Crimson Skies
Nein, nicht das für Xbox. Das gute!
Nathan Zachary, Kapitän der Fortune Hunters: Ass der Lüfte, Held der Armen und Schutzbedürftigen und Frauenheld in einem. Und außerdem hat er eine enorm charismatische, deutsche Synchron-Stimme. Mmmh. Oh ja. Nathan...

Äh! Also, es geht um den Vorgänger des eigentlich gar nicht so schlechten Crimson Skies: High Road to Revenge, welcher im Jahre 2000 für Windows heraus kam. Der war nämlich gar nicht so übel und stach aus dem Haufen der damals noch total populären Flugsimulationen durch seine recht leichte Steuerung hervor und gab dem Spieler die Möglichkeit, hochgradig abwechslungsreiche und sehr plotgetriebene Missionen zu absolvieren. In etwa wie Aquanox 2: Revelation, nur dass neben der großartigen Story auch ebenso großartiges Gameplay sitzt, womit ich Aquanox jetzt nicht niederschmettern möchte - aber lest dafür den entsprechenden Artikel.

Es ist 1937 und irgendwas ist faul im Staate Dänemark. Naja, eher im Staate U., denn irgendwas hat dafür gesorgt, dass Verschiebungen in den Zeitlinien und sonstige Miniaturveränderungen des Zeit-Vortex-Kontinuums dazu geführt haben, dass Nördlich-von-Mexiko-und-südlich-von-Kanada-Amerika in seine Einzelteile zerfiel und wir nun ein paar schön überschaubare Nations-Staaten haben, die sich alle nicht unbedingt mögen:


Dadurch, dass da nicht unbedingt immer Freundlichkeit zwischen den Nationen herrscht, ging auch das Straßen- und Schienennetz zu Bruch. Macht aber nichts! Schließlich wurde dafür dann Luftreise gepusht und überall fliegen Zeppeline! Ist nur ein bisschen schade, dass dadurch so Gangster-Auto-Verfolgungsjagden immer seltener wurden. Macht aber nichts! Dafür haben wir jetzt Luftpiraterie! Und nichts ist mehr genialer als Piraten in Luftschiffen, ich meine: Skies of Arcadia! Und ohne Luftpiraterie wäre Nathan Zachary bestimmt auch nicht so groß rausgekommen, was schade wäre, denn der Kerl verstrickt sich während des Spiels schön in einige Komplotts und bohrt, wie es ihm passt, der Exekutive seinen Mittelfinger ins rechte und linke Nasenloch. Ja, gleichzeitig! Fragt mich nicht wie das geht, ich bin nicht Mister Zachary, ich habe von Luftpiraterie keine Ahnung. Vielleicht gibt's da Seminare für.


Im Spiel selbst kann man dann einiges an Zeug machen: Erst mal versucht man natürlich ständig, seine Flugzeugsammlung auf dem aktuellen Stand zu halten. Nates Propellerflieger Marke "Roter Baron" ist zwar der absolute Klassiker, aber ab und zu schreien bestimmte Aufträge eben auch nach anderer Bewaffnung. Da muss schon mal ein dicker Bomber oder ein filigraner Kunstflieger her. Wenn einem eines der langsameren Gefährte ganz besonders gefällt, kann man auch mal schnell in der Luft seine Strickleiter auswerfen, umsteigen, den Piloten ablösen und lustig pfeifend weitermachen (natürlich lassen wir dem Mann seinen Fallschirm, wir sind ja DIE GUTEN!). Und an der Bewaffnung lässt sich vor dem Start natürlich auch rummodeln, was vollkommen essentiell ist - manchmal muss man so leider eine Mission erst einmal blind spielen und sterben, um herauszufinden, was für eine Kiste man denn nun überhaupt fliegen sollte.

Das Gameplay gestaltet sich wunderabwechslungsvoll: Ab und an muss man große Kampf-Blimps kaputt machen, ab und an Basen am Boden bombardieren oder den Flieger ruhig über einem fahrenden Zug halten, manchmal ist Aero-Akrobatik angesagt und zu anderen Zeiten gibt es Dogfights mit mehreren anderen Piloten. Da macht das Gaunern in großer Höhe gleich doppelt und dreimal Spaß!


Natürlich ist die Grafik mit der Zeit schon etwas in die Jahre gekommen und da lässt sich auch nichts Schönes mehr drüber sagen. Man erkennt, dass Flugzeuge Flugzeuge sind und man hat ein bisschen Fernblick, aber sonst ist das Meiste eben aus dem kargen Baukasten der nostalgischen 3D-Zeiten. Der Musik und den Synchronstimmen geht es dafür auch heute noch gut und verleihen der Crew unter Zachary die gewisse Dreckschicht eines Ganoven auf dem goldenen Kern von heroischen Helden.

Fazit: Sollte jeder mal gespielt haben. Der ganz gut angezogene Schwierigkeitsgrad kann zeitweise für blanke Nerven sorgen, wenn man kurz vor Missionsende mal wieder abgeschossen wurde, aber ansonsten sind alle Elemente da, die für jeden, der in Luft-Scharmützel verwickelt werden möchte, wichtig sein könnten. Rian
26.07.2010 | Rian | Crimson Skies
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