|
Prof. Layton and the Unwound Future
|
"Every Puzzle has an answer" lautet die Devise des Professor Hershel Layton, der mit seinem Schüler Luke den geneigten DS-Spieler mit allerlei Kopfnüssen konfrontiert. Bis jetzt ist pünktlich seit 2008 jedes Jahr ein neuer Teil lokalisiert worden und auch 2010 geht der Gentleman wieder auf Abenteuer, wobei Professor Layton and the Unwound Future die erste der drei Trilogien abschließt.
Nach den bisher erlebten Unglaublichkeiten außerhalb von London wollten sich Luke und sein Vorbild eigentlich ein bisschen Ruhe und eine Tasse Tee gönnen, ein bisschen Kultur und Erholung in der Hauptstadt Großbritanniens einfangen. Da passte es kulturell sehr gut, dass die beiden eine Einladung zur Präsentation einer - man höre und staune - Zeitmaschine erhalten haben. Doch anstatt einen amüsanten Scherz oder ein tatsächlich funktionierendes Phänomen zu erleben, passiert die totale Katastrophe: Das Gerät explodiert und der Erfinder sowie der Premierminister und einige andere Personen verschwinden spurlos.
Tage später bekommt Layton einen Brief, der ihn darum bittet einen bestimmten Uhrenladen aufzusuchen. Der Absender: Luke, allerdings zehn Jahre aus der Zukunft! Neugierig machen sich die zwei Hutträger auf den Weg, erreichen das Geschäft und werden über Umwege durch ein Wurmloch ins London der Zukunft gesogen, wo sie der gealterte Luke, ein wahnsinnig gewordener Layton und ein paar unverhoffte, alte Bekannte erwarten.
Während man nun versucht die Mysterien des neuen Londons zu lüften, tragen viele verschiedene Personen dieses und jenes Rätsel an den Professor heran. Hier mal ein paar Streichhölzer, da eine Rechenaufgabe. Es erstaunt mich, dass im dritten Ableger der Serie immer noch kaum olle Kamellen aufgewärmt werden; die Themen der Rätsel sind großteils frisch, erinnern vielleicht nur vage an ältere Puzzle. Wenn doch einmal bekannte Kopfnüsse auftreten, dann meist nur in geringer Zahl: Etwa die "Schneide dieses Brett in zwei Teile und mache daraus jene Form"-Rätsel oder die Schieberätsel, die ich in Diabolical Box so sehr zu hassen lernte.
Der Schwierigkeitsgrad der einzelnen Rätsel schwankt sehr stark und wird entsprechend mit einer größeren oder kleineren Anzahl Picarats belohnt. Picarats haben im Spiel an sich keine Auswirkungen, aber nach einem erfolgreichen Abschluss der Story kann man sich mit den Dingern allerlei Boni kaufen. In Unwound Future wurden diesmal besonders die Formen- und Trickrätsel verstärkt, letztere sogar so sehr, dass ich mir inzwischen bei jeder Fragestellung erst einmal überlegen muss, ob ich nicht den DS ein paar mal drehen sollte, um ein Bild im anderen Winkel zu sehen, oder ob die Antwort nicht total anders ist als die Erstlogik diktiert. Da ist dann immer mal wieder auch die Aufgabe nicht so detailliert wie ich es mir wünschen würde. Manchmal ist das natürlich auch nicht so und ich grübele eine halbe Stunde über etwas absolut banalem.
Die beliebte Krücke für lahme Hirne ist natürlich auch wieder da: Hint Coins! Das heißt, dass man wieder den gesamten Bildschirm nach diesen kleinen Hilfsmitteln absuchen muss und dann im Rätsel für (manchmal) nützliche Hinweise ausgeben kann. Inzwischen sind das sogar insgesamt so viele Hint Coins, dass ich im Spiel noch weit davon entfernt bin in irgendeinen Engpass zu geraten. Wer trotz Hint Coins nicht bei einem Rätsel weiterkommt, kann sie natürlich auch später noch lösen.
Das Spielzeugauto ist da schon anspruchsvoller: Auf einer in Quadrate eingeteilten Karte muss man das stets geradeaus fahrende Gefährt mit einer begrenzten Anzahl von auf dem Boden platzierten Pfeilen und Sprung-Knöpfen ans Ziel führen, wobei vorher natürlich alle Objekte eingesammelt werden sollen. Das Ganze spielt sich ein wenig wie Chu Chu Rocket, nur dass das Auto kaputt geht, wenn es irgendwo gegenkracht.
