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Everyone has AIDS. AIDS, AIDS, AIDS.
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Wenn man Brettspiele spielt, dann ja meistens irgendwie gegeneinander. Zwar kann man manchmal, wie bei Siedler von Catan, mit anderen Spielern handeln oder, wie bei Kill Dr. Lucky, kurzzeitig eine unheilige Allianz mit anderen Spielern eingehen, um zu verhindern, dass jemand anderes gewinnt - aber das alles passiert ja nur aus purem Eigennutz, nicht wegen einer Art Teamwork. Deswegen habe ich mich sehr gefreut, als vor einigen Monaten das bestellte Pandemic (in deutschen Spielwarenabteilungen auch als Pandemie bekannt) eintrudelte, wo nämlich entweder alle gewinnen oder gar keiner.
Folgende Situation: Egal ob nun durch Überbevölkerung, biologischen Angriff eines Superschurken oder einer Terroristengruppe oder weil Gott einfach langsam stinkig wird und die ganze Misere beenden will: Es sind ein paar ziemlich miese, hochansteckende Krankheiten ausgebrochen - selbstverständlich alle gleichzeitig. Die Spieler (maximal vier) sind teil einer Welthilfsorganisation oder so und haben sich zum Ziel gesetzt, alle Krankheiten auszumerzen, bevor eine Pandemie ausbricht und die Madagaskaner als einzige überleben.
Das Spielfeld stellt, wie so oft, eine Weltkarte. Darauf werden auf zufällig bestimmten Städten entweder drei, zwei oder ein Block von der roten, blauen, gelben oder schwarzen Krankheit gelegt. Die Spieler starten in Atlanta (warum auch immer. Haust da die UNO?), jeder bekommt noch ein paar Karten und dann geht's schon los: Menschen helfen! Das ist aber gar nicht so einfach und benötigt viel Kooperation zwischen den Mitspielern, schließlich kann man ja nicht ständig von Punkt A nach Punkt B reisen. Die Welt ist groß! Aber fangen wir bei den Phasen an:
1. Action!
Ist ein Spieler dran, darf er bis zu vier Aktionen pro Spielzug verbrauchen. Das beinhaltet: Reisen, tauschen, Sanitäter spielen, Basis bauen und Gegenmittel entwickeln. Reisen ist einfach erklärt: Man kann pro Zug entweder um eine Stadt weiter ziehen oder Stadtkarten von der Hand spielen (auf der Hand hat man eigentlich auch nichts anderes als farbige Karten mit Städtenamen drauf), um auf ein paar verschiedene Arten von einer Stadt direkt zur nächsten zu fliegen. Hier kommen bereits Spezialfähigkeiten ins Spiel, von denen jeder Spieler eine hat: Der Dispatcher kann zum Beispiel seine Aktionen opfern, um andere Figuren zu ziehen als wären es seine eigenen. Eine ungemein nützliche Eigenschaft ohne die man Pandemic eigentlich nicht gewinnen kann. Sanitäter spielen ist auch easy: Befindet man sich in einer Stadt mit Krankheiten, kann man pro Aktion einen Krankheitswürfel entfernen. Das ist insofern wichtig, dass Städte, die einen vierten Würfel bekämen, einen Seuchenausbruch erleiden und umliegende Städte infizieren. Wenn diese Nachbargemeinden jetzt auch noch selbst gerade ihren vierten Würfel dadurch bekämen, ist mal ganz schnell ein Kontinent abgedeckt und nach der achten Epidemie ist das Spiel ohnehin vorbei. Also aufpassen und Schaden begrenzen! Ist ein Spieler Medic, kann er gleich alle Würfel entfernen. Eine ungemein nützliche Eigenschaft ohne die man Pandemic eigentlich nicht gewinnen kann.
Desweiteren lassen sich überall für eine Aktion Forschungsbasen einrichten, die zwei sehr nützliche Vorteile bringen: Zwischen den Basen kann man ohne Einsatz von Städtekarten hin- und herreisen und man kann dort Gegenmittel für Krankheiten entwickeln. Eine strategische Verteilung von Forschungseinrichtungen ist also essentiell für's Spiel und normalerweise müsste man für den Bau in einer Stadt eine Karte gleichen Namens opfern, aber der Baumeister schafft das auch ohne. Das macht ihn zu einer ungemein nützlichen Karte ohne die man Pandemic eigentlich nicht gewinnen kann.
In diesen Forschungseinrichtungen kann man dann fünf gleichfarbige Städtekarten gegen ein Heilmittel eintauschen, wodurch quasi jeder Spieler die Medic-Fähigkeit gegen diese bestimmte Krankheit entwickelt und sind erst mal alle Klötze einer Farbe weg und es existiert die Vakzine, dann ist das böse Übel vernichtet und stört nicht mehr. Der Wissenschaftler kann sogar Medizin machen mit nur vier Städtekarten, die man ansonsten nur übelst schwer gleichfarbig auf die Hand eines Spieler bugsieren kann. Also ist der Mann ein ungemein nützlicher Teil des Spiels ohne den man Pandemic eigentlich nicht gewinnen kann. Dann kann man halt noch Karten tauschen, was ein bisschen kompliziert ist: Zwei Spieler müssen sich nämlich in derselben Stadt befinden und es lässt sich dort auch nur die Karte mit demselben Namen überreichen. Natürlich kann ein Spieler, der als Forscher jobbt, einem getroffenen Spieler alle Karten geben, solange er Aktionen hat. Eine ungemein nützliche Eigenschaft ohne die man Pandemic eigentlich nicht gewinnen kann.
