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Digitales Zeitalter falsch eingeläutet
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Seit ein paar Jahren hört man Vertreter der Industrie murmeln: physikalische Medien sterben aus, das digitale Zeitalter fängt an. Wenn man sich jedoch Sonys PSP-Fehlschlag namens Go, der sich in zwei Monaten seinem einjährigen Jubiläum nähert, anschaut, muss man zweifellos feststellen, dass noch einiges an Arbeit zu verrichten ist, bevor wir uns wirklich von blauen und silbernen Scheiben verabschieden können.
Prinzipiell ist die Idee dabei nicht schlecht, denn die PSP Go kommt als attraktives Gesamtpaket daher. 16 GB integrierter Speicher und ein sehr hübsches Äußeres machen den kleineren Screen locker wett, dazu ist der Handheld wesentlich kompakter und kann in der Hosentasche transportiert werden. Doch auch zehn Monate später muss man resigniert feststellen, dass die Go noch immer unter ihren Kinderkrankheiten leidet. Besserung nicht in Sicht.
Die Preise im PSN-Store für neue Titel bleiben horrend. Wenn man sich anschaut, dass ein neues Spiel, egal ob auf UMD oder als Download, mit knapp 40 Geldeinheiten zu Buche schlägt, lassen sich ein paar Schlussfolgerungen ziehen: Sonys Gewinnspanne steigt, da man Händler und Materialkosten einspart, während der Kunde für dasselbe Geld weniger geboten bekommt. Das Handbuch gibt es nur in digitaler Form, ein Wiederverkauf ist ausgeschlossen, solange man nicht gleich den ganzen Account feil bietet. Die Möglichkeit sich ein Spiel von Freunden auszuleihen oder Gebrauchttitel zu kaufen sind nicht existent. Und nur Scherzkekse nennen den Platz, den man durch wegfallende Plastikverpackungen spart, einen Vorteil und im Endeffekt ist das gleichzeitige Halten mehrerer Spiele im Speicher nur solange auf der Haben-Seite zu vermerken, bis der normale PSP-Nutzer sich einen größeren Memory Stick anschafft, um auch von digitalen Downloads profitieren zu können -- nur kann der weiterhin UMDs benutzen.
Dazu findet man online nicht immer das, was man gerne hätte. Die Auswahl ist stark eingeschränkt und gerade bei Spielen, die vor dem Oktober 2009 auf den Markt gekommen sind, kann es sein, dass man nicht fündig wird. Selbst populäre Spiele wie Pro Evolution Soccer glänzen mit Abwesenheit im Playstation Network Store.
Und wer auf Spiele steht, die uns Deutschen -- warum auch immer -- vorenthalten werden, kann sich zwar daran erfreuen, dass man theoretisch problemlos die PSN Stores anderer Länder benutzen kann, vorausgesetzt man kommt irgendwie an die nötigen PSN Prepaid Karten in Landeswährung, darf dann aber feststellen, dass Spiele direkt an die jeweiligen Accounts gebunden sind. Das ist anders als etwa bei der Xbox 360, wo ein gekauftes Spiel von jedem Benutzer lokal verwendet werden kann. Bei der PSP Go kann also ein in den USA gekauftes Spiel auch nur vom USA-Account genutzt werden. Der Wechsel stellt, wenn man sich Zuhause aufhält, eine nervige Zeitverschwendung dar. Ist man ohne Internet außerhalb unterwegs wird es hingegen ein Ding der Unmöglichkeit.
Sony hat mittlerweile eingesehen, dass die Konsole kein Erfolg ist, doch die Versuche, dem Gerät wenigstens ein bisschen Momentum auf dem Markt zu verleihen, gehen allesamt in die falsche Richtung. Die PSP Go ist auch zum halben Preis noch immer ein unattraktives Produkt, weil die Mehrkosten, die dem Spieler auf längere Sicht entstehen, nicht ausgeglichen werden. Und zehn teilweise brandneue und sehr gute, kostenlose Spiele können zwar einen gewissen Lockeffekt auf Neukunden ausüben, aber Besitzer vorheriger Modelle werden nicht wechseln, solange sie keine Möglichkeit haben, ihre alten Spiele zu behalten. Das Scheitern der PSP Go ist eine wichtige Lektion für die großen Drei: digitale Downloads mögen zwar die Zukunft sein, aber damit wir sie noch vor dem Release von Duke Nukem Forever erleben, ist es nötig, dass man dem Kunden auch einen wirklichen Vorteil bietet. Der Wegfall des Mittelmannes Händler muss sich im Preis bemerkbar machen, die Digitalisierung soll die Benutzung vereinfachen und nicht erschweren. Apple hat ja schon gezeigt, wie erfolgreich ein digitaler Laden sein kann, wenn die Preise nur stimmen. Wenn ich zwischen quasi identischer PSP oder iPhone-Version wählen kann, bei einem Preisunterschied von mehreren hundert Prozent, sollte auch der letzte Sony-Manager anfangen, mehr als nur sich am Kopf zu kratzen. Evil
Prinzipiell ist die Idee dabei nicht schlecht, denn die PSP Go kommt als attraktives Gesamtpaket daher. 16 GB integrierter Speicher und ein sehr hübsches Äußeres machen den kleineren Screen locker wett, dazu ist der Handheld wesentlich kompakter und kann in der Hosentasche transportiert werden. Doch auch zehn Monate später muss man resigniert feststellen, dass die Go noch immer unter ihren Kinderkrankheiten leidet. Besserung nicht in Sicht.