Am härtesten ist bei weitem aber der Papagei. Ich hasse diese Spiele. Ich gebe es rundheraus zu: Da spiele ich mit Lösung. Das Mistvieh muss von A nach B fliegen, dabei hat es aber ein immer festgelegtes Flugverhalten. Mit gespannten Seilen muss man die fliegende Ratte nun sicher ans Ziel bringen, dabei sind die Lösungen aber teilweise so unglaublich an den Haaren herbeigezogen (der Papagei wird unberechenbar von irgendwelchen Minikanten gerade so genau richtig zurückgeschleudert oder landet in einem Wirrwarr aus Pflöcken, an denen man Seile spannen kann, durch Herumgeschleudere exakt am Zielpunkt), dass das Ganze keinen Spaß macht und irgendwann nur noch im wilden Ausprobieren endet.
Zum Glück wird man für das Erfüllen solcher Hirnbrecher per Story und Inszenierung belohnt: Ich freue mich immer, wenn eine kleine, animierte Sequenz (es gibt Layton-Filme!) über den Bildschirm flackert und ab und zu ein paar Brocken Sprachausgabe versüßen einem auch das Rätslerdasein.
Besonders angetan hat es mir der Grad an verwirrender Epicness in der Serie: Man würde beim Anschauen von Layton eigentlich vermuten, dass wir uns auf einem moralischen Niveau eines Disneyfilms Marke "Wir können drüber reden und wenn nicht, dann geht irgendwo eine Falltür auf und der Böse fällt in einen Abgrund" bewegen, aber am Ende des zweiten Teils lieferten sich Layton, vollkommen unerwartet, mit dem bösen Fiesling ein übermächtiges Schwertduell. Im neuen Teil gibt es so Kuriositäten wie das boshafte Plattmachen einer Rätselbiene mit einer Fliegenklatsche, den Gossenhasen namens Subject 3 - und außerdem baut sich Layton während einer Schießerei in einem Casino aus Schrott ein Maschinengewehr und spart nicht mit Munition. Es ist unglaublich, wie viele Haare man auf der Brust haben und trotzdem ein Gentleman sein kann! Ich mag den Professor.
Professor Layton and the Unwound Future führt die Serie in gewohnt guter Qualität fort, trotz der ekligen Schieberätsel bleibt dann aber doch noch Diabolical Box mein Favorit. Das liegt allein daran, dass ich dort mit den Rätseln und Minigames besser um konnte; andere Spieler werden Trickrätsel und die Minigames bestimmt lieber mögen. Rian
Nach den bisher erlebten Unglaublichkeiten außerhalb von London wollten sich Luke und sein Vorbild eigentlich ein bisschen Ruhe und eine Tasse Tee gönnen, ein bisschen Kultur und Erholung in der Hauptstadt Großbritanniens einfangen. Da passte es kulturell sehr gut, dass die beiden eine Einladung zur Präsentation einer - man höre und staune - Zeitmaschine erhalten haben. Doch anstatt einen amüsanten Scherz oder ein tatsächlich funktionierendes Phänomen zu erleben, passiert die totale Katastrophe: Das Gerät explodiert und der Erfinder sowie der Premierminister und einige andere Personen verschwinden spurlos.
Tage später bekommt Layton einen Brief, der ihn darum bittet einen bestimmten Uhrenladen aufzusuchen. Der Absender: Luke, allerdings zehn Jahre aus der Zukunft! Neugierig machen sich die zwei Hutträger auf den Weg, erreichen das Geschäft und werden über Umwege durch ein Wurmloch ins London der Zukunft gesogen, wo sie der gealterte Luke, ein wahnsinnig gewordener Layton und ein paar unverhoffte, alte Bekannte erwarten.

Während man nun versucht die Mysterien des neuen Londons zu lüften, tragen viele verschiedene Personen dieses und jenes Rätsel an den Professor heran. Hier mal ein paar Streichhölzer, da eine Rechenaufgabe. Es erstaunt mich, dass im dritten Ableger der Serie immer noch kaum olle Kamellen aufgewärmt werden; die Themen der Rätsel sind großteils frisch, erinnern vielleicht nur vage an ältere Puzzle. Wenn doch einmal bekannte Kopfnüsse auftreten, dann meist nur in geringer Zahl: Etwa die "Schneide dieses Brett in zwei Teile und mache daraus jene Form"-Rätsel oder die Schieberätsel, die ich in Diabolical Box so sehr zu hassen lernte.
Der Schwierigkeitsgrad der einzelnen Rätsel schwankt sehr stark und wird entsprechend mit einer größeren oder kleineren Anzahl Picarats belohnt. Picarats haben im Spiel an sich keine Auswirkungen, aber nach einem erfolgreichen Abschluss der Story kann man sich mit den Dingern allerlei Boni kaufen. In Unwound Future wurden diesmal besonders die Formen- und Trickrätsel verstärkt, letztere sogar so sehr, dass ich mir inzwischen bei jeder Fragestellung erst einmal überlegen muss, ob ich nicht den DS ein paar mal drehen sollte, um ein Bild im anderen Winkel zu sehen, oder ob die Antwort nicht total anders ist als die Erstlogik diktiert. Da ist dann immer mal wieder auch die Aufgabe nicht so detailliert wie ich es mir wünschen würde. Manchmal ist das natürlich auch nicht so und ich grübele eine halbe Stunde über etwas absolut banalem.
