Sorcery Gewinnspiel!
MySims SkyHeroes
Luftwaffe für Kinder
Flugzeuge sind wieder in! Die dicken Militärbrummer sind deswegen nicht nur für Core- und Arcade-Gamer in den Spieler-Alltag zurückgekehrt, sondern auch die Casuals sollen ein paar Früchte des neuen Trends abbekommen. MySims SkyHeroes will mit seinem Knuddel-Look und einfachen Kontrollen genau in diese Bresche schlagen.

Bevor überhaupt irgendwas Anderes erwähnt werden kann, muss von mir sofort ein positiver Kommentar zur Musikwahl des Spiels fallen; die ist nämlich, zumindest was die Titel- und Hangarmusik betrifft, titanenhaft episch: ein pompöser Mix aus Metal Gear Solid 2 und Top Gun fegt dem Gamepad-Halter wenige Sekunden nach Spielstart um die Ohren und zauberte mir sofort ein Lächeln auf die Lippen. So gehört sich das! Patriotismusdiskussionen hin oder her, jeder möchte einmal in seinem Leben im Fliegeranzug mit Helm in der Hand in Slow-Motion bei solch einer Atmosphäre der Kamera und dem Flugzeug entgegengehen, um sich kurz danach in die Lüfte zu schrauben.


Leider ist's da mehr oder weniger schon mit der Homage ans Genre vorbei, denn das Gameplay orientiert sich mehr an den Flugzeug-Episoden von Diddy Kong Racing als an der halsbrecherischen Geschwindigkeit eines Afterburner oder raffinierten Dogfights anderer Flugzeugspiele: Als neuer Rekrut und Amnesiepatient geht man für die SkyForce, die sich dem widerlichen Morcobus entgegenstellt, in die Luft, um für Freiheit am Himmel zu kämpfen. Dies geschieht meist auf zwei Arten: als Kampf oder als "Wettrennen".


Im Kampf bekommt man häufig ein bis zwei Flügelmänner gestellt, um eine gegnerische Truppe auseinanderzunehmen. Also wird man prompt nach der kurzen Einführung in die Mission auf eine der vielen, bunten Karten geschmissen und darf das Feuer auf die markierten Gegner eröffnen, entweder mit den bordeigenen Waffen (Maschinengewehr und zwei wiederaufladbaren Zielsuchraketen) oder eingesammelten Power-Ups wie Zwillingsgeschützen, Multiraketen, Satellitenlasern oder der mächtigen Todeskanone. Sollte man selbst mal einen Feind im Nacken haben, lassen sich leicht einige vorgefertigte Tricks ausführen - ja, die Barrel Roll ist mit dabei - oder man fliegt ein paar enge Kurven, um dem drohenden Beschuss zu entgehen. Das Gameplay ist, wie man vermuten kann, sehr simpel, leicht zu kontrollieren und macht auf eine sich-an-früher-Zeiten-erinnernde Weise Spaß, auch wenn die CPU frustrierend viel Zeit darauf vergibt, einfach nur meinen Schüssen auszuweichen. Je nach Platzierung bekommt man dann neue Flugzeugbauteile und Sims-Modelle dazu, um das eigene Schmuckstück oder Gesicht nach Gutdünken zu modifizieren - auf dem ersten Platz gibt es natürlich das meiste Loot und dies ist auch die größte Motivation, um einem perfekten Spielstand hinterher zu hasten, selbst wenn die meisten erspielten Teile nur der Verschönerung dienen. Es gibt nur einen nervigen Haken: Obwohl man in den Dogfights im Team spielt, ist die Teamwertung für die Platzierung vollkommen egal, denn irgendwie kämpft doch jeder für sich und nur wenn man die meisten Punkte als Einzelperson gesammelt hat, bekommt man auch am Ende den Stuff geschenkt. Ich habe es infolgedessen eher als störend gefunden, mehrere Kollegen im Kampf zu haben, weil ich die nicht abschießen kann, die MIR aber meine Kills klauen! Brrrr.
Auch in den meisten Rennen kann man sich gegenseitig abschießen, hier stören die Kollegen eher weniger als die blitzschnellen Flieger der Gegner, die einen häufig ohne ersichtlichen Antrieb einfach mal so überholen und davonziehen. I call cheat! Aber man kann sie ja auch wieder abschießen, kein Problem. Wenn die Computer schummeln, dann macht das Abknallen gleich doppelt viel Spaß! Trotzdem hat man manchmal das Gefühl, dass Spieler mit viel Glück eher belohnt werden als diejenigen, die tadellose Kurven fliegen.

Es gibt auch noch ein paar gesonderte Bosskämpfe.


Was ansonsten definitiv anzukreiden ist, ist die Grafik - nicht auf der Wii oder dem DS, dafür aber auf der 360 und der PS3. Ganz offensichtlich wurde das Spiel mit der Wii als Hauptkonsole entwickelt und dann nur noch müde auf die HD-Konsolen portiert. Die Grafik haut auf jeden Fall niemanden vom Hocker und ich werde keinesfalls Argumente in der Richtung "Aber Kindern ist die Polygonzahl doch egaaaal!" akzeptieren. Kinder haben auch Ansprüche auf gute Grafik! Immerhin ist der Stil des Spiels debattierfrei knuddelig und macht wieder ein bisschen was wett.
Ebenfalls potentieller Nerv-Kandidat ist die Sims-Sprache. Die kann ich schon seit dem ersten Sims-Spiel nicht leiden, aber hier nimmt das noch mal ganz andere Dimensionen an. Während sich nämlich der Hauptcharakter mit anderen Sims (gar nicht mal so unlustig) unterhält, hört man immer wieder dieselben Sprachloops, die ich nun bald mitsprechen kann. Besonders irritierend sind Charaktere wie SkyForce-Anführer Justice, der häufig großväterlich und "Hohoho!"-mäßig lacht, selbst bei Sätzen wie "Oh nein, der Roboter transformiert und greift die Basis an!" Ich fühlte mich da ein wenig auf den Arm genommen.


Im lokalen Multiplayer kann man sich dann noch mit ein paar Freunden vor die Konsole setzen, am besten mit Leuten, die gerne den Battle-Modus von Mario Kart spielen, und sich gegenseitig abknallen. Ich hätte gerne den Online-Modus getestet, aber bisher konnte ich kein funktionierendes Spiel ausmachen. Naja, ich denke eh, dass das Ganze nur Spaß macht, wenn man mit jemandem vor der Couch sitzt.

MySims SkyHeroes ist kein schlechtes Spiel, aber es ist vielleicht zu simpel, um Gamer mit hohen Ansprüchen lange bei der Stange zu halten. Ich wälze ungerne Titel auf Kinder ab, da ich die Richtlinie "Nur weil's mir zu bunt ist muss es noch lange kein Spiel für Kiddies sein!" verfolge, aber wenn ich mir überlege wie viel Zeit ich anno dazumal mit Arcade-Racern im Singleplayer und Versus gegen Freunde verbracht habe, dann könnte SkyHeroes schon was für die eigene Nachkommenschaft sein. Rian
25.10.2010 | Rian | In-Game
Kommentieren
» Kommentare
Bisher gibt es keine Kommentare.
» Kommentar schreiben
Name (oder Registrieren) :
E-Mail (optional) :