Außen hui, innen pfui...
Die Preise im PSN-Store für neue Titel bleiben horrend. Wenn man sich anschaut, dass ein neues Spiel, egal ob auf UMD oder als Download, mit knapp 40 Geldeinheiten zu Buche schlägt, lassen sich ein paar Schlussfolgerungen ziehen: Sonys Gewinnspanne steigt, da man Händler und Materialkosten einspart, während der Kunde für dasselbe Geld weniger geboten bekommt. Das Handbuch gibt es nur in digitaler Form, ein Wiederverkauf ist ausgeschlossen, solange man nicht gleich den ganzen Account feil bietet. Die Möglichkeit sich ein Spiel von Freunden auszuleihen oder Gebrauchttitel zu kaufen sind nicht existent. Und nur Scherzkekse nennen den Platz, den man durch wegfallende Plastikverpackungen spart, einen Vorteil und im Endeffekt ist das gleichzeitige Halten mehrerer Spiele im Speicher nur solange auf der Haben-Seite zu vermerken, bis der normale PSP-Nutzer sich einen größeren Memory Stick anschafft, um auch von digitalen Downloads profitieren zu können -- nur kann der weiterhin UMDs benutzen.
Dazu findet man online nicht immer das, was man gerne hätte. Die Auswahl ist stark eingeschränkt und gerade bei Spielen, die vor dem Oktober 2009 auf den Markt gekommen sind, kann es sein, dass man nicht fündig wird. Selbst populäre Spiele wie Pro Evolution Soccer glänzen mit Abwesenheit im Playstation Network Store.
Und wer auf Spiele steht, die uns Deutschen -- warum auch immer -- vorenthalten werden, kann sich zwar daran erfreuen, dass man theoretisch problemlos die PSN Stores anderer Länder benutzen kann, vorausgesetzt man kommt irgendwie an die nötigen PSN Prepaid Karten in Landeswährung, darf dann aber feststellen, dass Spiele direkt an die jeweiligen Accounts gebunden sind. Das ist anders als etwa bei der Xbox 360, wo ein gekauftes Spiel von jedem Benutzer lokal verwendet werden kann. Bei der PSP Go kann also ein in den USA gekauftes Spiel auch nur vom USA-Account genutzt werden. Der Wechsel stellt, wenn man sich Zuhause aufhält, eine nervige Zeitverschwendung dar. Ist man ohne Internet außerhalb unterwegs wird es hingegen ein Ding der Unmöglichkeit.
Sony hat mittlerweile eingesehen, dass die Konsole kein Erfolg ist, doch die Versuche, dem Gerät wenigstens ein bisschen Momentum auf dem Markt zu verleihen, gehen allesamt in die falsche Richtung. Die PSP Go ist auch zum halben Preis noch immer ein unattraktives Produkt, weil die Mehrkosten, die dem Spieler auf längere Sicht entstehen, nicht ausgeglichen werden. Und zehn teilweise brandneue und sehr gute, kostenlose Spiele können zwar einen gewissen Lockeffekt auf Neukunden ausüben, aber Besitzer vorheriger Modelle werden nicht wechseln, solange sie keine Möglichkeit haben, ihre alten Spiele zu behalten. Das Scheitern der PSP Go ist eine wichtige Lektion für die großen Drei: digitale Downloads mögen zwar die Zukunft sein, aber damit wir sie noch vor dem Release von Duke Nukem Forever erleben, ist es nötig, dass man dem Kunden auch einen wirklichen Vorteil bietet. Der Wegfall des Mittelmannes Händler muss sich im Preis bemerkbar machen, die Digitalisierung soll die Benutzung vereinfachen und nicht erschweren. Apple hat ja schon gezeigt, wie erfolgreich ein digitaler Laden sein kann, wenn die Preise nur stimmen. Wenn ich zwischen quasi identischer PSP oder iPhone-Version wählen kann, bei einem Preisunterschied von mehreren hundert Prozent, sollte auch der letzte Sony-Manager anfangen, mehr als nur sich am Kopf zu kratzen. Evil
Rian am 08.08.2010 um 11:57 Uhr
DS verkaufen und sich PSP Go zulegen, jaja, das hast du jetzt davon!
Nex am 08.08.2010 um 13:53 Uhr
Mal ehrlich: das war uns allen doch klar. Das Konzept ist einfach Betrug am Kunden und wird völlig zurecht vom Endbenutzer bestraft, indem er das Gerät im Laden versauern lässt.
AsgarZigel am 10.08.2010 um 10:20 Uhr
Wurde das Ding überhaupt beworben, hör ich jetzt zum ersten mal von xD
Ansonsten klare Zustimmung was Download-Titel im allgemeinen angeht, bei Steam sind die idR sogar teurer als die Retail-Pendants. (Immerhin gibts da ab und an Sonderangebots-Aktionen)
Ansonsten klare Zustimmung was Download-Titel im allgemeinen angeht, bei Steam sind die idR sogar teurer als die Retail-Pendants. (Immerhin gibts da ab und an Sonderangebots-Aktionen)
Nex am 10.08.2010 um 10:31 Uhr
Steam finde ich auch nur wegen der Sonderangebote attraktiv. Ich würde niemals Vollpreis für ein Spiel zahlen, das ich nichtmal physisch besitze. Digitale Anleitungen, Keys als Besitzbeleg? Ich möchte lieber die Folie von der Packung reißen.