Die beliebte Krücke für lahme Hirne ist natürlich auch wieder da: Hint Coins! Das heißt, dass man wieder den gesamten Bildschirm nach diesen kleinen Hilfsmitteln absuchen muss und dann im Rätsel für (manchmal) nützliche Hinweise ausgeben kann. Inzwischen sind das sogar insgesamt so viele Hint Coins, dass ich im Spiel noch weit davon entfernt bin in irgendeinen Engpass zu geraten. Wer trotz Hint Coins nicht bei einem Rätsel weiterkommt, kann sie natürlich auch später noch lösen.

Layton hat einen hutgroßen Kopftumor, Luke ADS und Flora eine traumadurchzogene Kindheit - Professor Layton and the Malignant Growth ist ganz großes Kino!
Minispiele gibt's natürlich auch wieder, wobei mir die aktuellen nicht so sehr gefallen und nicht so stylisch sind wie etwa die Teezubereitung in Diabolical Box. Der Aufatmer für Zwischendurch ist das Bilderbuch: Einige Leute schenken einem nach gelösten Rätseln Aufkleber für ein bestimmtes Buch. Diese braucht man, um in einer Geschichte Lücken zu füllen - fast wie damals im Englisch-Unterricht!
Das Spielzeugauto ist da schon anspruchsvoller: Auf einer in Quadrate eingeteilten Karte muss man das stets geradeaus fahrende Gefährt mit einer begrenzten Anzahl von auf dem Boden platzierten Pfeilen und Sprung-Knöpfen ans Ziel führen, wobei vorher natürlich alle Objekte eingesammelt werden sollen. Das Ganze spielt sich ein wenig wie Chu Chu Rocket, nur dass das Auto kaputt geht, wenn es irgendwo gegenkracht.
Am härtesten ist bei weitem aber der Papagei. Ich hasse diese Spiele. Ich gebe es rundheraus zu: Da spiele ich mit Lösung. Das Mistvieh muss von A nach B fliegen, dabei hat es aber ein immer festgelegtes Flugverhalten. Mit gespannten Seilen muss man die fliegende Ratte nun sicher ans Ziel bringen, dabei sind die Lösungen aber teilweise so unglaublich an den Haaren herbeigezogen (der Papagei wird unberechenbar von irgendwelchen Minikanten gerade so genau richtig zurückgeschleudert oder landet in einem Wirrwarr aus Pflöcken, an denen man Seile spannen kann, durch Herumgeschleudere exakt am Zielpunkt), dass das Ganze keinen Spaß macht und irgendwann nur noch im wilden Ausprobieren endet.

Zum Glück wird man für das Erfüllen solcher Hirnbrecher per Story und Inszenierung belohnt: Ich freue mich immer, wenn eine kleine, animierte Sequenz (es gibt Layton-Filme!) über den Bildschirm flackert und ab und zu ein paar Brocken Sprachausgabe versüßen einem auch das Rätslerdasein.
Besonders angetan hat es mir der Grad an verwirrender Epicness in der Serie: Man würde beim Anschauen von Layton eigentlich vermuten, dass wir uns auf einem moralischen Niveau eines Disneyfilms Marke "Wir können drüber reden und wenn nicht, dann geht irgendwo eine Falltür auf und der Böse fällt in einen Abgrund" bewegen, aber am Ende des zweiten Teils lieferten sich Layton, vollkommen unerwartet, mit dem bösen Fiesling ein übermächtiges Schwertduell. Im neuen Teil gibt es so Kuriositäten wie das boshafte Plattmachen einer Rätselbiene mit einer Fliegenklatsche, den Gossenhasen namens Subject 3 - und außerdem baut sich Layton während einer Schießerei in einem Casino aus Schrott ein Maschinengewehr und spart nicht mit Munition. Es ist unglaublich, wie viele Haare man auf der Brust haben und trotzdem ein Gentleman sein kann! Ich mag den Professor.
Professor Layton and the Unwound Future führt die Serie in gewohnt guter Qualität fort, trotz der ekligen Schieberätsel bleibt dann aber doch noch Diabolical Box mein Favorit. Das liegt allein daran, dass ich dort mit den Rätseln und Minigames besser um konnte; andere Spieler werden Trickrätsel und die Minigames bestimmt lieber mögen. Rian
Rian am 08.10.2010 um 00:20 Uhr
Protip: Sechsen und Neunen umdrehen. In jedem Rätsel, in dem eine 6 oder 9 vorkommt. Immer.




