irrer zu schütteln, was übrigens auch das einzige bisschen Spaß darstellt, welches das Spiel produzieren kann -- solange ihr nur anderen Spielern beim Schütteln zugucken müsst und nicht selber Hand anlegt. Damit hat man Angriff der Dinosaurier schon in seiner ganzen Komplexität beschrieben.


Dass man insgesamt 18 Dinosaurier zur Auswahl hat, mag auf den ersten Blick nach einer stattlichen Zahl aussehen, aber da sich die Dinos oftmals die Kombos teilen hat man, von der Optik abgesehen, selten den Eindruck, eine individuelle Urzeitbestie zu spielen. Da hilft auch der Editor nicht, der im Endeffekt nur die Möglichkeit bietet, den Dinos neue Farbkombinationen zu verpassen. Die spielerischen Unterschiede liegen bei null.

An Spielmodi findet sich das Standardrepertoire mit den üblichen Mehrspielermodi wie 1 gegen 1 oder einer 2-gegen-2-Tag-Variante, bei der man ähnlich wie in Dead or Alive seinen Partner jederzeit einwechseln kann, während die inaktive Echse sich ausruht und Energie regeneriert. Für Masochisten bietet sich zusätzlich noch der Eroberungs-Modus an, inklusive Upgrade-System. Ihr kämpft gegen ein paar Dinos hintereinander und könnt zwischen den Kämpfen insgesamt eine von drei Statistiken verbessern. Die kostenlosen Flash-Spiele, die wir euch jeden Samstag verlinken, haben mehr Tiefgang.


So schrottig das Spiel auch ist, es wäre zu retten gewesen: mit einem großen Informationspaket. Doch die Entwickler haben diese Entscheidung vollkommen liegen gelassen. Keine Enzyklopädie oder ähnliches findet sich im Hauptmenü. Es werden keine Hintergrundinformationen über Dinosaurier geboten und so hat Angriff der Dinosaurier eben nur schrottiges Gameplay im Angebot. Zusätzliche Dämlichkeitspunkte verdienen sich die Entwickler von Ubisoft Quebec übrigens dafür, dass nicht mal alle im Spiel eingebauten Urzeitechsen bekannt sind: gut die Hälfte der Viecher sind einfach erfunden.

In meiner langjährigen Zockerkarriere habe ich selten ein uninspirierteres Beat'em up gespielt. Battle Arena Toshinden für die Playstation hatte mehr Anspruch, selbst Clayfighter 63 1/3, meistens bekannt als eines der schlechtesten Nintendo 64-Spiele überhaupt, war abwechslungsreicher und im Endeffekt spaßiger als dieser Müll. So sehr ihr auf Dinos stehen oder eurem kleinen Neffen ein nettes Weihnachtsgeschenk machen wollt: kauft auf gar keinen Fall Kampf der Giganten: Angriff der Dinosaurier. Und wenn ihr es im Laden seht, bitte, nehmt das Spiel und versteckt es irgendwo ganz unten im Stapel der 5€-Games, damit bloß niemand überhaupt in die Versuchung kommen kann, einen der potenziell schlimmsten Fehler ihres Lebens zu machen. Evil
14.11.2010 | Evil | In-Game
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