Sorcery Gewinnspiel!
Arcade-Shooter-Doppelpack
Gunblade NY & L.A. Machineguns
Ich muss ja zugeben, dass ich seinerzeit nicht viele D-Mark in Arcade-Maschinen versenkt habe - das mag daran gelegen haben, dass es dort, wo ich aufgewachsen bin, einfach keine gab. Traurig, ich weiß, aber deswegen müsst ihr mir verzeihen, wenn ich bei meinem folgenden Geschreibsel über das 2-in-1-Paket der Sega-Shooter Gunblade NY & L.A. Machineguns: Rage of the Machines für Wii nicht in einen totalen 90er-Jahre-Nostalgie-Berserkermodus verfalle, nichtdestotrotz erkenne ich es als ein schmuckes Relikt einer vergangenen Zeit, das spielbar gemacht an jung und alt herangetragen wird.


Denn im Grunde genommen haben wir es hier mit zwei astreinen Ports von etwas weniger bekannten Sega-Arcadespielen zu tun - ich habe von denen zumindest bisher noch nie etwas gehört. In Gunblade NY sitzt man in einem Helikopter und schießt auf angriffslustige Roboter, die genauso gut Menschen sein könnten und den Präsidenten entführen wollen oder sowas. Kennt man ja. In L.A. Machineguns macht man dasselbe nur in schönerer Grafik. Ne, ehrlich: Man hat unendlich Munition und schießt auf alles, was keine Polizistenuniform an hat.
Aber um die Spiele jetzt nicht öder zu präsentieren als sie sind, gehe ich mal ins Detail. Als ich Gunblade anknipste, wollte ich zuerst meinen Augen nicht trauen: Da flimmerten doch tatsächlich texturlose 3D-Modelle der ältesten Güteklasse über den Bildschirm. Wtf? Wie will Sega sowas denn den Leuten verkaufen? Aber trotz der vierzehn Jahre alten, unaufgepunschten Grafik konnte ich mich dann nicht dagegen wehren, beim ungläubigen Abschießen von wild über den Bilschirm hüpfenden Männekens ein nostalgisches Lächeln aufzusetzen. Mich fluteten nämlich, wahrscheinlich ausgelöst durch die absolut grauenhafte Synchronisation (die für Arcade-Spiele von Sega so charakteristisch ist und ohne die ich gar nicht mehr weiterleben wollen würde) und das hohle "Ich hab' grad fünf Minuten"-Gameplay, anschließend doch die wenigen Erinnerungen daran, wie ich mal in dem ein oder anderen Maschinenkabinett stand und Münzen in Schlitzen vergrub. Ein schöner Gedanke daran, wie man einfach fest entschlossen bestimmte: "So, ich verschwende jetzt meine Zeit!" - und im besten Fall bekam man nur einen Highscore-Eintrag, aber meistens eher nicht.


Ich muss Gunblade NY ja auch noch zugute halten, dass es sich überraschend dynamisch spielt: Anstatt wie üblich mit der Kamera eine feste Schiene abzufahren, bei der dann Terroristen überrschend immer an denselben Stellen aus der Kiste springen oder über den Boden rollen, bewegt sich der Helikopter immer in einem Bereich im Kreis, bis alle Feinde vernichtet wurden - und das ist gar nicht so leicht, das mit den herumhüpfenden Gegnern meinte ich nämlich vollkommen ernst, die Bastarde sind flink und müssen irgendwo ein halbes Robo-Kaninchen in ihren mechanischen Stammbäumen haben. Ist man mal zu langsam, schießen die Androiden dem Bildschirm Raketen entgegen, die man dann durch ein gezieltes Dauerfeuer mit anschließendem Wildwest-Querschläger-Geräusch abfangen kann. Aha, zu der schäbigen Synchro kommen noch schäbige Sounds hinzu, mein Grinsen wird immer breiter!
Weitere Bonuspunkte sind das Anpassen der Spiele auf Breitbild (das ist echt nicht übel, wurde bei anderen Shooter-Sammlungen von Sega für die Wii etwa nicht gemacht) und solche Dinge wie ein gekonnter MIDI-Soundtrack sowie Missionsbefehle, die von der Wiimote ausgespuckt werden. Ko-Op gibt's natürlich auch.


In L.A. Machineguns sieht das Ganze dann schon anders aus, hauptsächlich weil das Spiel zwei Jahre älter ist und somit voll in der technologischen Blüte der originalen PlayStation drinsteckte. Naja, nicht GANZ, aber schon merklich besser als der geistige Vorgänger. Hier sehen Häuser und Figuren nämlich aus wie Häuser und Figuren und nicht wie der feuchte Traum eines Geometrie-Nerds. Zum Glück mussten weder Story, Sound noch Gameplay darunter leiden: Wir haben immer noch unsere beim Ableben explodierenden, herumspringenden Robo-Terroristen und feuern am Ende eines Levels auf Boss XY, der uns mit Raketen ans Leder will. Sogar grafische Spielereien finden hier Platz: Da Gegner mehrere Schüsse aushalten, verlieren sie mit ein paar Treffern immer mehr Haut, bis man das mechanische Skelett sieht. Nettes Gimmick!

Leider ist der Spaß mit Gunblade NY und L.A. Machineguns ein wenig zu kurzweilig: Da man ohnehin unendlich Continues hat, besteht keine große Herausforderung, es sei denn man möchte sich unbedingt einen Namen im weltweiten Scoreboard machen. In L.A. Machineguns lassen sich auch noch drei zusätzliche Waffen erspielen, wenn man genug Ränge unter den Stiefeln hat. Ansonsten bleibt für die lange Motivation nur der Spruch vom Kumpel, der da lautet: "Komm, wir knacken jetzt den Highscore!"

Die Spiele sind somit zwar spaßig, als Packen für 30 Euro allerdings nur für Liebhaber von Arcade-Klassikern günstig genug. Railshooter-Neuankömmlingen würde ich da eher erst einmal die bekannteren Titel wie die House of the Dead-Reihe oder das Warten auf einen Preisnachlass empfehlen. Rian
21.09.2010 | Rian | In-Game
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