Okay, und hier ist der Witz: Ihr habt nun fünf wirklich wichtige Charaktere kennengelernt, aber das Spiel lässt sich nur zu viert spielen! Wir haben allerdings die Erfahrung gemacht, dass man den Basenbauer nicht unbedingt braucht, da es sehr schnell sowieso genug Einrichtungen gibt und seine Profession dann irgendwie nutzlos wird.
2. Draw!
Als nächstes zieht der Spieler Karten. Meistens natürlich Städte, aber ab und zu bricht auch eine Epidemie aus und Städte werden zufällig infiziert. Außerdem spielt die Zeit gegen das Team: Mit jeder gezogenen Epidemie werden mehr Städte infiziert, was schneller zu Ausbrüchen führt, also Beeilung! Glück hat man gehabt, wenn man Spezialereigniskarten zieht, wie die ruhige Nacht, in die der folgende Infektionsschritt ausgelassen wird, oder man gewinnt einen Helikopter und damit eine Reise überall hin!
3. Infect!
Bevor der nächste Spieler dran ist, muss noch infiziert werden: von einem separaten Stapel werden so viele Karten gezogen wie der aktuelle Epidemiestatus angibt und jede Stadt bekommt dann schön zusätzliche Würfel des Hustens, Niesens und Erbrechens. Das kann natürlich zu schlagartigen Krankheitskettenreaktionen führen, wenn man Pech hat. Das Spiel ist dann vorbei, wenn, wie bereits erwähnt, zu viele Epidemien ausgebrochen sind, alle Krankheitswürfel aus der Reserve aufgebraucht wurden oder es keine Karten mehr zu ziehen gibt. Fies, oder? Zum Gewinnen muss man zum Glück nicht alle Spielsteine entfernen und jedes kleine Wehwehchen heilen, es reicht alle vier Gegenmittel zu entwickeln.
Es hat sich bei Pandemic gezeigt, dass man ohne Teamwork und Planung nicht weiterkommt. Eine gemeine Sache ist auch, dass man sich theoretisch seine Handkarten nicht permanent gegenseitig zeigen darf, sondern man muss reden. Reden, planen, handeln, Schaden begrenzen und dann den richtigen Zeitpunkt erspähen, an dem man ein Gegenmittel entwickeln kann ohne dass Europa von der schwarzen Pest heimgesucht wird. Aber, oh, da war dann auch schon die letzte Karte gezogen. Anderthalb Stunden lang gespielt und keiner hat gewonnen, das ist irgendwie frustrierend. Andererseits ist es wirklich Erleichterung wie Freude, wenn man dieses Spiel besiegt. Stirb, Pandemic, stirrrrrrb!
Irgendwann hat man dann natürlich den Rhythmus drin, was man wann zuerst machen muss, und entwickelt Grundkonzepte, was das Spiel ein bisschen eintönig gestaltet. Aber für die Veteranen unter den Menschenrettern kann man noch ein paar zusätzliche Epidemiekarten in den Zugstapel mischen, das sorgt dann für das gewisse Quäntchen Chaos und Angst.
Folgende Situation: Egal ob nun durch Überbevölkerung, biologischen Angriff eines Superschurken oder einer Terroristengruppe oder weil Gott einfach langsam stinkig wird und die ganze Misere beenden will: Es sind ein paar ziemlich miese, hochansteckende Krankheiten ausgebrochen - selbstverständlich alle gleichzeitig. Die Spieler (maximal vier) sind teil einer Welthilfsorganisation oder so und haben sich zum Ziel gesetzt, alle Krankheiten auszumerzen, bevor eine Pandemie ausbricht und die Madagaskaner als einzige überleben.
Das Spielfeld stellt, wie so oft, eine Weltkarte. Darauf werden auf zufällig bestimmten Städten entweder drei, zwei oder ein Block von der roten, blauen, gelben oder schwarzen Krankheit gelegt. Die Spieler starten in Atlanta (warum auch immer. Haust da die UNO?), jeder bekommt noch ein paar Karten und dann geht's schon los: Menschen helfen! Das ist aber gar nicht so einfach und benötigt viel Kooperation zwischen den Mitspielern, schließlich kann man ja nicht ständig von Punkt A nach Punkt B reisen. Die Welt ist groß! Aber fangen wir bei den Phasen an:

