DeathSpank
This is a true story
Letzt hatten wir Torchlight, jetzt folgt mit DeathSpank schon das nächste Action-RPG - aber das ist ja nicht unbedingt schlecht, davon gibt es zwar schon viele, aber die meisten versuchen Diablo 2 zu kopieren und werden deshalb nur mittelklassig, weshalb immer noch Bedarf an guten/frischen Vertretern des Genres herrscht. DeathSpank ist so einer von den Guten.


Hero to the Downtrodden, Vanquisher of Evil, Dispenser of Justice - genau das ist DeathSpank... oder er sieht sich zumindest gerne so. Allerdings ist er in Wirklichkeit eher Anti-Held als alles andere, was man auch schon an seiner merkartigen Erscheinung erkennen kann. Wie jeder Held hat natürlich auch unser zweifelhafter hier eine große Mission - er hat sogar die größte und gefährlichste aller Zeiten, denn er ist auf der Suche nach dem Artefakt! Ja, dem Artefakt - so heißt es und mehr weiß man auch nicht drüber, aber es ist wichtig und der Kerl sucht es schon sein ganzes Leben. Der Name weist ja schon etwas darauf hin, aber das Spiel nimmt sich, aber vor allem das Genre, nicht so besonders ernst. Viele Phänomene aus der Action-RPG-Welt werden hier parodiert, so findet man z.B. den Cleaver of Cleaving oder Bladed Shoulders of Blades. Im Grunde kann man sagen, dass DeathSpank für Action-RPGs das darstellt, was Munchkin für Pen & Paper ist.

Sowas kann tierisch in die Hose gehen, wie man an Eat Lead sehen konnte. Ist es hier aber zum Glück nicht. Das kann zum einen daran liegen, dass das Spiel von Ron Gilbert erdacht wurde, welcher auch schon an Maniac Manson und Monkey Island mitgewirkt hat. Wenn man das erst mal weiß, kommt man auch schnell dahinter, warum einem der Humor im Spiel so vertraut vorkommt. Schön spiegelt sich das auch in den Dialogen wieder, in welchen man immer zwischen ein paar Punkten auswählen kann, wie halt auch schon bei Adventures und wo dann auch jedes mal irgendetwas dabei ist, was zu belustigenden Momenten führt.


Vom Gameplay her ist das Ganze natürlich nicht besonders innovativ: so wie man es kennt funktioniert es ja auch gut, aber immerhin machen sie ein paar Sachen anders und sogar besser. Man läuft nach Oma Blizzards Rezept in der Gegend rum, sammelt Quests, die die Haupthandlung vorantreiben, oder Nebenquests, verprügelt Monster, sammelt awesome loot und kehrt zurück. Um das Backtracking etwas erträglicher zu machen, gibt es Wegpunkte in Form von "Outhouses", also Klohäuschen zwischen denen man hin- und herreisen kann (DeathSpank möchte uns aber nicht erklären wie das funktioniert). Die Belegung der Knöpfe ist kontextsensitiv - wenn man vor einer Truhe oder einem Menschen steht, gibt es Interaktionssymbole, und ansonsten kann man sich auf jeden eine Waffe legen, so dass man immer mit vier Waffen unterwegs ist. Das fand ich ganz praktisch, weil man so gut die Eigenschaften kombinieren kann.

Natürlich sammelt man neben dem Shag auch Erfahrung und steigt Level. Das hat die gleichen Auswirkungen wie sonst überall - man wird halt stärker und kann was skillen. Das Skillen ist hier allerdings auch wieder etwas anders: Nach dem Level-up kann man sich eine Herocard aussuchen, die einem dann einen spezifischen Bonus gibt wie z.B. 5% schneller laufen oder härter zuschlagen. Wenn man eine Karte öfter wählt, wird der Bonus natürlich größer. Was Spezialisierung an sich angeht, so gibt es eigentlich nur Nah- und Fernkampf, aber das reicht vollkommen aus. Der Fernkampf ist natürlich nicht grazil mit Bogen und so, sondern mit Armbrüsten und Hühnchen-Bazookas.


Wie schon bei Torchlight enthält DeathSpank keinen Online-Modus, dafür kann sich jederzeit jemand als Player 2 reinhängen und in die Haut von Sparkles schlüpfen. Sparkles ist ein Freund von DeathSpank und gleichzeitig Magier. Als dieser kann er ein bisschen mit Magie rumschießen und die "Truppe" heilen. Ich konnte das bisher noch nicht ausprobieren, aber es sah ganz spaßig aus.

Ich mag das Spiel und kann es eigentlich allen, die auf Monkey Island und Diablo stehen, empfehlen (ladet euch wenigstens mal die Demo). Kosten tut das Ganze 15€, also 1200MSP, aber das geht für die 15 Stunden Spielzeit eigentlich in Ordnung. Auch die Grafik kann überzeugen, ist aber passenderweise eher comic-haft gehalten und als letztes muss man einfach diese grandiose englische Synchro loben - es wär alles nur halb so witzig, wenn es nicht so super rübergebracht würde.

Auch Ihr - Jozu
16.07.2010 | Jozu | In-Game
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