1. Action!
Ist ein Spieler dran, darf er bis zu vier Aktionen pro Spielzug verbrauchen. Das beinhaltet: Reisen, tauschen, Sanitäter spielen, Basis bauen und Gegenmittel entwickeln. Reisen ist einfach erklärt: Man kann pro Zug entweder um eine Stadt weiter ziehen oder Stadtkarten von der Hand spielen (auf der Hand hat man eigentlich auch nichts anderes als farbige Karten mit Städtenamen drauf), um auf ein paar verschiedene Arten von einer Stadt direkt zur nächsten zu fliegen. Hier kommen bereits Spezialfähigkeiten ins Spiel, von denen jeder Spieler eine hat: Der Dispatcher kann zum Beispiel seine Aktionen opfern, um andere Figuren zu ziehen als wären es seine eigenen. Eine ungemein nützliche Eigenschaft ohne die man Pandemic eigentlich nicht gewinnen kann. Sanitäter spielen ist auch easy: Befindet man sich in einer Stadt mit Krankheiten, kann man pro Aktion einen Krankheitswürfel entfernen. Das ist insofern wichtig, dass Städte, die einen vierten Würfel bekämen, einen Seuchenausbruch erleiden und umliegende Städte infizieren. Wenn diese Nachbargemeinden jetzt auch noch selbst gerade ihren vierten Würfel dadurch bekämen, ist mal ganz schnell ein Kontinent abgedeckt und nach der achten Epidemie ist das Spiel ohnehin vorbei. Also aufpassen und Schaden begrenzen! Ist ein Spieler Medic, kann er gleich alle Würfel entfernen. Eine ungemein nützliche Eigenschaft ohne die man Pandemic eigentlich nicht gewinnen kann.
Desweiteren lassen sich überall für eine Aktion Forschungsbasen einrichten, die zwei sehr nützliche Vorteile bringen: Zwischen den Basen kann man ohne Einsatz von Städtekarten hin- und herreisen und man kann dort Gegenmittel für Krankheiten entwickeln. Eine strategische Verteilung von Forschungseinrichtungen ist also essentiell für's Spiel und normalerweise müsste man für den Bau in einer Stadt eine Karte gleichen Namens opfern, aber der Baumeister schafft das auch ohne. Das macht ihn zu einer ungemein nützlichen Karte ohne die man Pandemic eigentlich nicht gewinnen kann.

Okay, und hier ist der Witz: Ihr habt nun fünf wirklich wichtige Charaktere kennengelernt, aber das Spiel lässt sich nur zu viert spielen! Wir haben allerdings die Erfahrung gemacht, dass man den Basenbauer nicht unbedingt braucht, da es sehr schnell sowieso genug Einrichtungen gibt und seine Profession dann irgendwie nutzlos wird.
2. Draw!
Als nächstes zieht der Spieler Karten. Meistens natürlich Städte, aber ab und zu bricht auch eine Epidemie aus und Städte werden zufällig infiziert. Außerdem spielt die Zeit gegen das Team: Mit jeder gezogenen Epidemie werden mehr Städte infiziert, was schneller zu Ausbrüchen führt, also Beeilung! Glück hat man gehabt, wenn man Spezialereigniskarten zieht, wie die ruhige Nacht, in die der folgende Infektionsschritt ausgelassen wird, oder man gewinnt einen Helikopter und damit eine Reise überall hin!
3. Infect!
Bevor der nächste Spieler dran ist, muss noch infiziert werden: von einem separaten Stapel werden so viele Karten gezogen wie der aktuelle Epidemiestatus angibt und jede Stadt bekommt dann schön zusätzliche Würfel des Hustens, Niesens und Erbrechens. Das kann natürlich zu schlagartigen Krankheitskettenreaktionen führen, wenn man Pech hat. Das Spiel ist dann vorbei, wenn, wie bereits erwähnt, zu viele Epidemien ausgebrochen sind, alle Krankheitswürfel aus der Reserve aufgebraucht wurden oder es keine Karten mehr zu ziehen gibt. Fies, oder? Zum Gewinnen muss man zum Glück nicht alle Spielsteine entfernen und jedes kleine Wehwehchen heilen, es reicht alle vier Gegenmittel zu entwickeln.
Es hat sich bei Pandemic gezeigt, dass man ohne Teamwork und Planung nicht weiterkommt. Eine gemeine Sache ist auch, dass man sich theoretisch seine Handkarten nicht permanent gegenseitig zeigen darf, sondern man muss reden. Reden, planen, handeln, Schaden begrenzen und dann den richtigen Zeitpunkt erspähen, an dem man ein Gegenmittel entwickeln kann ohne dass Europa von der schwarzen Pest heimgesucht wird. Aber, oh, da war dann auch schon die letzte Karte gezogen. Anderthalb Stunden lang gespielt und keiner hat gewonnen, das ist irgendwie frustrierend. Andererseits ist es wirklich Erleichterung wie Freude, wenn man dieses Spiel besiegt. Stirb, Pandemic, stirrrrrrb!
Irgendwann hat man dann natürlich den Rhythmus drin, was man wann zuerst machen muss, und entwickelt Grundkonzepte, was das Spiel ein bisschen eintönig gestaltet. Aber für die Veteranen unter den Menschenrettern kann man noch ein paar zusätzliche Epidemiekarten in den Zugstapel mischen, das sorgt dann für das gewisse Quäntchen Chaos und Angst.
19.07.2010 | Rian | Brettspiele
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